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„Dann kann ich auch Schach spielen“Aufreger-Szene um BVB-Profi – Matthäus schreit los

Nico Schlotterbeck jubelt mit geballter Faust.

Copyright: AFP

Nico Schlotterbeck beim Spiel von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern.

Aktualisiert

Im Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern kam es in der ersten Halbzeit zu einer Aufreger-Szene um BVB-Profi Nico Schlotterbeck.

Aufreger-Szene im Klassiker! Am Samstagabend (28. Februar 2026) stand in der Bundesliga die Partie zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund (3:2) auf dem Programm.

BVB-Coach Niko Kovac hat nach dem Champions-League-Debakel gegen Atalanta Bergamo (1:4) gleich fünf Wechsel in der Anfangsformation vorgenommen. Unter anderem ließ er Ramy Bensebaini aufgrund der Fastenzeit auf der Bank – für ihn startete Abwehrchef Nico Schlotterbeck.

Schlotterbeck mit heftigem Einsteigen gegen Josip Stanisic

Der war in der 18. Minute in eine strittige Szene involviert. Schlotterbeck setzte zu einer Grätsche an und traf Josip Stanisic mit offener Sohle am Knöchel. Der Bayern-Star fiel zu Boden und hatte offensichtlich starke Schmerzen.

Sofort forderten seine Teamkollegen die Rote Karte, doch Schlotterbeck hatte Glück und kam mit einer Gelben davon. Der Nationalspieler hatte vor dem Foul noch den Ball touchiert und kam dadurch mit einer Verwarnung davon. Glück für den BVB!

Dennoch war es ein heftiger Treffer, was auch Lothar Matthäus nicht entging. Bei erneutem Anblick des Fouls schrie der TV-Experte auf. Kommentator Wolff-Christoph Fuss und er einigten sich am Ende jedoch darauf, dass die Gelbe Karte trotz des Trefferbildes in Ordnung ging.

Das sahen die Spieler des FC Bayern sowie die Fans natürlich anders. Und dann wurde es für den deutschen Rekordmeister besonders bitter: Nur acht Minuten später traf Schlotterbeck zur Führung für den BVB. Daniel Svensson brachte eine Flanke in den Strafraum, wo der Verteidiger per Kopf zum 1:0 traf.

Am Ende konnten sich die Bayern in einem wilden Duell den Sieg sichern (2:3). Harry Kane (54. Minute/70., Foulelfmeter) und Joshua Kimmich (88.) trafen für die Gäste. Daniel Svensson (83.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Hausherren.

Nach dem Spiel erklärte Schlotterbeck bei Sky zu der Aktion: „Ich habe gefühlt, dass ich erst am Ball war und ihn dann schon ordentlich getroffen habe. Es sieht sau unglücklich aus in meinen Augen. Man sieht, dass ich über den Ball ausrutsche. Sonst treffe ich ihn auch nicht am Schienbein, sondern gehe unten durch.“ Gleichzeitig fügte er an: „Ich glaube, dass man das schon rot geben kann, und dann hatte ich ein bisschen Glück.“ 

Nach seinem Tor sprang Schlotterbeck auf die Bande und jubelte dann mit den Fans. Sky-Moderator Sebastian Hellmann verwies darauf, dass in den Regeln niedergeschrieben ist, dass kein Sicherheitsrisiko durch derartige Jubel entstehen darf. Sollte es dazu kommen, können Spieler eine Gelbe Karte dafür sehen.

„Ich wollte gar nicht über die Bande, sondern nur auf die Bande springen. Ich habe dann das Gleichgewicht verloren. Man sieht ja auch, ich will dann direkt wieder zurück“, so der BVB-Profi: „Ich sag dir ehrlich, dann spiele ich irgendwann Schach, weil wenn ich dafür eine Gelbe bekomme, dann hört es auch auf. Wenn ich auf den Zaun springe, ist es etwas anderes, aber über eine Bande springen – da kannst du kein Gelb geben.“ Schiedsrichter Sven Jablonski zeigte dem DFB-Star auch keine Verwarnung für die Aktion. 

Emre Can liegt verletzt auf dem Boden.

„Extrem bitter“

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