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Eine Stunde Halbzeitpause?Mega-Show mit Superstars droht WM-Finale zu killen

Shakira bei der Eröffnungsfeier der WM 2026 in Mexiko.

Copyright: Eduardo Verdugo/AP/dpa

Shakira bei der Eröffnungsfeier der WM 2026 in Mexiko.

Aktualisiert:

Riesen-Zoff ums WM-Finale! Wegen einer Super-Bowl-Show mit Justin Bieber fürchten Fans um die Seele des Fußballs.

Die Fifa plant eine gigantische Show zur Halbzeit, doch die Fußballfans sind alarmiert. Verwandelt sich das wichtigste Spiel des Jahres wegen einer Star-Parade in ein reines Entertainment-Event?

Der kommende Sonntag markiert den Gipfel der Weltmeisterschaft im Fußball, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. Das Endspiel steigt im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey. Zum allerersten Mal in der Turnierhistorie wird es eine riesige Pausenshow geben, die sich am amerikanischen Super Bowl orientiert.

Pop-Alarm im Finale: Justin Bieber und weitere Superstars auf der Bühne

Die Bekanntgabe der prominenten Künstlerriege hat schon vorab für heftige Debatten gesorgt. Viele Stimmen warnen vor einer fortschreitenden Amerikanisierung des Sports, wodurch die eigentliche Essenz des Fußballs verloren gehen könnte.

Die Liste der auftretenden Musiker klingt wie ein Festival-Programm, seit letzte Woche die Teilnahme des kanadischen Pop-Idols Justin Bieber bestätigt wurde. Schon vor ihm wurden Madonna, Shakira sowie die K-Pop-Formation BTS als Teil des geplanten Mega-Events gehandelt.

Die Inszenierung übernimmt Chris Martin von der Band Coldplay und das Konzept lehnt sich an die in den Vereinigten Staaten etablierten Pausen-Shows des Super Bowl, dem Endspiel der NFL, an. Die Produktion von Global Citizen verfolgt zudem das Ziel, Gelder für Bildungsprojekte zu sammeln – ein ehrenwerter Zweck, der an Live Aid denken lässt.

Veranstalter Hugh Evans unterstreicht die Achtung vor dem Sport: Der musikalische Auftritt an sich ist auf eine Dauer von elf Minuten beschränkt, zusätzlich sind rund vier Minuten für die Bühnenlogistik eingeplant. Die Pause zur Halbzeit soll somit die üblichen 15 Minuten nicht überschreiten. Auch der Rasen soll dabei geschont werden.

Trotzdem kocht die Diskussion hoch. Zahlreiche Anhänger und Experten verweisen auf das Finale der Klub-WM 2025 am gleichen Ort, als eine ähnliche Darbietung etwa 25 Minuten in Anspruch nahm. Inzwischen gibt es sogar Befürchtungen einer einstündigen Pause, die ein erneutes Aufwärmen der Teams erfordern würde. Fachleute aus dem Fußballumfeld mahnen, dass ausgedehnte Unterbrechungen die Athleten abkühlen lassen, den Spielfluss stören und am Ende die Unterhaltung über einen fairen Wettbewerb heben.

Angst vor XXL-Unterbrechung: Macht die Show den Sport kaputt?

Die Gegenseite argumentiert, ein WM-Endspiel sei ein weltweites Ereignis, das auch neue Zuschauergruppen fesseln müsse. In den Vereinigten Staaten sind prunkvolle Pausenshows ein fester Bestandteil der Kultur bei großen Sport-Events. Die Fifa verspricht sich davon größere Zuschauerzahlen und höhere Profite, ohne die sportliche Natur zu beeinträchtigen. Es wird sich zeigen, ob der enge Zeitplan tatsächlich eingehalten werden kann. Das Endspiel wird ab 21 Uhr MESZ live auf Sendern wie dem ZDF und bei MagentaTV gezeigt.

Diese Auseinandersetzung offenbart einen tiefen Konflikt: Soll der Fußball in seiner reinen Form bestehen bleiben oder zu einem allumfassenden Unterhaltungsprodukt werden? Langjährige Anhänger befürchten eine graduelle Aushöhlung des Sports, der durch Trinkpausen und andere Stopps bereits zerstückelter erscheint. Die Veranstalter geloben, das Gleichgewicht zu halten. Am Sonntag wird man sehen, ob die elfminütige Darbietung nur eine Randnotiz bleibt oder den Rhythmus des Endspiels vorgibt. (red)

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