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Ganz magere KostVor FC-Duell: Bayer kassiert erste Europa-League-Pleite

Afonso Moreira ist enttäuscht.

Copyright: IMAGO/Vitalii Kliuiev

Die Reaktion von Afonso Moreira spricht Bände: Das war viel zu wenig von Bayer Leverkusen.

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Bayer 04 Leverkusen verliert in der Europa League mit 0:1 gegen Olympique Marseille. Nach dem schwachen Auftritt wächst der Druck vor dem Derby in Köln.

Aus und vorbei mit der weißen Weste: Bayer Leverkusen hat in dieser Europa-League-Saison zum ersten Mal verloren. Am Donnerstagabend unterlag die Werkself Olympique Marseille in einem unansehnlichen Fußballspiel mit 0:1 (0:0). Zuvor hatte Leverkusen dreimal gewonnen, und das ohne ein einziges Gegentor. Ganz anders die Franzosen: Für sie waren es nach drei Niederlagen die ersten Punkte.

Mit Blick auf die Tabelle kann Bayer den Rückschlag auf internationaler Bühne verkraften. Sorgen macht aber der Trend. Drei der vergangenen vier Pflichtspiele gingen verloren. Entsprechend groß ist der Druck vor dem Derby beim 1. FC Köln am Sonntag (15.30 Uhr, Dazn). Setzt es auch dort einen Misserfolg, geht es mit der ersten sportlichen Krise unter Trainer Carles Martínez in die Länderspielphase.

Leverkusen hat drei der letzten vier Pflichtspiele verloren

Die große Rotation, die Martínez zuletzt in den internationalen Wochen nutzte, ist mittlerweile kaum noch möglich. Nur fünf Profi-Feldspieler saßen am Donnerstag auf der Ersatzbank. Gleich sechs Akteure fehlten verletzt, besonders in der Offensive ist die Personaldecke dünn: Guéla Doué, Nathan Tella, Martin Terrier, Moussa Diaby, Eliesse Ben Seghir und Christian Kofane waren nicht dabei. Dazu kamen Kennet Eichhorn (Aufbautraining) und Victor Boniface, die beide nicht für die Europa League gemeldet sind.

Die Ausfälle waren dem Bayer-Spiel anzumerken. Allerdings muss auch die nominierte Startelf in der Lage sein, deutlich besseren Fußball zu spielen. Besser ins Spiel kamen die Gäste, die nach fünf Minuten die große Möglichkeit zur Führung hatten. Weil Edmond Tapsoba zu weit aufgerückt war, hatte Amine Gouiri im Zentrum massig Platz. Mark Flekken rettete in höchster Not mit seinem ausgestreckten Bein. Und Leverkusen? Bis zur 28. Minute dauerte es, ehe der erste Torschuss kam: Nach einem Eckball drosch Jarell Quansah den Ball meterweit übers Tor. Das sagt alles über den Auftritt der Werkself zu Beginn der Partie. Bayer 04 spielte ohne Esprit, von allem fehlte mindestens eine Prise.

Nach Gouiris Chance verflachte die Partie von Minute zu Minute mehr und mehr. Marseille, gestärkt von vier Ligasiegen in Serie, verteidigte engmaschig und war in den Zweikämpfen unangenehm. Bei Leverkusen haperte es an Präzision und Durchsetzungsvermögen. Etwas mehr Zug kam erst nach Quansahs Abschluss ins Angriffsspiel. Jetzt spielte Aleix García mit seinem begnadeten rechten Fuß mehr öffnende Pässe. Auch Ibrahim Maza kam besser in die Räume vor dem gegnerischen Strafraum, in denen er für Gefahr sorgen kann. Doch die Werkself machte es weiter zu kompliziert, so wie bei der Vorarbeit zum Schuss von Miguel Gutiérrez, der abgefälscht auf der Latte landete.

Ganz magere Europapokal-Kost bekamen die 28.758 Zuschauer zu sehen. Nach dem Seitenwechsel war von dem kleinen Strohfeuer nichts mehr übrig, richtige Torchancen erspielte sich Bayer über die gesamte Spielzeit nicht. Entschieden wurde die Partie schließlich durch einen Aussetzer, der zu diesem Spiel passte: An der Mittellinie ließ der Spanier García einen Ball zu Gouiri durchrutschen. Diesmal machte es der Angreifer besser als in der Anfangsphase und schoss den Ball aus rund 18 Metern ins lange Eck. 1:0 für Olympique (77.).

Martínez brachte noch Malik Tillman, der zuletzt von einem Teil der eigenen Fans ausgepfiffen worden war, und Montrell Culbreath. Für den Shootingstar der vergangenen Saison war es nach knapp dreimonatiger Verletzungspause das Saisondebüt. Echten Schwung brachten aber auch die beiden Offensivakteure nicht mehr ins Spiel. Spätestens als Schick in der Nachspielzeit den letzten Kopfball der Partie nicht über die Linie drückte, war die nächste Pleite besiegelt.

Um mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause zu gehen, muss die Werkself am Sonntag im Derby in Köln ein ganz anderes Gesicht zeigen. Die Werkself braucht am Sonntag im Derby ein anderes Gesicht, um mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause zu gehen. „Das Derby bringt natürlich ein gewisses Extra mit sich, und das wissen wir. Es wird wieder ein hitziges Spiel, so wie wir es letztes Jahr in Köln erlebt haben“, sagte Torwart Flekken. In der vergangenen Saison hatte Leverkusen recht schmeichelhaft mit 2:1 in Köln gewonnen. „Letztes Jahr war ich leider nicht dabei, aber ich habe es gesehen.“ (red)