Wegen zwei Linden eskaliert ein Streit zwischen Uli Hoeneß und seinen Nachbarn. Jetzt landete der Zoff sogar vor Gericht.
Zoff am TegernseeUli Hoeneß wegen zwei Bäumen vor Gericht

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Uli Hoeneß platzte vor Gericht der Kragen
Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, der sonst kein Blatt vor den Mund nimmt, musste in München vor Gericht erscheinen. Ein heftiger Zoff mit den Nachbarn in Bad Wiessee ist der Auslöser. Im Mittelpunkt des Streits: zwei neu gepflanzte Linden auf seinem Anwesen, wegen derer ein Ehepaar den 74-Jährigen verklagt hat.
Die klagende Partei pocht auf eine Grunddienstbarkeit, die aus dem Jahr 1975 stammt. Laut diesem Schriftstück sei es Hoeneß untersagt, das Areal zu bebauen oder zu bepflanzen. Der Rechtsbeistand des Paares führte aus, dass der Wert ihres Anwesens dadurch gemindert werde. Es sei schließlich ein „Anwesen mit unverbaubarem Blick“ auf den Tegernsee, wobei diese Aussicht einen finanziellen Wert darstelle. Das berichtet „BR24“.
Hoeneß platzt vor Gericht der Kragen
Hoeneß, der im Gerichtssaal sichtlich aufgebracht wirkte, bezeichnete die Angelegenheit als „totaler Blödsinn“. Gemeinsam mit seiner Frau Susi habe er die zwei Linden im Mai nur als Austausch für zwei ältere Bäume gepflanzt. Seit 20 Jahren standen die ursprünglichen Gewächse neben drei anderen dort und gaben den Schafen eines Bauern Schatten. Die ehemaligen Anwohner – von Hoeneß als „tolle Leute“ beschrieben – hätten damit niemals ein Problem gehabt.
Die Anschuldigung, die Bäume würden die Aussicht blockieren, wies Hoeneß scharf zurück: „Den Blick auf den Tegernsee gibt es nicht.“ Eine Mauer stehe im Weg, und „der ist nicht durchsichtig“. Er vermutet dahinter reine „Schikane“. Die Kläger ließen durch ihren Anwalt mitteilen, dass sie keinen „künstlichen Ärger“ provozieren wollten. Stattdessen argwöhnen sie, die Bäume sollten als Blickschutz für die Terrasse der Familie Hoeneß dienen – eine Unterstellung, die das Ehepaar vehement bestritt.
Im Zivilprozess scheiterte die Richterin mit ihrem Versuch, eine friedliche Lösung herbeizuführen. Über etwa eineinhalb Stunden wurden diverse Vorschläge erörtert: eine Versetzung der Bäume um 15 Meter, die Fällung nur eines Baumes oder die Auswahl einer anderen Sorte. Aber die Positionen waren festgefahren, und auch eine Unterbrechung zur Beratung führte zu keinem Ergebnis.
Letztendlich trennte man sich ohne eine Einigung. Falls nicht doch noch ein außergerichtlicher Kompromiss gefunden wird, wird der Zoff in rund einem Monat fortgesetzt. Dann steht zuerst die Entscheidung über einen Eilantrag der Kläger an, mit dem sie eine sofortige Entfernung der Bäume per einstweiliger Verfügung durchsetzen wollen. Im Laufe der Verhandlung wurde klar, dass ein Hauptverfahren sich noch bis zu zwei Jahre hinziehen könnte. (red)
