3

„Kann keinen Sinn erkennen“Ewald Lienen fordert bedeutende Nagelsmann-Änderung

Ewald Lienen würde sich bei der deutschen Nationalmannschaft eine bedeutende positionelle Anpassung bei der WM 2026 wünschen.

Mit dem bedeutungslosen letzten Gruppenspiel gegen Ecuador steht der deutschen Nationalmannschaft eine Generalprobe für das erste K.o.-Duell bei der WM 2026 bevor. Weil Platz eins bereits in trockenen Tüchern ist, hält sich der sportliche Druck für das DFB-Team in Grenzen.

Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) bietet das eine willkommene Gelegenheit zu Rotationen, auch die eine oder andere taktische Variante lässt sich gegen die Südamerikaner erproben. Der frühere Bundesliga-Trainer Ewald Lienen (72) pocht allerdings auch über das Spiel hinaus auf eine entscheidende Anpassung im Team.

Ewald Lienen würde sich Positionswechsel wünschen

In seinem Podcast „Der Sechzehner“ fokussierte sich Lienen auf eine Personalie, die zuletzt im Schatten der Startelf-Forderungen bei Deniz Undav (29) gestanden hatte: die Besetzung der Rechtsverteidiger-Position.

Nagelsmann hatte sich hier praktisch in seiner gesamten Amtszeit auf Joshua Kimmich (31) festgelegt. Von 32 Länderspielen unter seinem früheren Vereinstrainer hat der Kapitän 28 hinten rechts bestritten. Eine Lösung, die angesichts des konstanten Rechtsverteidiger-Notstands im deutschen Fußball auf der Hand liegt.

Lienen gefällt die Variante mit dem Mittelfeldspieler auf der defensiven Außenbahn allerdings überhaupt nicht. „Ich kann da keinen Sinn drin erkennen, den Joshua da hinzustellen. Ich bleibe dabei: Joshua gehört ins defensive Mittelfeld“, machte er deutlich.

Während die offensiven Qualitäten über Vorstöße und Flanken unbestritten sind, wie auch Lienen noch einmal ausdrücklich betonte, bereitet ihm vor allem die Defensive in Duellen auf höchstem Niveau Sorgen.

Ewald Lienen gestikuliert als TV-Experte bei MagentaTV.

Copyright: IMAGO/Team 2

Ewald Lienen würde sich eine Änderung bei der Besetzung der Rechtsverteidiger-Position im deutschen Team wünschen.

„In der Regel sind die besten Außenstürmer der Welt bei so einer Veranstaltung dabei“, sagte Lienen über die entscheidende Phase der Weltmeisterschaft: „Und in der heutigen Zeit ist es natürlich für jemanden mit seinen Qualitäten und den Qualitäten, die er nicht hat, suboptimal, dort als rechter Verteidiger zu operieren.“

Nach den beiden Siegen zum WM-Auftakt dürfte Nagelsmann seine Entscheidung bei der Positionierung seines Spielführers allerdings nicht revidieren, zumal die Alternativen nicht gerade Schlange stehen.

Ein klassischer Rechtsverteidiger ist im Kader überhaupt nicht zu finden. Der bei seinen Klubs vereinzelt dort aufgebotene Pascal Groß (35) ist Kimmich im Hinblick auf Athletik sogar noch einmal deutlich unterlegen. Lienen würde sich daher eher einen Innenverteidiger wie Malick Thiaw (24) auf außen wünschen – angesichts komplett fehlender Erfahrung auf dieser Position wäre das aber das deutlich größere Wagnis.

Deutsche Fans mit WM-Pokal.
Irre Rechenspiele
Deutschlands K.o.-Gegner: Das ist der aktuelle Stand