Reus-Treffer reicht nicht zum Remis BVB mit Schiri-Frust und Last-Minute-Schock

Foden-Sieg

Der Schock in der 90. Minute: Phil Foden (l.) trifft doch noch zum Sieg für Manchester City gegen Dortmund.

Manchester – Ist das bitter, BVB! Das Champions-League-Wunder war schon so greifbar. Marco Reus (31) hatte mit seinem Tor sechs Minuten vor dem Ende zum 1:1 bei Manchester City die Chance auf den Halbfinal-Einzug in der Champions League enorm vergrößert, doch in der Schlussminute schlug Phil Foden doch mit dem Siegtreffer zu.

  • Borussia Dortmund unterliegt knapp bei Manchester City
  • Schiedsrichter Hategan mit schwacher Leistung
  • Zorc glaubt weiter an Verbleib von Erling Haaland

Dennoch: Diese Aufgabe schien für Borussia Dortmund eigentlich unüberwindbar. Im Rückspiel am kommenden Mittwoch in Dortmund hat die Borussia trotz der Niederlage noch alle Karten in der Hand. Bisher hat sich Pep Guardiola (50) noch nie mit Manchester für ein Königsklassen-Halbfinale qualifizieren können.

BVB-Trainer Edin Terzic setzte auf Ansgar Knauff in Startelf

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Für eine dicke Überraschung sorgte BVB-Trainer Edin Terzic (38) bei seiner Startelf. Ansgar Knauff, der vor zehn Tagen noch im Dortmunder Reserve-Team gegen Fortuna Düsseldorf II in der Regionalliga spielte, und bisher für die BVB-Profis nur drei Kurzeinsätze hatte, durfte eine neue Bestmarke setzen. Mit 19 Jahren und 86 Tagen ist er nun Dortmunds jüngster deutscher Startelf-Spieler in der K.o.-Phase der Königsklasse. „Wir hoffen, dass er der ganzen Welt zeigen kann, wie schnell er ist“, lautete der Plan des Trainers.  

Emre Can leitete Führung für Manchester City ein

Der Jungstar nutzte seine Gelegenheit, zeigte 63 ordentliche Minuten, ehe er für Giovanni Reyna vom Platz musste. Im Mittelpunkt standen aber andere. Zum einen Emre Can und vor allem Schiedsrichter Ovidiu Hategan (40). Nach ordentlicher Dortmunder Anfangsphase servierte Can den Gastgebern die Führung. Der Nationalspieler leistete sich Höhe der Mittellinie einen Fehlpass auf Riyad Mahrez. Dann ging es ganz schnell, Kevin De Bruyne vollendete einen Highspeed-Angriff zum 1:0 (19.).

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Kevin De Bruyne trifft zum 1:0 für Manchester City gegen Borussia Dortmund.

Elf Minuten später traf Can Rodrigo im Strafraum leicht am Knie. Der Spanier hielt sich theatralisch das Gesicht, ging zu Boden, und der Unparteiische zeigte auf den Elfmeterpunkt. Der Video-Assistent kassierte die Fehlentscheidung ein. Weil sich Can vorher beschwerte, blieb die Gelbe Karte für den Defensivspieler des BVB aber bestehen. Die Schauspielerei des City-Profis wurde durch den Rumänen aber nicht bestraft. „Wenn Emre Can Gelb kriegt wegen Unsportlichkeit, dann muss der City-Spieler ebenfalls Gelb kriegen, da er einen Tritt ins Gesicht vorgetäuscht hat“, urteilte Sky-Experte Dietmar Hamann (47).

Bellingham-Tor

Die Fehlentscheidung: Jude Bellingham spitzelte den Ball an Ederson vorbei, Schiedsrichter Hategan sah da ein Foulspiel.

In der 37. Minute der nächste Aussetzer des Schiris. Den Ausgleich von Jude Bellingham gab er nicht, weil er ein Foulspiel an Keeper Ederson erkannt haben wollte. Der 17-Jährige war aber früher am Ball und legte diesen am Torwart vorbei. Da der Treffer nach dem viel zu schnell erfolgten Pfiff fiel, konnte der VAR diesen Irrtum nicht korrigieren. Dortmunds verletzter Flügelflitzer Jadon Sancho machte seinem Frust via Twitter Luft: „Dieser Referee muss überprüft werden“, schrieb er.

Aber: Der BVB zeigte Kampfgeist. Haaland begann den zweiten Durchgang mit einer Top-Chance im Duell mit Ederson (48.). Aber auch Phil Foden hatte eine dicke Chance auf dem Schlappen, Marwin Hitz parierte aber stark (65.). Dann folgte die irre Schlussphase: Belllingham spielte Haaland an, der leitete auf Reus weiter und der Kapitän schlug zum 1:1 zu (84.). Mit seinem 18. Treffer in der Königsklasse ließ der Kapitän Robert Lewandowski als bisherigen Top-Torschützen hinter sich. Doch in der 90. folgte der Schluss-Schocker: Gündogan legte für Foden auf – 2:1.

Reus-Tor-City

Dieses Tor kann noch Gold wert sein: Marco Reus erzielte in Manchester das zwischenzeitliche 1:1.

„Wir haben einen sehr guten Auftritt hingelegt. Es ist extrem ärgerlich. Wir haben alles reingeworfen. Jetzt ist das Gefühl trotz des guten Auftritts nicht so gut“, sagte Abwehrchef Mats Hummels bei DAZN. Ähnlich sah es Reus: „Das zweite Tor kurz vor Schluss war so unnötig, weil wir zwei Sekunden nicht aufgepasst haben. Taktisch ein sehr gutes Spiel von uns.“

Hans-Joachim Watzke hatte vor dem Spiel zur Mannschaft gesprochen

Gegen Pep Guardiolas Siegmaschinen (nun 27 Erfolge in den letzten 28 Pflichtspielen) zeigte die Borussia dennoch die richtige Reaktion auf die Bundesliga-Pleite. „Aki Watzke hat am Montag die Gelegenheit genutzt, mit der Mannschaft gesprochen und ist die Kritik deutlich los geworden“, berichtete Lizenzspielerchef Sebastian Kehl (41) bei Sky.

Dabei drückte den Borussen nicht nur das Ergebnis gegen die Eintracht auf die Stimmung. Es ging auch um die Körpersprache. Kapitän Marco Reus (31) etwa ging bei seiner Auswechslung sichtlich verärgert vom Feld. „Dass die Aktion am Samstag nicht sonderlich glücklich war, ist klar. Wir haben darüber gesprochen und gucken jetzt nach vorne“, sagte Kehl. Reus gab mit seinem Tor die passende Antwort.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc (58) glaubt übrigens weiter an einen Verbleib von Torjäger Erling Haaland (20). „Wir planen weiter mit ihm - unabhängig davon, wo wir am Ende landen werden“, sagte er. Auf die jüngsten Medienberichte aus Spanien über ein Treffen zwischen Haalands Vater Alf-Inge (48) und Berater Mino Raiola (53) mit Barça-Präsident Joan Laporta (58) reagierte Zorc gelassen.

Michael Zorc: Erling Haaland soll auch beim Verpassen der Champions League bleiben

Der BVB habe mit dem Vater und dem Berater bereits vor der vielbeachteten Reise ein Gespräch geführt: „Sie haben von uns eine klare Botschaft bekommen.“ Demnach soll Haaland auch gehalten werden, wenn der Bundesliga-Fünfte die Qualifikation für die Champions League verpasst. „Natürlich ist das ein riesiges Medienthema, weil Erling derzeit der begehrteste Stürmer der Welt ist“, kommentierte Zorc.

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