Stefan Effenberg richtet vor dem Spiel gegen Ecuador einen eindringlichen Appell an Julian Nagelsmann.
„Wäre der größte Fehler“Effe warnt Nagelsmann – Portugal als abschreckendes Beispiel

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Stefan Effenberg hat eine klare Meinung zu einer möglichen Rotation gegen Ecuador.

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der WM ihr erstes Ziel schon erreicht: Der Einzug in die K.o.-Runde wurde durch den Gruppensieg bereits nach zwei Spielen perfekt gemacht.
Im dritten Gruppenspiel gegen Ecuador (Donnerstag, 22 Uhr, MagentaTV und ARD) geht es für die DFB-Elf zumindest auf dem Papier um nichts mehr. Stefan Effenberg hat dennoch eine eindringliche Warnung an Julian Nagelsmann gesendet.
Effenberg über Undav in der Startelf: „Davon halte ich nichts“
Von einer größeren Rotation rät Effenberg dem Bundestrainer eindringlich ab. „Nagelsmann sollte jetzt auf keinen Fall den Fehler machen, gegen Ecuador zu viel umzustellen oder sogar eine komplett andere Startelf zu bringen“, schreibt Effe in einer Kolumne für „t-online“: „Das könnte vieles kaputt machen, was sich die DFB-Elf in den ersten beiden Spielen angeeignet hat.“
Am Mittwoch sickerte durch, dass Nagelsmann wohl zumindest Super-Joker Deniz Undav in die Startelf rotieren wird, für Deutschlands Top-Scorer bekommt Jamal Musiala eine Pause. Für den verletzten Nico Schlotterbeck dürfte Antonio Rüdiger auflaufen, der schon im Spiel gegen die Elfenbeinküste für den Innenverteidiger eingewechselt wurde. Auch in Hinblick auf das nur vier Tage später stattfindende Sechzehntelfinale sind weitere Wechsel nicht ausgeschlossen.
Doch wenn es nach Effenberg geht, sollte Nagelsmann bei einem festen Kern bleiben. Er würde selbst auf einen Startelf-Einsatz von Undav verzichten. „Dass jetzt am Donnerstag auf einmal Oliver Baumann für Manuel Neuer im Tor steht oder beispielsweise Deniz Undav von Anfang an spielt, weil es gegen Ecuador ja vornehmlich um nichts mehr geht? Davon halte ich nichts“, so Effenberg. „Neuer ist gut ins Turnier gestartet und kann die Spielpraxis gut gebrauchen – und Undav hat genau in der Rolle, die Nagelsmann für ihn vorgesehen hat, perfekt funktioniert und diese Rolle wohl auch wirklich angenommen.“
Andere TV-Experten sehen das anders. So sagte Rio-Weltmeister Mats Hummels am Dienstagabend bei MagentaTV: „Ich persönlich würde Oli Baumann das Spiel geben. Ich möchte da auf keinen Fall in irgendwas reinreden. Aber als Belohnung für den Umgang mit der Situation, wie er damit umgegangen ist, und auch aufgrund der letzten Jahre als Nummer eins, wäre es angemessen, ihm einen Weltmeisterschaftseinsatz zu geben.“
Nach Effenbergs Einschätzung könnte zu viel Rotation aber Unruhe reinbringen. Das wäre fatal, so Effenberg: „Nagelsmann hat sich in den ersten beiden Partien auf seine Formation festgelegt und sollte jetzt auch dabei bleiben, um den Rhythmus aufrechtzuerhalten. Drei, vier oder sogar fünf Wechsel in der Startelf – das wäre der größte Fehler, den er machen könnte. Das darf nicht sein.“
Als abschreckendes Beispiel nennt er Portugal. Bei den Portugiesen gab es vor allem nach dem ersten Spiel große Diskussionen um den in die Jahre gekommenen Superstar Cristiano Ronaldo. Nach dessen Doppelpack gegen Usbekistan dürfte in dieser Diskussion zwar vorerst etwas Ruhe einkehren, doch der nächste blasse Auftritt von CR7 könnte die Debatte neu entfachen.
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Effenberg lobte die Ruhe rund um das DFB-Team, die aus seiner Sicht nicht durch eine Rotation gefährdet werden darf. „Nichts dringt nach außen, man konzentriert sich voll auf sich selbst, verhindert Störgeräusche. Genau so sollte es auch sein“, so der ehemalige Nationalspieler, der bei der vergangenen WM in den USA (1994) wegen der Stinkefinger-Affäre vorzeitig nach Hause geschickt wurde.
Effenberg: „Ein mahnendes Beispiel muss Portugal sein. Dort kommen nämlich gerade Diskussionen um Cristiano Ronaldo auf, es herrscht Konfliktpotenzial – solche Ablenkungen können ein ganzes Turnier zerstören. Den Portugiesen wird das nicht guttun.“
