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Einfach in Kabine verschwundenBoniface-Ärger bei Leverkusen-Sieg: „Mit ihm sprechen“

Victor Boniface sitzt bei Bayer Leverkusen auf der Bank.

Copyright: IMAGO/Matthias Koch

Victor Boniface hat bei Bayer Leverkusen mal wieder für Ärger gesorgt.

Victor Boniface hoffte in Mainz auf einen Einsatz, blieb aber draußen. Wie er darauf reagierte, stößt intern bei Bayer Leverkusen auf Kritik.

84. Minute beim späteren 4:3-Sieg in Mainz. Trainer Carles Martínez zieht seine letzten beiden Wechsel: Equi Fernández und Jonas Hofmann kommen, Aleix García und Patrik Schick gehen. Damit stand fest: Victor Boniface bleibt mal wieder draußen. Und das passte dem Meisterspieler und Liebling der Fans nicht.

Loic Badé und Lucas Vázquez, die ebenfalls keine Minute bekamen, nahmen wieder auf der Bank Platz. Boniface nicht. Er marschierte direkt in die Kabine und ließ sich nicht mehr blicken. Ein Schlag ins Gesicht des Teamgeists. Robert Andrich wollte nach dem Abpfiff dazu nichts loswerden: „Dazu sage ich gar nichts. Das ist nicht meine Baustelle, um ehrlich zu sein.“ Andere äußerten sich dafür zu dem Vorfall.

Simon Rolfes spielt Boniface-Aktion herunter

Trainer Martínez stellte klar: „Ich habe das während des Spiels nicht bemerkt. Ich weiß davon nichts. Wenn es so war, werden wir mit ihm sprechen.“ Und weiter: „Ich kann verstehen, dass jeder Spieler der Mannschaft helfen möchte. Gleichzeitig gehören solche Entscheidungen zum Fußball. In diesem Moment habe ich mich für diese Einwechslungen entschieden.“

Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes wählte seine Worte mit Kalkül – er wollte die Sache in den Medien nicht größer machen, als sie ist. Erst gab es einen Spruch: „Ich weiß nicht, ob er vielleicht zur Toilette musste.“ Dann wurde er ernster: „Vielleicht ist er heute etwas zu früh in die Kabine gegangen. Beim nächsten Mal passiert das nicht.“

Der 44-Jährige ordnete den Auftritt in ein größeres Bild ein. „Grundsätzlich bin ich mit Bonis Entwicklung sehr zufrieden. In den vergangenen Monaten ist er von Woche zu Woche fitter geworden. Natürlich hat er noch Luft nach oben, und jeder Spieler möchte gern spielen. Er verhält sich aber insgesamt völlig korrekt und ist ein guter Bestandteil der Mannschaft und des Trainings“, so Rolfes.

Und: „Es gibt auch andere Dinge, die die Jungs manchmal machen und die nicht immer ideal sind. Wir wollen Spieler, die Emotionen haben. Man muss immer schauen, dass es in den Kontext der Mannschaft passt. Ich bin ein Freund davon, erst einmal mit den Jungs zu sprechen und ihnen zu sagen: Das war vielleicht nicht die cleverste Entscheidung. Dann ist es auch gut.“

Schon in den vergangenen Jahren war Boniface mehrmals durch fehlende Disziplin aufgefallen. Zuletzt gab es an seinem Verhalten aber nichts auszusetzen. Im Frühjahr hatte eine überraschend gut gelaufene Knie-OP seine Karriere gerettet, die Sommervorbereitung zog der Stürmer komplett durch. Seine Hoffnung: mehr Einsatzzeit. Am Donnerstag (18.45 Uhr) in der Europa League bei Lech Posen kann er aber gar nicht ran – für den internationalen Wettbewerb steht er nicht auf der Meldeliste.

Weil Christian Kofane mit einer Oberschenkelverletzung für die nächsten Wochen fehlt, hatte Boniface sich für Mainz wieder viel ausgerechnet. Jetzt heißt es warten – mindestens bis zum Heimspiel gegen den SC Freiburg am Sonntag (15.30 Uhr). (red)