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„Heute ist alles zu glattgebügelt“Podolski stellt FC-Ausbildung infrage

Fußball: Abschiedsspiel von Lukas Podolski beim 1. FC Köln, Lukas Podolski lacht auf dem Platz.

Copyright: dpa/ Federico Gambarini

Lukas Podolski lächelt bei einem Spiel.

Lukas Podolski spricht über die Ausbildung beim FC und erinnert an Spieler, die den Verein verlassen haben.

„Nein. Es sind andere Zeiten, und jeder Spieler und jeder Charakter ist anders.“ So antwortet FC-Legende Lukas Podolski auf die Frage, ob er sich in Said El Mala wiedererkennt.

Dass der Profi nach seinem Wechsel von Viktoria Köln direkt in der Bundesliga angekommen ist, freut Podolski. „Es zeigt Wertschätzung, dass er verlängert hat und sich in der Stadt und im Verein entwickeln kann. Jetzt nutzt er sein Potenzial.“

„Man kann nicht ständig eine starke U19 und Erfolge feiern, wenn am Ende kaum einer den Sprung schafft“

Mit der Ausbildung beim FC geht Podolski deutlich härter ins Gericht. „Beim FC muss man sich schon fragen, wozu man so viel in den eigenen Nachwuchs investiert, wenn die Spieler oben keine Chance bekommen.“

Und weiter: „Ist der Trainer schuld, der Druck zu groß oder die Akademie, die den Spielern nicht ermöglicht, sich zu entfalten?“ Erfolge der U19 allein reichen ihm nicht: „Man kann nicht ständig eine starke U19 und Erfolge feiern, wenn am Ende kaum einer den Sprung schafft.“

Zu den wenigen, die sich aus der FC-Jugend durchgesetzt haben, gehört für Podolski Jan Thielmann, „mit seiner Schnelligkeit und Gerissenheit“. Andere seien inzwischen weg: „Andere – etwa Florian Wirtz, Yann Aurel Bisseck oder Jonas Urbig – spielen nicht mehr beim FC. Das sind fast schon tragische Geschichten.“

Die Konkurrenz in NRW sei groß, die Vereine würben sich gegenseitig Spieler ab. „Das ist nicht nur ein Problem des FC: Später fehlen diese Typen oben.“ Auch das Training müsse sich ändern: „Mehr Ballkontakte, weniger Laptop und Taktik. Lasst die Kinder spielen und Fehler machen – auf dem Kleinfeld, im Eins-gegen-eins. Heute ist in den Akademien alles zu glattgebügelt.“

Den eigenen Weg hält Podolski für nicht vergleichbar: „Mein Werdegang – von der D-Jugend bis zum Nationalspieler und Weltmeister, in internationalen Topligen und bei großen Vereinen – lässt sich nicht mit dem eines anderen vergleichen.“ Stolz ist er vor allem darauf, „dass ich das am Geißbockheim gelernt und es von dort aus geschafft habe“.