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„Beeinflusst die nächsten Wochen“Gladbacher Derby-Verdacht: DFB sorgt für Kehrtwende

Aktualisiert

Der DFB hat zwei Wochen vor dem Derby Sperren gegen einen Gladbacher und einen Kölner verhängt. 

Derby-Frust beim 1. FC Köln, Derby-Lust bei Gladbach? Zumindest in einer Hinsicht unterscheiden sich seit diesem Montag die Vorzeichen bei beiden Klubs: gesperrte Spieler.

Der DFB verhängte nach diversen Platzverweisen am 25. Spieltag nun die entsprechenden Sperren. Für den Kölner Jahmai Simpson-Pusey (20) gab es nach seinem harten Einsteigen gegen BVB-Profi Maximilian Beier bei der Niederlage des FC gegen Borussia Dortmund eine Zwei-Spiele-Sperre.

DFB verzichtet auf längere Sperre bei Gladbach-Star

Der FC dürfte damit wohl gerechnet haben, denn das ist beim DFB der gängige Kurs bei rotwürdigen Vergehen, die aber nicht als außergewöhnlich schwerwiegend betrachtet werden. Trotzdem bitter: Der junge Engländer fehlt Köln damit in den immens wichtigen Spielen beim Hamburger SV (Samstag, 18.30 Uhr) und eine Woche später zu Hause gegen den Erzrivalen aus Gladbach.

Auch Rocco Reitz (23) flog am vergangenen Spieltag vom Platz. Bei der 1:4-Niederlage der Fohlen beim FC Bayern München hatte Reitz, der Stellvertreter des verletzten Kapitäns Tim Kleindienst (30), Bayern-Stürmer Nicolas Jackson (24) im Strafraum gehalten. Wegen Vereitelung einer klaren Torchance gab es dafür nicht nur einen Elfmeter, sondern auch Rot.

Bei den Gladbach-Verantwortlichen sorgte das für großen Ärger. Trainer Eugen Polanski (39) nannte den Entscheidungsverlauf in der kniffligen Szene, „erst Vorteil, dann Elfmeter und Rot, extrem hart“.

Der Platzverweis schmerzte die Gladbacher vor allem wegen der drohenden Sperre eines ihrer Schlüsselspieler. „Das beeinflusst die nächsten Wochen“, so Polanski. Auch Sportdirektor Rouven Schröder ließ durchblicken, dass er damit rechnete, dass Reitz dem Verein auch im Derby fehlen würde. Doch für ihn und Reitz gab es am Montag gute Nachrichten. Der DFB sprach gegen den Gladbacher lediglich die Mindestsperre von einem Spiel aus – wohl auch, weil Jamal Musiala den Elfmeter verwandelt hatte und die Notbremse somit unwirksam blieb.

Im wichtigen Duell gegen den FC St. Pauli muss Reitz damit am kommenden Freitag zwar zuschauen, eine Woche später im Derby in Köln darf das Gladbacher Eigengewächs aber wieder mitwirken.

Allerdings gibt es um die Identifikationsfigur der Borussen noch anderweitigen Wirbel: Reitz soll sich mit RB Leipzig auf einen Wechsel im Sommer geeinigt haben. Bei den Fans kommt diese Entscheidung naturgemäß nicht gut an. Der 23-Jährige steht in Gladbach noch bis 2028 unter Vertrag, besitzt dort dem Vernehmen nach eine Ausstiegsklausel. Diese soll bei etwa 25 Millionen Euro liegen, Leipzig möchte den Preis aber frei verhandeln und weniger zahlen. (mit dpa)

Zweikampf zwischen Rocco Reitz und Nicolas Jackson.

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