Im Streit um den Ukraine-Krieg und Angriffe auf den russischen Energiesektor wettert US-Präsident Trump gegen den ukrainischen Präsidenten Selenskyj - und fordert dessen Abgang.
Nach Diesel-Deal mit PutinTrump fordert Selenskyjs Ablösung: „Es ist an der Zeit“

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Wettert gegen den ukrainischen Präsidenten: Donald Trump.
US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert. Wolodymyr Selenskyj habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Ukraine-Krieg zu beenden, und sich dagegen entschieden, behauptete Trump in Washington. „Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt.“
Trump zufolge sollten sich die Ukrainer einen neuen Anführer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schließen könne. Denn trotz vieler Möglichkeiten habe Selenskyj das „aus irgendeinem Grund nie getan.“
Preise für Rohöl und Diesel infolge des Iran-Krieges in Höhe geschossen
Begonnen wurde der Krieg aber nicht von der Ukraine, sondern von Russland, dass vor gut vier Jahren in das Nachbarland einmarschiert war. Kremlchef Wladimir Putin hat mehrfach Angebote für einen bedingungslosen Waffenstillstand abgelehnt. Auch spätere diplomatische Initiativen verliefen im Sande.
Trump beschuldigte Selenskyj zudem, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Knappheit an Diesel beigetragen zu haben. „Er will unseren Landwirten und Viehzüchtern Probleme mit Dieselkraftstoff bereiten, denn Russland liefert einen großen Teil des Dieselkraftstoffs weltweit“, behauptete Trump.
Tatsächlich waren die Preise für Rohöl und Diesel infolge des Iran-Krieges in die Höhe geschossen, den die USA und Israel im vergangenen Februar begonnen hatten.
Am Freitag hatte Trump nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin einen Diesel-Deal mit Russland verkündet - Hunderttausende Tonnen an Diesel sollen in den kommenden Monaten aus Russland kommen. Selenskyj reagierte empört: „Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg (gegen die Ukraine), den man beenden und nicht verlängern muss“, schrieb er auf Telegram. Trump steht in den USA angesichts gestiegener Spritpreise vor den wichtigen Zwischenwahlen in weniger als einem Monat aktuell stark unter Druck.
Donald Trump lobt Russland
Dagegen bescheinigte Trump Russland die Bereitschaft, den Krieg beenden zu wollen. Russland wolle eine Vereinbarung treffen, sagte Trump am Abend (Ortszeit). Aus welchen Gründen auch immer wolle Selenskyj das aber nicht. Wenn man die Größenverhältnisse ansähe - auf der einen Seite Millionen Soldaten mehr als auf der anderen - dann wäre es klug gewesen, wenn Selenskyj bereits vor zwei Jahren eine Vereinbarung getroffen hätte, sagte Trump. „Er wäre deutlich besser dagestanden.“ Trump fügte hinzu: „Präsident Putin will dringend ein Abkommen haben.“
Das Verhältnis zwischen Trump und Selenskyj ist wechselhaft: Ein erster Tiefpunkt war das öffentliche Zerwürfnis der beiden im Februar 2025, als Trump Selenskyj im Oval Office mangelnden Respekt und fehlende Dankbarkeit vorwarf.
Nach und nach näherten sich die beiden Präsidenten wieder aneinander an, es wurde ein umstrittenes Rohstoffabkommen unterzeichnet. Nun scheint der nächste Tiefpunkt erreicht. (dpa/red)
