„Frauen bitte wegschauen“ Nach Sexismus-Debatte: RTL-Experte Freund erklärt seinen Spruch

Steffen Freund bei einem Kommentatoren-Einsatz für RTL.

Steffen Freund, hier bei einem Kommentatoren-Einsatz für RTL am 7. November 2019 in Mönchengladbach, zog beim DFB-Spiel in Nordmazedonien den Zorn einiger TV-Zuschauer auf sich.

Ein Spruch von Steffen Freund bei der RTL-Übertragung des Deutschland-Spiels in Nordmazedonien sorgte für Diskussionen bei Twitter. Nun erklärte Freund seine Worte.

Skopje. Es war der schmerzhafte Tiefpunkt für Nordmazedonien bei der 0:4-Niederlage in der WM-Quali gegen Deutschland. Der Fußballzwerg verlor am Montag (11. Oktober 2021) nicht nur das Spiel gegen die DFB-Auswahl, sondern auch Mittelfeldspieler Arijan Ademi (30) wegen einer bitteren Verletzung.

Was Ex-Nationalspieler Steffen Freund (51) als Experte und Co-Kommentator aber bei der TV-Übertragung bei RTL zur Szene sagte, machte den Vorfall für einige Zuschauer aber noch einmal deutlich schlimmer.

Steffen Freund sorgt mit Verletzungs-Spruch bei DFB-Spiel für Diskussionen

Der Grund: Als die Wiederholung eingespielt wurde, kommentierte Freund flapsig: „Frauen jetzt bitte wegschauen bei dieser Zeitlupe“. Ademi hatte sich in der 22. Minute beim Versuch, Kai Havertz (22) vor dem Strafraum zu stoppen, unglücklich am Knie verletzt. Die Szene tat tatsächlich schon beim Zuschauen weh.

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Arijan Ademi liegt nach seiner Verletzung im WM-Quali-Spiel zwischen Nordmazedonien und Deutschland am Boden.

Arijan Ademi liegt nach seiner Verletzung im WM-Quali-Spiel zwischen Nordmazedonien und Deutschland am 11. Oktober 2021 am Boden.

Ob es dafür aber die unpassende Anspielung auf das demzufolge „schwache Geschlecht“ gebraucht hätte, zogen viele RTL-Zuschauer bei Twitter stark in Zweifel – und schossen sich auf Freund ein. „Hat Steffen Freund jetzt alle Latten am Zaun verloren?“, fragte ein Nutzer verärgert. Ein anderer merkte an: „Ich dachte, im Jahr 2021 sind wir über solche Klischees hinweg.“

Netz-Debatte um Steffen Freund nach Frauen-Kommentar bei RTL

Die Interessenvertretung „F_in – Frauen im Fußball“ twitterte sarkastisch: „Selbstverständlich muss das ‚zarte Geschlecht‘ wegschauen, wenn es mal etwas härter zugeht oder wehtut. Alles andere würde uns ja völlig überfordern.“

Allerdings gab es auch Kritik an der Kritik. „Es ist heutzutage so verdammt einfach, Menschen gegen sich aufzubringen. Es zeigt mal wieder, in was für einer zarten Gesellschaft wir leben, wenn ein Spruch eines Fußballkommentators auf die Goldwaage gelegt wird“, hieß es in einem Tweet. Einige Zuschauer bewerteten die Aufregung ebenfalls als überzogen.

Freund erklärt seinen Frauen-Spruch bei Twitter

Mittlerweile hat sich auch Steffen Freund selbst zu den Vorwürfen im Netz geäußert, indem er seinen Spruch mit persönlichen Erfahrungen rechtfertigte. Bei Twitter ließ er seine Follower wissen: „Bei der Verletzung von Ademi hab ich übrigens einfach an meine Frau denken müssen, die solche Zeitlupen, wie ich auch, nur sehr schlecht ertragen kann. Ich hoffe nur, dass Ademi sich nicht zu schwer verletzt hat und wünsche ihm gute Besserung.“

Die Sexismus-Debatte ist übrigens nicht die erste, die Freund Kritik einbringt: Im November 2020 stellte er eine scheinbare Korrelation zwischen den Leistungen von Nabil Bentaleb (26, Algerien) und Amine Harit (24, Marokko) und ihren jeweiligen Heimatländern her. Auch damals entschuldigte sich Freund im Nachgang für seine Worte.

Dass die deutsche Mannschaft sich mit dem 4:0 in Skopje souverän zur WM schoss, ging bei der Debatte fast ein wenig unter. Dabei gab es einen Aufreger, der keine zwei Meinungen zuließ: Joshua Kimmich (26) wurde in der ersten Halbzeit bei mehreren Eckstößen von einem Laserpointer geblendet. Auch nach einer Ansage des Stadionsprechers ließ sich der Übeltäter auf der Tribüne nicht beirren, blendete Kimmich kurzerhand erneut. (bc)

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