Paukenschlag vor FC-Duell Kommentar zum FC Bayern: Manuel Neuers Erfolgs-Ära ist zu Ende

Manuel Neuer und sein langjähriger Torwarttrainer Toni Tapalovic stehen bei einem Spiel des FC Bayern in der Champions League gemeinsam auf dem Platz.

Manuel Neuer und sein langjähriger Torwarttrainer Toni Tapalovic am 12. April 2022 bei einem Spiel des FC Bayern in der Champions League.

Manuel Neuer spielt schon über ein Jahrzehnt beim FC Bayern, doch die beste gemeinsame Zeit haben der Rekordmeister und sein Nationaltorhüter offenbar hinter sich. Ein Kommentar.

Als Manuel Neuer (36) im November 2022 die Kurve kratzte, schien beim Nationalkeeper wieder alles perfekt: Von seiner Schulterverletzung erholte er sich gerade noch rechtzeitig vor der WM in Katar, die vierte und wohl letzte Endrunde als Stammkeeper stand vor der Tür. Zwei Monate und zahlreiche Enttäuschungen später befindet sich Neuer in der schwersten Phase seiner Karriere.

Über lange Jahre machte sich der Kapitän mit seinen herausragenden Leistungen beim FC Bayern unantastbar. An der Säbener Straße wurde der Eindruck vermittelt: Manuel Neuer spielt so lange in München, wie Manuel Neuer in München spielen will. Doch eine unüberlegte Freizeit-Aktivität hat die lang anhaltende Wohlfühlatmosphäre ins komplette Gegenteil gekehrt.

Schwere Zeiten für Manuel Neuer beim FC Bayern

Die Zukunft über 2024 hinaus? Offen. Der Stammplatz? Längst nicht mehr in Stein gemeißelt. Das leichtfertige Verhalten des Kapitäns? Von Sport-Boss Hasan Salihamidzic öffentlich angeprangert. Der hochgeschätzte Torwarttrainer? Weg. Vor dem Bundesliga-Duell gegen den 1. FC Köln (Dienstag, 20.30 Uhr/Sky, Sat.1 und im Liveticker auf EXPRESS.de) überraschte der Rekordmeister am Montag (23. Januar 2023) mit einem echten Paukenschlag.

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Die Causa Toni Tapalovic war zu Wochenbeginn der Tiefpunkt einer Neuer-Spirale in München: Einer der treuesten Wegbegleiter und ein enger Vertrauter des Weltmeister-Keepers wurde für sein Verhalten gegenüber den anderen Torhütern im Verein geschasst. Die Differenzen sollen dabei nicht nur mit den Neuer-Vertretern bestanden haben, sondern auch mit Cheftrainer Julian Nagelsmann.

Dass Tapalovic nun nicht mehr da ist, verschafft dem FC Bayern kurzfristig klare Tatsachen – ebenso wie die Verpflichtung von Ersatzmann Yann Sommer als Rückrunden-Torwart. Doch die Gratwanderung im Umgang mit dem aktuell verletzten Spielführer ist in beiden Fällen nur auf den Sommer aufgeschoben.

Manuel Neuer droht Konkurrenzkampf – Zukunft ab 2024 offen

Einen heißen Konkurrenzkampf um den Platz zwischen den Pfosten hatte der FCB Neuer in all den Jahren erspart, in Tapalovic hatte er ohnehin einen entscheidenden Fürsprecher auf seiner Seite. Doch nach einer erneuten schweren Verletzung inklusive langer Pause geht der DFB-Schlussmann mit dann 37 Jahren in der neuen Saison wohl in ein offenes Duell mit dem knapp drei Jahre jüngeren Yann Sommer.

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Auch wenn die Bayern-Bosse und ihr Trainer im Umgang mit der Causa Neuer mit Samthandschuhen arbeiten: Sie haben gezeigt, dass im Ernstfall auch drastische Entscheidungen schnell getroffen werden können. Das Aus seines Trauzeugen Tapalovic, ohne den laut Neuers Abschiedsworten „all diese Erfolge niemals möglich gewesen wären“, ist dabei ein klarer Fingerzeig. Fraglich, ob vor einigen Jahren schon ähnlich konsequent entschieden worden wäre.

Schließlich musste der mit großen Hoffnungen verpflichtete Alexander Nübel noch das Weite suchen, weil ihm Neuer dem Vernehmen nach eine für die Entwicklung unerlässliche Mindestzahl an Einsätzen streitig gemacht habe. Tapalovic dürfte er dabei auf seiner Seite gehabt haben, schließlich kritisierte Nübel dessen Verhalten nun am Samstag im ZDF-„Sportstudio“ – und brachte die Entwicklung der vergangenen 48 Stunden damit erst ins Rollen.

Für Neuer ist damit klar: Trotz aller Verdienste ist er auf und neben dem Platz nicht mehr unantastbar, muss sich nach überstandener Reha erst wieder beweisen – in seinem letzten Vertragsjahr. Die allermeisten Kapitel seiner Geschichte in München sind ohnehin längst geschrieben, die Ära geht nach bislang elfeinhalb Jahren dem Ende entgegen. Ob das aber schneller oder langsamer passiert, hängt nach den Eindrücken der vergangenen Wochen inzwischen nicht mehr von Manuel Neuer ab, sondern vom FC Bayern.

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