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„Videobeweis begraben“, „Geisteskrank“ BVB raus: Hamann & Lienen rasten aus

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Dietmar Hamann fand im Sky-Studio nach der Niederlage von Borussia Dortmund gegen Manchester City am Mittwoch (14. April) klare Worte zum Videobeweis.

Unterföhring – Seit inzwischen drei Jahren gehört der Videobeweis im internationalen Fußball zum Standard – akzeptiert ist der VAR deshalb aber noch lange nicht. Woche für Woche gibt es neue Debatten, neue Unklarheiten. Nach dem strittigen Elfmeter gegen den BVB im Viertelfinale der Champions League am Mittwoch (14. April) redete sich Sky-Experte Dietmar Hamann (47) in Rage und fordert das Ende eines gescheiterten Experiments.

  • Champions League: Dietmar Hamann tobt nach Hand-Elfmeter
  • Hamann und Ewald Lienen kritisieren Video-Beweis scharf
  • Sky-Experten sehen Benachteiligung des BVB

Auslöser war erneut ein Handspiel. Die Auslegung lässt weiterhin zu viel Spielraum, dabei war für viele die Sache klar: Emre Can streifte den Ball im eigenen Strafraum mit dem Kopf, lenkte ihn dadurch an seinen Arm.

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Nach den neuen FIFA-Regeln gibt es keinen Elfmeter, wenn vorher ein bewusster Kontakt mit einem anderen Körperteil stattfindet und der Ball dann an die Hand springt. Auch der Schiri-Blog „Collinas Erben“ stützte diese Sichtweise.

Doch das Gespann um Referee Carlos del Cerro Grande (45) sah sich die Szene nach Rücksprache nicht einmal auf dem Monitor am Spielfeldrand an.

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Emre Can diskutiert nach dem Elfmeterpfiff im Spiel gegen Manchester City mit Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande.

Die Szene und der daraus resultierende Ausgleich durch Riyad Mahrez (30) brachte den BVB zehn Minuten nach Wiederbeginn komplett aus dem Tritt. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte Borussia Dortmund im Halbfinale gestanden, nach dem 1:1 machte City das Weiterkommen ohne größere Mühen perfekt. Auch wegen der entscheidenden Tragweite setzte Hamann nach Spielschluss zu einer Wutrede im Sky-Studio an.

Dietmar Hamann schießt nach Dortmunder Niederlage gegen den Videobeweis

„Sie wurden meiner Meinung nach durch eine skandalöse Entscheidung um den Lohn ihrer Arbeit gebracht“, polterte der Ex-Nationalspieler über den Pfiff gegen den BVB: „Die Regel lässt keinen Interpretationsspielraum zu.“

Doch Hamann stellte nicht nur die Entscheidung vom Mittwoch infrage, sondern die grundsätzliche Sinnhaftigkeit des VAR. „Wir haben den Videobeweis vor drei Jahren reingebracht, um die Sache gerechter zu machen. Wenn wir solche Sachen nicht zurücknehmen, dann weiß ich nicht, ob der Videobeweis Zukunft hat, ob das so weitergehen kann oder soll.“

Später wurde der frühere England-Legionär sogar noch deutlicher und urteilte: „Der Videobeweis wurde für mich heute begraben. Wenn das nach drei Wochen passiert, okay. Aber nach drei Jahren in so einem Spiel, da habe ich kein Verständnis für.“

Auch Ewald Lienen kritisiert bei Sky Videobeweis und Schiri-Entscheidungen

Ewald Lienen ärgerte sich über die Auslegung vieler Szenen, besonders die Bewertung von Handspielen nannte er in vielen Fällen „geisteskrank“. Auch er beklagte die gewaltige Tragweite strittiger Aktionen: „Diese ganzen Hand-Situationen sind für mich lächerliche Geschichten, die Spiele, Meisterschaften entscheiden. Das ist albern.“

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Dietmar Hamann (2.v.r.) und Ewald Lienen (r.) waren sich in ihrer kritischen Meinung zum Videobeweis nach der BVB-Niederlage am Mittwoch (14. April) einig.

Auch das aberkannte BVB-Tor aus dem Hinspiel ärgerte den früheren Aufstiegs-Trainer des 1. FC Köln. Damals hatte Jude Bellingham (17) Torhüter Ederson (27) den Ball vom Fuß gespitzelt, der Brasilianer traf anschließend in der Schussbewegung den Fuß des Dortmunders.

Wegen eines vermeintlichen Fouls wurde der Youngster zurückgepfiffen, als er den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste – eine weitere Entscheidung, die den BVB letztlich den Halbfinal-Einzug kostete. (bc)

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