Kurz vor Halbfinale UEFA hält sich Champions-League-Ausschluss von Real Madrid offen

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Toni Kroos (r.) beim Champions-League-Spiel von Real Madrid gegen den FC Liverpool am 14. April. Die UEFA hält sich eine Strafe gegen Real wegen der Super-League-Ambitionen offen.

Nyon – Die geplante Super League ist schon wieder Geschichte, die Mehrheit der zwölf Topklubs hat sich bereits zur UEFA und der Champions League bekannt. Real Madrid hält dagegen weiter am ambitionierten Projekt fest und vermeidet den Rückzieher – mit Folgen, wie eine Ankündigung von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin (53) vermuten lässt.

  • UEFA berät über Sanktionen für Super-League-Klubs
  • Real Madrid droht harte Strafe durch UEFA
  • Jürgen Klopp kritisiert UEFA für Reform der Champions League

„Jeder muss die Konsequenzen für seine Entscheidungen tragen und sie wissen das“, sagte der Verbandsboss, der den abtrünnigen Vereinen bereits mit dem sofortigen Ausschluss aus der Champions League gedroht hatte.

UEFA will nächste Woche Strafen gegen Real Madrid und Co. aussprechen

Zunächst hieß es, dass die UEFA bereits bei der Sitzung des Exekutivkomitees am Freitag (23. April) gegen Real Madrid, den FC Barcelona, Juventus Turin sowie den AC Mailand vorgehen könnte, die als einzige Klubs noch an der Super League festhalten. Jetzt kündigte Ceferin eine Entscheidung für die kommende Woche an.

Offen ist noch, ob die Strafen bereits mit Blick auf die laufende Saison ausgesprochen werden oder erst für die kommende Spielzeit. International ist aktuell nur noch Real Madrid vertreten, das am Dienstag (27. April, 21 Uhr) im Halbfinal-Hinspiel der Champions League den FC Chelsea empfängt. Droht Real doch noch der kurzfristige Ausschluss?

Ceferin jedenfalls bekräftigte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP seinen Willen zu harten Sanktionen: „Es wäre gut, wenn wir sehen würden, was bestimmte Ligen tun können, was die Verbände tun können und was die UEFA tun kann.“ Der Möglichkeit eines Rausschmisses aus dem laufenden Wettbewerb erteilte er keine Absage.

Aleksander Ceferin will Entscheidung zwischen Champions League und Super League

Bei der Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am vergangenen Freitag sei man übereingekommen, sich mit den betroffenen nationalen Verbänden und Ligen in Verbindung zu setzen. „Das werden wir nächste Woche machen, sagte Ceferin.

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UEFA-Präsident Aleksander Ceferin am Dienstag beim UEFA-Kongress in Montreux. 

Es sei absolut klar, dass die Vereine entscheiden müssten, ob sie „in der Super League oder ein europäischer Verein“ seien. „Wenn sie in der Super League sind, dann können sie natürlich nicht in der Champions League sein.“

Real Madrids Präsident Florentino Pérez (74) zeigte sich überrascht von der vehementen Kritik, die Ceferin in den vergangenen Tagen immer wieder geäußert hatte. „Alles, was passiert ist, war bedauerlich, mit Beleidigungen und Drohungen. Wir waren von seiner Gewalt überrascht“, sagte der Unternehmer am Samstag in einem Interview mit der spanischen Sport-Tageszeitung „AS

Auch Juventus Turin zeigte sich von den Drohgebärden der UEFA wenig beeindruckt. „Wir sind abgeklärt hinsichtlich dessen, was die UEFA entscheiden wird“, sagte Trainer Andrea Pirlo (41) am Samstag.  

Real Madrid streicht Erfolgsprämien, Jürgen Klopp kritisiert CL-Reform

Dass die Teams den warmen Geldregen der Super League gut hätten gebrauchen können, zeigt das Beispiel Real Madrid. Der Klub hat sich mit den Spielern laut „Marca“ jetzt darauf geeinigt, dass wegen der coronabedingten finanziellen Einbrüche wie schon im Vorjahr keine Prämien gezahlt werden.

Selbst bei einem Double aus Meisterschaft und Champions League müssten die Stars um Toni Kroos (31) auf erfolgsabhängige Boni verzichten.

Anders als Real und Juve hat sich der FC Liverpool inzwischen klar von der Super League distanziert. Jürgen Klopp (53) wiederholte allerdings erneut, dass die am Montag beschlossene Reform der Champions League nur das kleinere Übel und längst keine Wunschlösung für ihn sei.

Klopp tobte: „Die UEFA hat uns nicht gefragt, die Erfinder der Super League haben uns nicht gefragt. Niemand hat uns gefragt. Es heißt immer nur, wir sollen mehr Spiele machen. Wir müssen einfach nur liefern. Was ist der Grund? Geld!“ (bc/dpa)

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