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Trainer-Legende packt ausDick Advocaat über Gladbach-Zeit und WM-Duell gegen DFB-Elf

Dick Advocaat

Copyright: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Dick Advocaat ist mit 78 Jahren der älteste Trainer bei der WM. (Archivbild)

Trainer-Fuchs Advocaat (78) will mit Curaçao das DFB-Team ärgern

Er ist 78, coacht einen Fußball-Underdog und bekommt es zum Start direkt mit Deutschland zu tun. Für Trainer-Legende Dick Advocaat wird die WM mit Curaçao zur emotionalsten Mission seiner Karriere. Er spricht über das Wunder, seine Zeit in Gladbach und eine Weihnachtskarte, die alles sagt.

Dick Advocaat, mit 78 Jahren ein Veteran des Geschäfts, hat schon viel gesehen. Diese Weltmeisterschaft ist aber auch für ihn einzigartig. Mit dem Inselstaat Curaçao gelang ihm die Sensation: die Qualifikation für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Ein Triumph, der auf einem ganz speziellen Fundament steht.

„Ganz klar der Teamspirit. Der ist überragend“, verrät Advocaat das Erfolgsrezept. Der Weg war jedoch alles andere als einfach. „Als ich angefangen habe, wollte die Hälfte der Mannschaft gar nicht spielen.“ Viele träumten stattdessen von einer Laufbahn im Oranje-Trikot. „Unsere Möglichkeiten sind sehr beschränkt. Das macht es so besonders, dass wir bei der WM dabei sind.“

„Warum nicht Curacao?“: Der Underdog will schocken

Die Marschroute für das Turnier ist deutlich: Curaçao will zum Albtraum der Favoriten werden. „Wir wollen es jedem Gegner so schwer wie möglich machen“, kündigt der erfahrene Coach an. „Und wir sind sicherlich nicht chancenlos. Es steckt sehr viel Ehrgeiz in dem Team.“

Advocaat ist sich der qualitativen Nachteile bewusst, doch er vertraut seinen Spielern. „Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen. Jeder kann überraschen. Warum nicht Curacao? Und eine Überraschung kann schon reichen, um weiterzukommen.“ Die Hoffnung lebt, auch dank des Turnierformats, das vielen Gruppendritten eine Chance lässt. „Wenn du dreimal Remis spielst, kann das schon reichen.“

WM-Auftakt gegen DFB-Team: „Fantastisch!“

Die Auslosung bescherte dem Team eine explosive Aufgabe: Das erste Spiel findet gegen Deutschland statt. Für Advocaat ist das aber kein Grund zur Sorge, ganz im Gegenteil. „Dass es gleich zu Beginn gegen Deutschland geht, ist doch fantastisch“, meint er. „Ja, warum nicht? Da wissen wir gleich, wo wir stehen.“

Seinen Respekt vor der deutschen Nationalmannschaft hat er dabei keineswegs eingebüßt. „Deutschland ist natürlich klarer Favorit in der Gruppe. Sie sind noch immer ein großes Fußballland. Ich habe noch immer großen Respekt vor Deutschland. Die Bundesliga ist eine tolle Liga mit tollen Stadien.“

„Bekomme noch heute eine Weihnachtskarte von der Borussia“

Eine besondere Verbindung hat er zur Bundesliga. In der Vergangenheit coachte er Borussia Mönchengladbach – eine kurze, aber denkwürdige Episode. „Zu der Zeit war in Gladbach gerade das neue Stadion fertig geworden. Das bedeutete, dass das ganze Geld in diesem Stadion steckte“, blickt er zurück.

Er pochte auf Verstärkungen, da er nicht permanent um den Klassenerhalt kämpfen wollte. Schließlich wurde er von Horst Köppel ersetzt. Groll hegt er aber keinen, im Gegenteil. Advocaat enthüllt ein herzerwärmendes Detail: „Ich bekomme noch heute eine Weihnachtskarte von der Borussia. Auch wenn es eine kurze Zeit war, war es ein tolles Erlebnis.“

Advocaats Urteil zu Neuer (40): „Immer noch ein Weltklasse-Torwart“

Er beobachtet auch die deutsche Auswahl genau – insbesondere Manuel Neuer (40). „Manuel Neuer ist ein großartiger Sportler. Auch mit 40 Jahren sieht er noch fantastisch aus“, zeigt sich Advocaat begeistert. Die Debatten um dessen Comeback im Nationaltor sind für ihn unverständlich.

„Er ist immer noch ein Weltklasse-Torwart, das hat er zuletzt in der Champions League gegen Real Madrid wieder bewiesen.“ Die Entscheidung von Julian Nagelsmann hält Advocaat für absolut nachvollziehbar: „Ich kann total verstehen, dass er ihn zurückgeholt hat.“

Dramatische Rückkehr nach schwerer Zeit

Hinter dem Trainer liegt eine persönlich fordernde Phase. Das entscheidende Qualifikationsspiel gegen Jamaika verpasste er aufgrund der Erkrankung seiner Tochter. „Das war verdammt schwer. Es war das größte Spiel in der Fußball-Geschichte von Curaçao. Aber die Familie geht vor.“

Sein zwischenzeitlicher Abschied und die schnelle Wiederkehr sorgten für Diskussionen. Advocaat stellt die Dinge klar: „Richtig ist, dass der Verband mich gefragt hat, ob ich zurückkommen will. Ich habe nicht den Verband gefragt.“

Dick Advocaat

Copyright: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Dick Advocaat will mit Fußball-Zwerg Curaçao bei der WM überraschen. (Archivbild)

Für die WM in den USA rechnet er mit extremen Verhältnissen. Er hat noch die WM 1994 in Erinnerung: „Damals haben wir um 12.00 Uhr Ortszeit in Orlando gespielt. Es war schrecklich.“ Ein Spieler musste damals sogar mit einer Sauerstoffmaske versorgt werden. Ein Vorteil für sein eigenes Team? „Nein, weil alle unsere Spieler in Europa und nicht in Curaçao spielen.“

Und wer holt den Titel, falls es nicht zur Sensation durch Curaçao kommt? Advocaat zählt die üblichen Anwärter auf: „Spanien, Frankreich, Deutschland und die Niederlande sind meine Favoriten.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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