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„Sehen wir viel zu oft“Auch nach Bayern-Tor: Wieder Kritik an Lennart Karl

Lennart Karl hat inmitten der Diskussion um seine Person mit starker Leistung geantwortet. Sein anschließender Jubel begeisterte aber nicht alle.

Lennart Karl hat den FC Bayern München im Finalstadion der Champions League gegen Atlético Madrid zu einem wichtigen Vorrundensieg geführt.

Beim 2:0 (0:0) avancierte ausgerechnet der 18-jährige Karl mit seinem erst zweiten Pflichtspieltreffer der Saison zum Matchwinner. Nach einem abgeblockten Schuss von Tom Bischof luchste Karl Atlético-Verteidiger Robin Le Normand den Ball im Strafraum ab und lupfte ihn in der 54. Minute über Torwart Jan Oblak hinweg ins Netz. Ein Schlitzohr-Tor!

Mats Hummels: „Meinem Sohn verbiete ich diesen Jubel“

Beim Jubel gestikulierte Karl offenbar in Richtung seiner Kritiker, machte mit beiden Händen eine Geste, die sagen sollte: „Alles bla bla bla.“

Zuletzt hatten mehrere Experten und auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß (75) Kritik an Karl geäußert, am Wochenende hatte sich der Streit dann hochgeschaukelt. Der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack (50) bewertete als Berater von Lennart Karl die Kritik der Bayern-Bosse an seinem Schützling als völlig überzogen.

„Jeder darf sich darstellen, wie er möchte. Dass man dabei nicht alles richtig macht, ist auch klar“, sagte Ballack bei DAZN. „Aber man darf seine sportliche Entwicklung nicht damit vermischen. Und genau das macht der FC Bayern. Dass Uli Hoeneß diese Außendarstellung kritisiert, ist legitim. Aber dass er Lennart damit öffentlich zur Zielscheibe erklärt, ist auch klar.“

Hoeneß hatte angedeutet, Jung-Nationalspieler Karl (18) habe die Bodenhaftung verloren. „Ich habe mir vorgenommen, ein ernstes Gespräch mit ihm zu führen. Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut“, sagte Hoeneß in einem Interview der „Welt am Sonntag“.

Nach Ansicht des 75-Jährigen haben die Lobeshymnen dem Senkrechtstarter der vergangenen Saison ein wenig den Kopf verdreht.

Der Jubel kam nun erneut nicht bei allen gut an. Kritische Worte gab es in den Nachberichten bei Amazon Prime Video. Weltmeister Mats Hummels sagte: „Eine Kleinigkeit möchte ich zum Jubel machen, den sehen wir viel zu oft mittlerweile. Kritik gehört zum Fußball dazu, deswegen verdienst du auch so viel Geld, weil so viele Leute darüber reden.“

Seinem eigenen Sohn, der als Achtjähriger inzwischen selbst spielt, verbiete er diesen Jubel, betonte Hummels. Weltmeister-Kollege Christoph Kramer (35) warb dagegen um einen gelasseneren Umgang und sagte: „Es wird mir immer ein bisschen zu viel hineininterpretiert in Dinge, wo man nichts hineininterpretieren sollte.“ (bc/dpa)