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Während Putins Krieg tobtIn diesen 3 EU-Ländern machen viele Russen Urlaub

Ein Strandverkäufer zieht seinen Wagen an einem Strand in der Nähe von Rom hinter sich her.

Copyright: Gregorio Borgia/AP/dpa

Für viele Russen ist Urlaub an Europas Stränden weiterhin möglich. (Symbolbild)

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Russen-Urlaub am Mittelmeer trotz Ukraine-Krieg? Die lasche Visa-Praxis einiger EU-Länder sorgt für massiven Zoff.

Ein Bild, das wütend macht: Russische Urlauber am Mittelmeer, während in der Ukraine der Krieg tobt. Deutschland fordert ein härteres Vorgehen, doch einige EU-Partner stellen sich quer und sorgen für massiven Streit.

Eigentlich war der Deal schon 2022 besiegelt: Die EU-Nationen wollten die Vergabe von Kurzzeitvisa (C-Visa) an russische Bürger spürbar drosseln. Doch die tatsächliche Handhabung ist ein Flickenteppich.

Während die baltischen Länder, Polen und weitere osteuropäische Nationen die Türen für Touristen aus Russland weitgehend geschlossen halten, verteilen besonders Frankreich, Italien sowie Spanien weiterhin großzügig Einreisegenehmigungen. Der Löwenanteil der ausgestellten Visa ging in den letzten Jahren auf das Konto dieser drei Staaten. Nach Schätzungen und internen EU-Daten wurden über 600.000 Schengen-Visa für Russen in einem Jahr ausgestellt, ein beträchtlicher Teil davon für Ferienreisen.

Berlin schlägt Alarm: Visa-Praxis spaltet die Gemeinschaft

Ein Vertreter des Auswärtigen Amts in Berlin bezeichnete die Menge der Urlaubsvisa als „zu hoch“. Es sei sicherzustellen, dass ausschließlich Personen einreisen, von denen keine Bedrohung ausgeht. Die vorhandenen Richtlinien würden von den Mitgliedsländern aber höchst unterschiedlich gehandhabt.

Kritiker sehen hier eine moralische Schieflage: Während durch Wladimir Putins Aggression in der Ukraine Zivilisten ums Leben kommen und die Infrastruktur zerbombt wird, erholen sich russische Touristen an den Stränden und in den Ferienorten Europas. Hinzu kommen ernste Sicherheitsbedenken wegen hybrider Kriegsführung und dem potenziellen Missbrauch der Reisefreiheit.

Aus diesem Grund pochen etliche nord- und osteuropäische Länder auf einheitlichere und strengere Vorschriften. Die Anreise findet häufig über Ausweichrouten statt, beispielsweise über Istanbul, da es kaum noch direkte Flugverbindungen gibt. Ein erteiltes Schengen-Visum erlaubt dann die uneingeschränkte Bewegung in den meisten Mitgliedsstaaten. Deutschland selbst ist bei der Visa-Erteilung im Vergleich zu den südeuropäischen Nationen wesentlich restriktiver.

Die Auseinandersetzung offenbart die tiefen Gräben innerhalb der EU: Die finanziellen Interessen der Tourismusbranche prallen auf politische und sicherheitsrelevante Überlegungen. Eine grundlegende Neuordnung der Visa-Regelungen wird weiterhin verhandelt. (red)

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