Erst Gary Lineker, dann Michael Owen. Der deutsche Fußball bekommt es derzeit von englischen Experten voll ab.
„Verfolge sie jetzt intensiver“Ehemaliger England-Star lästert über die Bundesliga

Copyright: IMAGO/Pro Sports Images
Michael Owen ist kein Fan der Bundesliga.
Vor dem WM-Sechzehntelfinale zwischen Deutschland und Paraguay hat England-Legende Gary Lineker die deutsche Mannschaft kritisiert. Ein anderer ehemaliger Nationalspieler knöpft sich stattdessen die Bundesliga vor.
Wenn es nach Michael Owen geht, hätte sich Harry Kane, den Owen als besten Stürmer in der englischen Geschichte bezeichnete, den Wechsel in die Bundesliga sparen können.
Owen kann Kanes Wechsel zu den Bayern schwer nachvollziehen
„Mein einziger Kritikpunkt an Harry ist sein Wechsel zu Bayern München. (...) Seine Spielweise ist so reif: wie er sich ins Mittelfeld fallen lässt, Angriffe einleitet und sie dann auch selbst abschließt. Aber gemessen an seiner Karriere, ist er besser als die Bundesliga“, schrieb Owen in einer Kolumne der „Daily Mail“.
Vom Niveau der Bundesliga hält der 89-malige englische Nationalspieler nicht viel. „Wegen Harry verfolge ich die Liga jetzt intensiver, und abgesehen von den Bayern ist das Niveau dort sehr durchschnittlich. Woche für Woche spielt er in einer Mannschaft, die den Ballbesitz und das Spielgeschehen dominiert und sich Chance um Chance erspielt“, so Owen. Bundesliga-Meisterschaften mit München zu gewinnen, seien kein wirklicher Maßstab, „denn die Bayern gewinnen diese Titel ohnehin fast immer“.
Für Owen wäre es die größere Leistung gewesen, erfolgreichster Torschütze in der Geschichte der Premier League zu werden. „Nach Ablauf seines Vertrags bei Tottenham hätte er sich zudem seinen nächsten Verein aussuchen können. Manchester United hätte Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um ihn zu verpflichten. Wahrscheinlich hätte er schon vor Erling Haalands Wechsel zu Manchester City dorthin gehen sollen“, kritisierte Owen.
Das ändere aber nichts an Owens Wertschätzung für Kane. „Manche Spieler bringen Anlagen mit, die man schlichtweg nicht erlernen kann: eine enorme Schnelligkeit, eine außergewöhnliche Balance. Doch Harrys größte Gabe ist nicht körperlicher, sondern mentaler Natur“, betont der frühere Liverpool-Stürmer. Bei ihm sei nichts Zufall. „Er hat sich selbst geformt.“
Kane ist mit 82 Treffern Englands Rekordtorjäger. Beim 2:0 im letzten WM-Gruppenspiel gegen Panama erzielte er zudem sein elftes WM-Tor, womit er Gary Lineker (10) endgültig übertraf.
Lineker hatte am Wochenende für Aufsehen gesorgt, weil er gesagt hatte, dass Frankreich in einem möglichen Achtelfinale gegen Deutschland „problemlos“ ins Viertelfinale einziehen würde.
„Ich glaube – auch wenn ich mich irren kann –, dass dies eine der schwächsten deutschen Nationalmannschaften ist, die ich je gesehen habe“, so der heutige TV-Moderator, der einst den Spruch prägte: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.“ (are/dpa)
