Er war über Jahre der vielleicht bekannteste Co-Trainer der Bundesliga. Der deutsche Fußball trauert um Peter Hermann.
Jahrelang Heynckes-AssistentLegendärer Co-Trainer Peter Hermann ist tot

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Peter Hermann feierte als Co-Trainer große Erfolge mit Jupp Heynckes.
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Als Co-Trainer von Jupp Heynckes feierte er große Erfolge. Jetzt ist Peter Hermann im Alter von 74 Jahren verstorben.
Das teilte sein langjähriger Verein Bayer Leverkusen am Samstagabend mit. Demnach litt Hermann, der für die Werkself vor seiner Trainerkarriere auch als Profi auflief, bereits seit längerer Zeit an der Krankheit ALS.
Heynckes über Hermann: „Wir haben uns blind verstanden“
„Peter Hermann war für ganz viele Spieler, mit denen er gearbeitet hat, schlicht und einfach Bayer 04“, sagte Leverkusens Geschäftsführer Sport Simon Rolfes. „Er stand für diesen Klub wie wenige andere. Mit seiner eigenen herzlichen Art, war er immer für jeden Einzelnen da. Er hat unterstützt, gefördert und vor allem auch gefordert, um uns als Fußballer besser zu machen. Auf Peter konnte man sich verlassen.“
Verlassen auf Peter Hermann konnte sich auch Jupp Heynckes. Die beiden lernten sich 2009 in Leverkusen kennen. Heynckes nahm Hermann anschließend auch mit zum FC Bayern, wo das Duo 2013 das Triple holte.
„Peter ist ein toller Mensch mit einem wunderbaren Charakter. Er hat sehr viel Empathie, findet schnell den Zugang zu Spielern und bekommt schnell ihr Vertrauen. Das ist ganz, ganz wichtig“, sagte Heynckes einst über seinen Assistenten. „Wir haben uns blind verstanden – er war mir eine große Stütze und hat in Leverkusen und in München wesentlich zum Erfolg beigetragen. Für mich ist er in all den Jahren zu einem guten Freund geworden.“
Hermann, der 1978/79 zur Aufstiegsmannschaft von Bayer Leverkusen gehörte, wurde 1989 Co-Trainer unter seinem Freund Jürgen Gelsdorf. Dieser sagte über Hermann: „Wenn man sich anschaut, mit wie vielen Weltklassespielern er bei all seinen Vereinen gearbeitet hat, mit wie vielen tollen Trainern er vertrauensvoll gearbeitet hat und wie sie alle ausschließlich positiv über ihn sprechen, dann ist das sehr außergewöhnlich. Davor kann man nur den Hut ziehen.“
In Leverkusen war er unter anderem Assistent von Trainer-Legenden wie Dragoslav Stepanovic, Christoph Daum, Berti Vogts oder Klaus Toppmöller. Zwischenzeitlich arbeitete er auch als Interimstrainer.
Kovac erfährt bei Sky-Interview von Hermanns Tod
BVB-Trainer Niko Kovac, zu dessen Trainerteam Hermann bei den Bayern ebenfalls gehörte, wurde nach dem 1:0-Sieg von Borussia Dortmund beim VfB Stuttgart im Sky-Interview von der traurigen Nachricht überrumpelt. „Mir bleibt die Luft weg“, sagte er sichtlich schockiert. „Vor ein, zwei Monaten habe ich noch versucht, mit ihm zu sprechen, das war gar nicht mehr möglich“, berichtete er. Damals, sagte Kovac, sei Hermanns Tochter ans Telefon gegangen. „Seine Krankheit war leider unheilbar. Ich bin tieftraurig, ein guter Mensch hat uns verlassen.“ Er und Sky-Experte Lothar Matthäus umarmten sich anschließend innig.
Bayern-Präsident Herbert Hainer sagte in einer Mitteilung: „Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie, den Angehörigen und den vielen Weggefährten von Peter Hermann. Er spielte unter Dettmar Cramer, später unterstützte er mit seinem Fachwissen und seiner stets bodenständigen Art Trainergrößen wie Jupp Heynckes, Dragoslav Stepanovic oder Berti Vogts – der Fußball lebt nicht zuletzt von Persönlichkeiten wie Peter Hermann, die nicht immer im Rampenlicht stehen und dennoch dafür sorgen, dass immer alles glänzt. Das historische Triple 2013 ist auch mit seinem Namen verbunden.“
Neben Leverkusen und München waren Hermanns weitere Stationen Nürnberg, Schalke, Hamburg, Düsseldorf, Dortmund und der DFB. Der gebürtige Rheinland-Pfälzer lebte bis zu seinem Tod in Leverkusen-Opladen. (are)
