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FC-Zeugnis Teil IIDiese Winter-Noten verdienten sich die Offensiven – Trio sticht heraus

Denis Huseinbasic und Dejan Ljubicic jubeln gegen den BVB.

Denis Huseinbasic (l.) und Dejan Ljubicic (hier am 1. Oktober 2022) gehörten in der Offensive des 1. FC Köln zu den Besten.

Nach einer kräftezehrenden ersten Saison-Hälfte samt des aufregenden Euro-Abenteuers atmet der 1. FC Köln durch. Zeit, zurückzublicken: Die EXPRESS.de-Winter-Zeugnisse mit den Noten für die Offensive.

von Jürgen Kemper (kem)Martin Zenge (mze)

Der 1. FC Köln blickt auf aufregende Monate zurück. Die Mannschaft von Steffen Baumgart (50) hat im abgelaufenen Fußball-Jahr ihre Spuren hinterlassen. Besonders die mitreißende – wenn auch am Ende glücklose – Reise durch Europa wird nachhaltig in Erinnerung bleiben. In der Bundesliga musste der FC dagegen dem eng getakteten Kalender Tribut zollen. Köln rangiert mit 17 Punkten auf dem 13. Platz – drei Zähler vor dem Relegationsrang.

Die lange Winter-Pause bietet Zeit für das große Zwischen-Zeugnis! EXPRESS.de hat den Kader unter die Lupe genommen und Noten verteilt. Im zweiten Teil geht es um die Offensive.

Diese Noten verdienten sich die Offensiv-Spieler des 1. FC Köln:

Dejan Ljubicic (25)Wo würde der FC heute stehen, wenn er sich nicht ausgerechnet im Derby gegen Gladbach verletzt hätte? Diese Frage ist müßig zu beantworten. Doch die Tatsache, dass der Österreicher zur Winterpause mit sechs Pflichtspiel-Treffern der erfolgreichste FC-Torschütze ist, obwohl er sechs Spiele verpasste, spricht Bände. Zudem liegt Kölns Punkteschnitt mit ihm (1,33) deutlich höher als ohne ihn (0,89). „Dejo“, der seinen Marktwert seit seiner Köln-Ankunft bereits mehr als verdreifacht hat, ist in seiner offensiveren Rolle noch wertvoller für den FC geworden. Umso wichtiger ist, dass Ljubicic schnell zurückkommt. Anfang Januar soll der Mittelfeldspieler wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, dann bleiben drei Wochen bis zur Liga-Fortsetzung gegen Werder Bremen.EXPRESS.de-Note: 2+

Alles zum Thema Steffen Baumgart


Denis Huseinbasic (21)Er ist der Senkrechtstarter beim FC. Das Mega-Schnäppchen (50.000 Euro Ablöse) schaffte im Nullkommanix den Sprung vom Regionalliga-Talent zum Bundesliga- und Europapokal-Torschützen. Es ist beachtlich, wie schnell der frisch gebackene U21-Nationalspieler das deutlich höhere Niveau im deutschen Oberhaus adaptiert hat. Obendrein ist der Youngster der gefährlichste Kölner, im Schnitt ist er diese Saison wettbewerbsübergreifend alle 127 Minuten an einem Treffer beteiligt. Trotz des Hypes tritt Baumgart (zu Recht) auf die Bremse. Er weiß genau, wie schnell es im Fußball gehen kann. EXPRESS.de-Note: 2

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Mathias Olesen (21)Er hätte wohl selbst nicht damit gerechnet, dass er in dieser Saison auf viele Bundesliga-Minuten kommen würde. Doch nach der Verletzung von Mark Uth wurde er gegen Frankfurt plötzlich sogar in die Startelf gespült. Baumgart schwärmte danach: „Meine Regionalliga-Spieler haben es gut gemacht.“ Neben Steffen Tigges war damit auch Olesen gemeint. Die „überragende Entwicklung“ (Baumgart) wurde durch die schwere Sprunggelenks-Verletzung aus dem Stuttgart-Spiel nach nur 148 Einsatz-Minuten jäh gestoppt. Die Frage ist, wie der Youngster im neuen Jahr aus der Verletzung heraus kommt. Für ihn gilt es nachzuweisen, dass er mehr als nur ein Notnagel sein kann.EXPRESS.de-Note: 4+


Ondrej Duda (28)Er pendelt in der Kategorie „Genie und Wahnsinn“ viel zu oft Richtung Wahnsinn. Der hoch veranlagte Einzelkönner findet sich auch nach anderthalb Jahren nicht in Baumgarts Team-Fußball zurecht. Brachte seine Mitspieler nicht selten mit haarsträubenden Ballverlusten in die Bredouille. War – zumindest in der Bundesliga – auch offensiv kein Faktor. Die ernüchternde Bilanz: 13 Spiele, keine einzige Torbeteiligung. Die zwei Tore in der Conference League sind höchstens Ergebnis-Kosmetik. Nicht auszuschließen, dass sich die Wege im Sommer trennen werden. Es wäre die letzte Chance, Geld mit dem Slowaken zu verdienen.EXPRESS-Note: 5


Mark Uth (31)Er ist der Pechvogel der Saison beim 1. FC Köln. Der Porzer ist quasi die gesamte Saison zum Zuschauen verdammt. Musste sich Mitte Dezember bereits seiner zweiten Schambein-Operation binnen weniger Monate unterziehen. Der Ausfall des ehemaligen Nationalspielers ist besonders bitter, da Uth einer der wenigen Unterschiedsspieler im Kölner Kader ist. Baumgart hofft, dass der Zehner im März wieder fit ist. Der Publikumsliebling könnte im Saison-Endspurt dann noch zum Zünglein an der Waage werden. EXPRESS.de-Note: -

Steffen Baumgart im Gespräch mit Mark Uth.

