Champions-League-Spaß verdorben Satz von Ewald Lienen trifft Fans mitten ins Herz

Lienen15.4.

Ewald Lienen, hier bei einer Talkshow in Bremen im Mai 2019, ist traurig über die Halbfinalpaarungen in der Champions League.

Köln – Ist das bitter: Das Champions-League-Halbfinale 2021 findet ohne deutschen Verein statt. Nach dem FC Bayern München ist am Mittwochabend, 14. April, auch Borussia Dortmund gescheitert. Für viele Fußball-Fans sind die Halbfinalpaarungen (ab 27. April) nun ein Stich ins Herz.

  • Champions-League-Halbfinale ohne deutsches Team
  • Real Madrid gegen FC Chelsea und Paris St. Germain gegen Manchester City
  • Ewald Lienen ist erschüttert über den Kampf der Geldgeber

Ewald Lienen (67), Ex-Trainer des 1. FC Köln, urteilt über das Halbfinale der Champions League eindeutig und sagt einen Satz, der mitten ins Herz zahlreicher Fußball-Fans trifft: „Katar spielt gegen Abu Dhabi und ein russischer Oligarch gegen den spanischen Staat. Bayern raus, Dortmund raus, Liverpool raus. Das gefällt mir alles nicht.“

Halbfinale der Champions League: Duell der Scheichs und Oligarch gegen spanischen Staat

Alles zum Thema Real Madrid

Es ist ein Kampf der Supermächtigen, in dem kleinere Vereine längst keine Rolle mehr spielen und keine Chance mehr haben.

Der FC Chelsea gehört dem russischen Milliardär Roman Abramowitsch (54, geschätztes Vermögen rund 14 Milliarden Euro), Paris St. Germain wird mit Geld gepudert von Qatar Sports Investment, Präsident des Klubs ist Nasser Al- Khelaifi, ein Geschäftsmann und ehemaliger Tennisprofi, der der verlängerte Arm von Katars Emir Tamim bin Hamad al-Thani ist. Die Königsfamilie pumpt Milliarden in das Projekt PSG mit dem Ziel die Champions League endlich zu gewinnen.

Der Premier League-Klub Manchester City gehört der „City Football Group“. Über 86 Prozent der Anteile hält die Abu Dhabi United Group Investment & Development Limited. Dahinter steckt Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan und seine Herrscherfamilie.

Real Madrid hat Schulden in Höhe von einer Milliarde Euro

Rund um Real Madrid gibt es immer wieder Vorwürfe, dass der Staat finanzielle Unterstützung leistet. Der Verein soll Schulden in Höhe von knapp einer Milliarde Euro haben. 

„Die traurige Wahrheit ist, dass die Klubkonten leer sind und es Schulden von rund einer Milliarde Euro gibt. Rechnungen, die gezahlt werden müssen", verriet der ehemalige Real-Präsident Ramon Calderon im Oktober 2020 spanischen Medien.

Eine EU-Kommission hatte Real im Jahr 2016 zu einer Rückzahlung von 18,4 Millionen Euro an den spanischen Fiskus verdonnert.

Champions League: Reform könnte alles noch schlimmer machen

Aktuell geht die Schere zwischen Arm und Reich im Fußball-Geschäft also immer weiter auseinander. Ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Es könnte alles noch schlimmer kommen.

Die Entscheidung über eine Champions-League-Reform fällt am Montag, 19. April, bei der Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees. Ab 2024 soll es eine Aufstockung von 32 auf 36 Mannschaften geben. Die Vorrunde wird dann im „Schweizer Modell“ ausgespielt, die Zahl der Spiele würde so weiter steigen.

Vom DFB am Tisch: Vizepräsident Rainer Koch. Auf ihn wächst der Druck, er soll auf jeden Fall dagegen stimmen. Das Präsidium des Zweitligisten FC St. Pauli hat in einem offenen Brief Alarm geschlagen.

„Ein positiver Beschluss über die geplanten Veränderungen ist ein Schlag ins Gesicht aller, die den Fußball, den Wettbewerb und die Sportler*innen im Fokus ihres Handelns verstehen“, hieß es. St. Pauli erwarte von Koch, „im Sinne des deutschen und europäischen Fußballs“ gegen die Reform zu stimmen.

Klubvereinigung ECA droht mit eigener Super League

Die Klubvereinigung ECA mit zahlreichen Top-Klubs droht im Hintergrund mit einer eigenen Super League. Zudem fordert die ECA ein größeres Mitspracherecht beim Verkauf und der Vermarktung der kommerziellen Rechte.

Mit der Reform soll es nicht nur mehr Geld für die Topvereine geben sondern auch mehr Sicherheit: Vier Startplätze sollen über eine Zehn-Jahres-Rangliste der Klubs vergeben werden.

So sind Vereine, die sich über die Liga einmal nicht qualifizieren, dank älterer Champions League-Erfolge trotzdem weiter in der Königsklasse dabei. Für kleine Klubs würde es also nahezu unmöglich, im Konzert der Großen mitzumischen.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.