„Da gibt es keine Diskussion“ Nach Tigges-Kauf: FC plant mit Modeste – Druck für Andersson

Sebastian Andersson und Anthony Modeste tragen beim Training des 1. FC Köln ein Tor.

Anthony Modeste (r.) und Sebastian Andersson, hier beim Training am 10. März 2022, standen in der vergangenen Bundesliga-Saison elfmal gemeinsam in der Startelf des 1. FC Köln.

Die Verpflichtung von Steffen Tigges verspricht dem 1. FC Köln und Trainer Steffen Baumgart noch mehr Offensiv-Power. Was bedeutet der Wechsel für Anthony Modeste und Sebastian Andersson?

Kölns Euro-Sturm nimmt Formen an. Mit dem Transfer von Steffen Tigges (23) ist die wohl wichtigste Offensiv-Baustelle geschlossen. Fakt: Der Neuzugang von Borussia Dortmund ist nicht als Back-up oder Ersatz für Torjäger Anthony Modeste (34) vorgesehen, sondern vielmehr als Partner und Entlastung. Damit steigt der Druck für Sebastian Andersson (30)!

Auf dem Weg in die Conference-League-Playoffs war Modeste mit 20 Toren der Alleinunterhalter im FC-Angriff. Kein anderer Kölner traf mehr als fünfmal. Deshalb fahndeten Sportboss Christian Keller (43) und sein Team mit Hochdruck nach einer Sturm-Verstärkung – und wurden beim BVB fündig.

1. FC Köln: „Gute Lösung“ bei Transfer von Steffen Tigges

Lizenzbereich-Leiter Thomas Kessler (36) sagt zu EXPRESS.de: „Steffen ist ein Spieler, der schon letztes Jahr unglaublich interessant für uns war. Deswegen sind wir froh, dass der Transfer jetzt realisierbar war.“

Alles zum Thema Sebastian Andersson
  • Alle Daumen hoch für Modeste-Comeback Tony ballert sich warm – Baumgarts klare Sturm-Hierarchie
  • „Nicht so schlecht, wie er gemacht wird“ Baumgart schützt Andersson – FC-Talent Lemperle im Wartestand
  • „Ein Mann, ein Wort“ Nach Joker-Plan und Video-Trick: FC-Star Modeste löst Garagen-Versprechen ein
  • FC-Training vor Hoffenheim Zwei Schreckmomente und ein Rückkehrer für Baumgart
  • „Besser, als er von außen gesehen wird“ Für Andersson schließt sich der Kreis – Modeste löst Versprechen ein
  • FC-Test in Siegburg Kölner Sturm-Stars fallen aus – nächster Profi raus aus der Quarantäne
  • Wieder keine Punkte an der Alten Försterei Hector-Bock: Köln schenkt Union den Sieg
  • Sechs Ausfälle FC mit Personal-Sorgen gegen Mainz – nun fehlt auch noch Kölns derzeit Bester
  • „Bei einigen nicht zufrieden mit der Ausbeute“ Baumgart nimmt FC-Sturm in die Pflicht – Hoffnung bei Modeste
  • Sechs FC-Ausfälle gegen Mainz Baumgart lüftet Aufstellungs-Geheimnis für Verfolger-Duell

Trotz Sparzwang lassen sich die Geißböcke Tigges rund 1,5 Millionen Euro kosten, haben ihn mit einem langfristigen Vertrag bis 2026 ausgestattet. „Wir wissen, dass wir nicht auf Rosen gebettet sind, aber natürlich müssen wir trotzdem im Rahmen unserer Möglichkeiten in den Kader investieren. Wir haben da eine gute Lösung gefunden, einen jungen Spieler zu holen, der uns zudem sofort weiterhelfen kann“, versichert Kessler.

In Dortmund hatte Tigges eine Top-Joker-Quote (drei Tore in 103 Minuten), in Köln soll er nach auskurierter Sprunggelenks-Verletzung zum Bundesliga-Stammspieler reifen. An der Seite von Anthony Modeste (34)! Denn es liegen derzeit keinerlei Anzeichen vor, dass der Franzose den FC verlassen könnte – auch wenn sein Wunsch nach einer vorzeitigen Vertragsverlängerung (über 2023 hinaus) im Sommer nicht erfüllt wird.

Anzeige: Jetzt Gutschein für den Fanshop des 1. FC Köln gleich hier im EXPRESS-Gutscheinportal sichern!

Thomas Kessler: Modeste und Tigges können als Doppelspitze funktionieren

„Tony ist in der kommenden Saison unser Spieler. Da gibt es aktuell keine Diskussion oder Gründe, von etwas anderem auszugehen“, macht Kessler klar und bestätigt, dass der Klub in Modeste und Tigges eine potenzielle Doppelspitze sieht: „Beide sind große Mittelstürmer, haben auf ihrer Position aber auch verschiedene Qualitäten. Das sind zwei Spieler, die sich ergänzen und gemeinsam auf dem Platz funktionieren können.“

Im Vergleich zu Modeste kann Tigges noch mehr mit dem Rücken zum Tor agieren, Bälle sichern und ablegen – als so genannter Wandspieler. Vergangene Saison übernahm Sebastian Andersson diesen Job. Jetzt wird es für den Schweden ganz schwer!

Nach Gesprächen mit der sportlichen Leitung sowie dem Tigges-Deal ist Andersson (Vertrag bis 2023) bewusst: Bleibt er in Köln, droht ihm noch mehr Zeit auf der Bank. Im abgelaufenen Bundesliga-Jahr stand er vor seinem Corona-Aus an 13 von 28 Spieltagen in der Startelf.

1. FC Köln in der neuen Saison wieder häufiger mit Doppelspitze?

Sportboss Christian Keller sagte zuletzt im EXPRESS.de-Interview: „Wir wollen den Konkurrenzkampf im Angriff erhöhen. Das belebt das Geschäft. Seb kann davon profitieren und ich bin mir sicher, dass er wieder auf ein höheres Niveau als zuletzt kommen kann.“

Der Druck für Andersson steigt – und damit womöglich auch seine Bereitschaft, für mehr Spielzeit bei einem anderen Klub auf Gehalt zu verzichten. Der FC jedenfalls würde bei einem Wechsel des 30-Jährigen ein Top-Salär sparen.

Trainer Steffen Baumgart (50) hat so oder so viele Sturm-Alternativen. In der Rückrunde stellte der FC-Coach zwar meist ein 4-2-3-1 auf, dürfte nun aber (gerade nach dem Abgang von Salih Özcan) wieder vermehrt auf zwei Angreifer setzen. Es ist kein Geheimnis, dass er grundsätzlich Fan einer Doppelspitze ist.

Dabei sind Modeste und Tigges die „wuchtige“ Lösung. Baumgart hat mit Jan Thielmann (20), Linton Maina (22) oder einem weiteren Neuzugang allerdings auch ausreichend Optionen für die Variante Stoßstürmer plus „wuseliger“ Nebenmann. Bekanntlich sucht der FC noch einen Offensiv-Allrounder, der auf beiden Flügeln und als zweite Spitze auflaufen kann.

Mit U21-Nationalspieler Tim Lemperle (20) und Florian Dietz (23, Leihe möglich) lauern zudem zwei Youngsters auf ihre Chance. Das verspricht viel Konkurrenzkampf in der Vorbereitung – und viel Offensiv-Power für Baumgart!

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.