Dicke Luft rund um das DFB-Team! Zwei TV-Experten knöpfen sich den Bundestrainer vor.
„Nicht nachvollziehbare Treue“Experten-Wut auf Nagelsmann – Effenberg versteht Sané-Pfiffe
Mächtig Gegenwind für Julian Nagelsmann! TV-Experte Dietmar Hamann nimmt sich den Bundestrainer zur Brust. Auch Stefan Effenberg schüttelt den Kopf.
Im Zentrum der heftigen Kritik steht der Umgang mit Angreifer Deniz Undav. Nagelsmanns Erklärung, warum der Stürmer vom VfB Stuttgart gegen Ghana (2:1) anfangs nur auf der Ersatzbank saß, können weder Hamann noch Effenberg nachvollziehen.
Effenberg über Sané-Pfiffe: „Zuschauer haben ein feines Gespür“
Nagelsmann beschrieb Undav als einen hervorragenden Joker. Allerdings würde ihm bei einem Start von Anfang an die „Kreativität ein bisschen flöten“ gehen, falls er zu Spielbeginn zu viel ackern müsse. Eine Argumentation, die Hamann nicht gelten lassen will. „Jetzt ist es so, dass er ihm unterstellt, dass er diese 70 Minuten vorher nicht spielen kann, sagte Hamann bei Sky. Dabei erziele Undav beim VfB „ja nicht alle Tore als Joker“.
Der frühere Nationalspieler Hamann malte ein düsteres Bild für die Weltmeisterschaft: „Wenn wir bei der WM bei 40 Grad spielen – und du erarbeitest dir in den ersten Minuten so wie gestern drei, vier Chancen, und du machst sie nicht rein – dann ist der ganze Aufwand umsonst.“ Mit Undav von Beginn an hätte die DFB-Elf gegen Ghana schnell mit 2:0 führen können, argumentierte Hamann weiter, denn: „Der effektivste vor dem Tor ist er.“
Nick Woltemade ist bei Newcastle United seit Wochen außer Form, Kai Havertz kämpft sich nach einer langen Verletzung erst noch in Form. Was passiert, wenn beide bei der WM nicht auf ihrem Leistungsniveau sind? Hamanns knallharte Prognose: eine peinliche Kehrtwende für den Bundestrainer. „Und dann bringst du dich in eine Situation, wo du zurückkriechen musst“, warnte Hamann eindringlich. „Wo du sagen musst: Übrigens Undav, ich hab’ das nicht so gemeint.“
Der Bundestrainer bringe „eine Schärfe rein, ohne Grund“, bemängelte Hamann sichtlich irritiert. Nagelsmann hatte Undav zwar für das entscheidende Tor zum Sieg gegen Ghana gelobt, ihm aber davor eine schlechte Leistung bescheinigt – eine Bewertung, die bei vielen Fans im Netz für großes Unverständnis sorgte. Zudem stellte er klar, dass für Undav auch bei der WM nur eine Jokerrolle vorgesehen hat.
Das rief auch Effenberg auf den Plan. „Damit macht sich Nagelsmann völlig ohne Not angreifbar, wenn er es ausgerechnet in wichtigen Personalfragen an Einsicht und Flexibilität vermissen lässt“, schrieb der frühere Profi des FC Bayern München in seiner Kolumne bei t-online und ergänzte: „Das war ein Fehler. Was denkt er sich dabei?“
Effenberg sieht Nagelsmann auch für die Pfiffe für Leroy Sané, die Hamann als „schandhaft“ bezeichnete, in der Verantwortung von Nagelsmann. „Ganz klar und deutlich: Das gehört sich nicht, das hat er nicht verdient“, sagte Effenberg über das Pfeifkonzert bei der Einwechslung des Galatasaray-Profis. Und doch brachte er ein gewisses Verständnis auf: „Trotzdem drückt diese Reaktion doch aber auch das feine Gespür der Zuschauer aus, dass da irgendetwas nicht passt, dass da eine Personalie nicht nachvollziehbar ist.“
Denn rein sportlich sei der Unmut durchaus begründet, so Effenberg: „Wie bei Undav auch nämlich ignoriert Nagelsmann bei Sané das von ihm doch so eindringlich betonte Leistungsprinzip und hält in einer nicht nachvollziehbaren Treue am Angreifer von Galatasaray fest. Obwohl dessen Leistungen für den Istanbuler Klub in der laufenden Saison übersichtlich sind.“ (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.