Steffen Baumgart tauscht sich mit Mark Uth nach dessen zweiter Schambein-Operation aus (19. Dezember 2022).


Florian Kainz (30)Trotz seines fortgeschrittenen Fußball-Alters entwickelt sich der Österreicher immer noch weiter. Der Mittelfeldspieler ist beim FC mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Wenn er keinen guten Tag hat, krankt meist auch das Kölner Offensivspiel. Allzu oft kommt das zum Glück nicht vor, Kainz zeigte sich auch in der laufenden Saison wieder mal als verlässlicher Scorer. Mit fünf Toren und vier Vorlagen ist er Baumgarts gefährlichste Offensiv-Waffe. Durfte die Mannschaft bereits zweimal als Kapitän auf das Feld führen und übernimmt damit immer mehr Verantwortung. Wichtig, dass sein Vertrag bereits im Frühjahr verlängert wurde.EXPRESS.de-Note: 2+


Jan Thielmann (20)„Er ist nicht zu bremsen“, sagte Steffen Baumgart zuletzt über den U21-Nationalspieler. Das stimmt, wenn ihn sein Körper nicht regelmäßig im Stich lassen würde. Startete mit einem Tor und vier Vorlagen fulminant in die Saison, ehe ihn eine Virus-Erkrankung matt setzte und er den kompletten Oktober flach lag. Wollte im neuen Jahr wieder voll angreifen und gilt bei den Verantwortlichen auch als Hoffnungsträger für mehr Torgefahr in der zweiten Saisonhälfte. Doch ausgerechnet im letzten Spiel des Jahres gegen den SV Meppen erwischte es den Youngster wieder. Thielmann zog sich einen Muskelfaserriss zu und fällt damit im schlimmsten Fall bis zu sechs Wochen aus.EXPRESS.de-Note: 3


Linton Maina (23)Wagte nach einem Karriere-Knick in Hannover den Neustart in Köln und dürfte diesen Schritt bislang nicht bereut haben. Empfahl sich anfangs mit starken Joker-Auftritten für mehr und ist seit Mitte der Saison quasi gesetzt. Ist mit seinem irren Tempo eine unberechenbare Waffe, bereitete wettbewerbsübergreifend so schon fünf Treffer vor. Nur beim eigenen Abschluss hapert es noch gewaltig. Ließ gleich eine ganze Reihe von hochkarätigen Chancen liegen. Wenn Maina noch einen vernünftigen Abschluss hätte, „würde er aber nicht in Köln spielen“, heißt es von den FC-Verantwortlichen dann gerne.EXPRESS.de-Note: 3+


Steffen Tigges (24)Steffen ist noch kein „Tigginator“, so könnte das bisherige Fazit des Angreifers lauten. Immerhin vier Treffer nach monatelanger Verletzungspause. Tauchte bislang aber zu selten dort auf, wo er gebraucht wird – nämlich im Strafraum. Weicht zu oft auf die Außen aus, Steffen Baumgart arbeitet mit ihm daran. Schaffte es insgesamt auch noch nicht, seinen bulligen Körper gewinnbringend einzusetzen. Man darf allerdings nicht vergessen, dass es Tigges’ erste echte Bundesliga-Saison ist. Ließ sich im Winter an der Nase operieren, will mit neuem Tor-Riecher 2023 durchstarten.EXPRESS.de-Note: 4


Sargis Adamyan (29)Er kam im Sommer als „Königstransfer“ zum FC. Sollte im Verbund mit Tigges die gewaltige Lücke schließen, die Anthony Modeste hinterließ. Doch bislang erweisen sich die Fußstapfen des Franzosen als viel zu groß. Adamyans Verunsicherung gipfelte im „Fehlschuss des Jahres“ gegen die Hertha, als er den Ball aus wenigen Metern über das leere Tor schoss. Sportboss Keller fordert für das kommende Jahr eine klare Steigerung seines Wunschspielers. Der Angreifer ging nach seinem sehenswerten Tor gegen Meppen immerhin mit einem guten Gefühl in die Weihnachts-Pause.EXPRESS.de-Note: 4-Anzeige: Jetzt Gutschein für den Fanshop des 1. FC Köln gleich hier im EXPRESS-Gutscheinportal sichern!


Florian Dietz (24)Legte als bis dato No-Name einen Raketen-Start hin. Traf sowohl in der Bundesliga als auch in den Playoffs und der Gruppenphase der Conference League. Sein Stern verglühte aber schnell, weil er fußballerisch früh an seine Grenzen stieß. Insgesamt ist die Bundesliga wohl eine Nummer zu groß für ihn. Dürfte es ganz schwer haben, nach dem zweiten Kreuzbandriss seiner noch jungen Karriere den Anschluss zu finden, zumal die Saison für ihn bereits jetzt gelaufen ist.EXPRESS.de-Note: 4-


Tim Lemperle (20)Zog sich bereits im September eine schwere Sprunggelenks-Verletzung zu und kam danach nicht mehr auf die Beine. Bis dahin war er unter Baumgart nur als Kurz-Arbeiter (insgesamt 62 Einsatz-Minuten) gefragt. Muss sich steigern, wenn er eine Chance unter dem FC-Trainer haben will. Baumgart sieht den gleichaltrigen Thielmann deutlich weiter in der Entwicklung. Nichtsdestotrotz würde man den auslaufenden Vertrag des Youngsters gerne verlängern. Die Lemperle-Seite zögert allerdings, weil sie woanders womöglich eine bessere Perspektive sieht. EXPRESS.de-Note: -