Kommentar nach 1:6 beim BVBWie ein Absteiger: Beim FC müssen die Alarmglocken schrillen

Die Anzeigetafel im Signal-Iduna-Park zeigt das 6:1-Ergebnis zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln.

Das Ergebnis auf der Anzeigetafel entsprach der gezeigten Leistung: Der 1. FC Köln ging am Samstagabend (18. März 2023) mit 1:6 bei Borussia Dortmund unter.

Nur zwei Siege aus den letzten 15 Bundesliga-Spielen – beim 1. FC Köln müssen die Alarmglocken schrillen. Der EXPRESS.de-Kommentar nach der 1:6-Klatsche bei Borussia Dortmund.

von Martin Zenge (mze)

Der 1. FC Köln hat am Samstagabend (18. März 2023) ein 1:6-Desaster bei Borussia Dortmund erlebt. EXPRESS.de kommentiert den Auftritt der Baumgart-Truppe und die Situation im Abstiegskampf.

Bei Borussia Dortmund kann jeder Bundesligist verlieren, keine Frage. Der Auftritt des 1. FC Köln am Samstagabend aber erinnerte an den eines Absteigers. So chancenlos hat man die Mannschaft unter Steffen Baumgart nur ganz selten erlebt. Spätestens jetzt müssen am Geißbockheim alle Alarmglocken schrillen – so sicher sich sechs Punkte Vorsprung auf Platz 16 auch anfühlen mögen!

1. FC Köln lässt immer mehr seiner Stärken vermissen

Baumgart wird nicht müde, zu betonen, dass der FC bei sich bleiben müsse. Dabei zeigen sein Team und er von Woche zu Woche weniger der Stärken, die sie in der erfolgreichen Vergangenheit ausgezeichnet haben.

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Längst geht es nicht mehr nur ums Toreschießen. Beim BVB ließen die Kölner jegliche Intensität und Geschlossenheit vermissen, ackerten nicht als Kollektiv gegen den Ball. Der Trainer selbst glänzt nicht mehr mit seinem glücklichen Händchen für Aufstellungen und Wechsel, im Gegenteil.

Nicht falsch verstehen: Platz 13 mit 27 Punkten aus 25 Spielen entsprechen absolut der Qualität dieses Kaders, der vor der Saison die Abgänge von Anthony Modeste und Salih Özcan verkraften musste.

Es ist der Trend, der besonders besorgniserregend ist – gilt für die Ergebnisse (zwei Siege in den letzten 15 Liga-Spielen) und mittlerweile auch für die Leistungen (Bochum, Dortmund). Mit dem Auftritt von Samstagabend hätte der FC nicht nur gegen einen Meisterschafts-Kandidaten, sondern auch gegen jeden anderen Bundesligisten verloren.

Baumgart stellt sich vor sein FC-Team und muss sich daran messen lassen

Heißt: Das Baumgart-Team muss nicht bei sich bleiben, vielmehr muss es wieder zu sich kommen. Sonst wird der Vorsprung auf die Abstiegsränge weiter schmelzen, die Lage immer bedrohlicher.

Der Trainer stellt sich bedingungslos vor seine Jungs und lässt Fragen nach fehlender Kader-Klasse, wie zuletzt bei seinem „Sportstudio“-Besuch, nicht zu. Stattdessen wiederholt Baumgart, dass er als Chefcoach in der Pflicht sei, Lösungen zu präsentieren. Daran muss er sich nach der Länderspielpause messen lassen.

So sehr es schmerzen mag, jetzt zwei Wochen mit einem 1:6-Desaster im Gepäck auf den Trainingsplatz zu gehen – die Liga-Unterbrechung ist für den FC eine Chance, sich zu sammeln. Es gibt keine bessere Bühne, um Antworten zu geben, als das anschließende Derby gegen Gladbach.

Noch, das ist die beste Nachricht des Wochenendes, haben die Kölner ein Sechs-Punkte-Polster auf die Abstiegszone. Noch ist es möglich, nicht bis zum letzten Spieltag zittern zu müssen. Noch.