Ex-Profi packt aus„Klopp und ich haben beide nach dem geplatzten Transfer am Telefon geweint“

Liverpools Trainer Jürgen Klopp auf einer Pressekonferenz.

Liverpools Trainer Jürgen Klopp weinte einst wegen eines Transfers, der sich nicht verwirklichen ließ. Das Foto wurde am 4. Oktober 2023 aufgenommen.

Dass Jürgen Klopp emotional ist, ist hinlänglich bekannt. Ein Ex-Profi hat nun eine sehr persönliche Geschichte erzählt, die das aber noch einmal unterstreicht.

von Denis Canalp (can)

Jürgen Klopp (56) steht für Emotionen und Leidenschaft. Das ist nicht neu. Der Trainer des englischen Top-Klubs FC Liverpool ist bekanntlich an der Außenlinie ein Vulkan, fiebert beim Spiel sehr emotional mit.

Klopp geht immer voll mit und hat auch keine Probleme damit, seinen Gefühlen in der Öffentlichkeit freien Lauf zu lassen. 

Jürgen Klopp steht für Emotionen

Da wird auch schon mal in der Öffentlichkeit ein Tränchen verdrückt. Sei es als Trainer von Borussia Dortmund beim Abschied von der Gelben Wand, oder als Liverpool-Coach nach dem Gewinn der Champions League.

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Jetzt hat ein bekannter Fußballer eine weitere emotionale Geschichte über Klopp ausgeplaudert – und auch in dieser Geschichte fließen die Tränen.

Kevin-Prince Boateng (36) war beim ehemaligen englischen Nationalspieler Rio Ferdinand (44) in dessen Podcast „Five“ zu Gast. Und in fast 90 Minuten gab der ehemalige deutsche U21-Nationalspieler einen Einblick in seine bewegte Laufbahn.

Boatengs Laufbahn alleine birgt viel Gesprächsstoff. Der gebürtige Berliner, der 15 Länderspiele für Ghana absolvierte, nachdem er von der U15 bis zur U21 für Deutschland kickte, spielte während seiner Karriere für Hertha BSC, Tottenham Hotspur, Borussia Dortmund, den FC Portsmouth, AC Mailand, den FC Schalke 04, UD Las Palmas, Eintracht Frankfurt, US Sassuolo Calcio, den FC Barcelona, AC Florenz, Besiktas, AC Monza und am Ende noch einmal für seinen Heimatklub Hertha. 

Klar, wer über eine solche Vita verfügt, der hat viele Geschichten erlebt – und selbstverständlich zu erzählen. Im Podcast mit der England-Legende hat Boateng nun eine Anekdote mit Jürgen Klopp aus dem Jahre 2009 ausgeplaudert. 

Boateng war im Sommer 2007 von Hertha zu Tottenham gewechselt, tat sich aber in der Premier League schwer. Die Folge: eine Leihe im Januar 2009. Boatengs Ziel: Borussia Dortmund mit Trainer Jürgen Klopp. 

Unter Klopp kam Boateng zu zehn Einsätzen im schwarz-gelben Trikot und trug mit guten Leistungen dazu bei, dass der BVB die Saison auf Platz sechs beendete. Dabei war Boateng bei den Dortmunder Fans durchaus umstritten. 

„Sie fragten: Was wollen wir mit dem?“

„Als sie meine Verpflichtung bekannt gaben, kritisierten die Fans den Klub. Sie fragten: Was wollen wir mit dem? Er ist verrückt. Habt ihr nicht gesehen, wie schlecht er bei Tottenham war?“, erinnert sich Boateng im Gespräch mit Ferdinand. 

Klopps Reaktion? Er verteidigte seinen Wunschtransfer auf der Pressekonferenz vehement: „Ich habe ihn geholt und ich werde aus ihm den Spieler machen, der er ist.“ Boateng erzählt: „Er hat gesagt, dass Prince Boateng ein Buch mit 1000 Seiten sei und jede Seite anders sei. So gut ist er!“

Das beeindruckte Boateng. „Ich war bereit, mein Leben für ihn zu geben. Jeder Spieler würde für Klopp auf dem Platz sterben, weil er dir Bestätigung und Selbstvertrauen gibt. Und auch Liebe“, erklärt er.

Kevin-Prince Boateng: „Ich habe selbst nicht mehr an mich geglaubt“

Klopp sei ein besonderer Trainer und stehe auch nach Fehlern immer an der Seite seiner Spieler. Bei Tottenham hätten seine früheren Trainer Martin Jol und Juande Ramos nicht mehr an ihn geglaubt. „Niemand hat an mich geglaubt. Ich habe selbst nicht mehr an mich geglaubt. Ich habe einfach aufgegeben“, sagt er heute rückblickend.

Doch dann kam Klopp. Und Boatengs Karriere nahm wieder Fahrt auf. Doch dann der nächste Dämpfer. Nach dem halben Jahr Leihe, konnte der BVB Boateng nicht fest verpflichten.

„Es hat nicht geklappt. Klopp rief mich persönlich an und sagte: ‚Wir können dich nicht kaufen, wir haben kein Geld.‘ Wir beide weinten dann am Telefon. Wir haben wirklich geweint. Wir hatten eine richtig gute Beziehung“, sagt Boateng.