Ellyes Skhiri fällt nach seiner im Derby erlittenen Verletzung lange aus. Über die Szene wurde auch auf der Pressetribüne kontrovers diskutiert.
Nach Schock im Derby„Darf keine Rolle spielen“ – Diskussion nach Experten-Meinung

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Florian Neuhaus war nach dem folgenschweren Zweikampf bei Ellyes Skhiri.

Diese Nachricht trübt die Freude über den Derbysieg massiv. Der 1. FC Köln muss wegen einer Sprunggelenksverletzung lange auf Ellyes Skhiri verzichten. Der Tunesier wird wohl erst im neuen Jahr wieder eingreifen können.
Skhiri hatte die schwere Verletzung kurz vor der Halbzeitpause bei einem Zweikampf mit Florian Neuhaus erlitten. Davor war der Tunesier noch nicht allzu gut im Spiel gewesen, hatte einige Lücken nicht stopfen können. „Es war nicht sein Nachmittag“, sagte Reporter Jürgen Kemper im FC-Podcast „Wir waren klar besser“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger.
Lutz Wagner ordnet Szene rund um Skhiri-Verletzung ein
Die Bilder hatten bereits nichts Gutes vermuten lassen. „Ich habe den Fehler gemacht, als die Wiederholung auf der Tribüne bei uns oben auf dem Monitor lief, ganz genau hinzugucken, weil ich wissen wollte, warum es da eigentlich Einwurf gab“, berichtete KStA-Sportchef Christian Löer.
„Und dann habe ich gesehen, wie der ihn trifft und wie der Fuß da wegknickt. Danach habe ich gesagt: Okay, selbst wenn es die wichtigste Szene der Saison sein sollte, ich werde mir die nicht nochmal angucken, denn sonst hätte ich letzte Nacht ganz wenig geschlafen.“ Vielen Fans am Bildschirm dürfte es ähnlich gegangen sein.
Sie fragten sich zudem: Hätte es hier nicht eigentlich eine individuelle Bestrafung für den Gladbacher geben müssen? Auch auf der Pressetribüne im Rhein-Energie-Stadion war das ein Thema. „Ich bin in der Pause zu dir gekommen und habe gesagt: Ich werde jetzt mal einen Experten nach der Szene befragen. Deine Antwort: Ja, da bist du ja richtig hier“, erinnerte sich Kemper amüsiert an einen Dialog mit Löer. „Ich meinte aber eigentlich Lutz Wagner, der hinter dir stand.“
Der langjährige Schiedsrichter und heutige TV-Experte war am Sonntag ebenfalls im Stadion. Er hatte zu der Szene mit Neuhaus und Skhiri eine ganz klare Meinung. „Er hat gesagt, er hätte es genauso entschieden“, berichtete Kemper. Heißt: Florian Badstübners Einschätzung, dass kein Foul von Neuhaus vorlag, sei richtig gewesen.
Die Podcast-Folge zum Derby könnt ihr hier anhören:
„Neuhaus rutscht mit dem Bein, als er attackieren will, vorbei und trifft sogar den Ball. Und mit dem nachziehenden Bein räumt er ihn unabsichtlich ab. Aber das könne man ihm nicht vorwerfen, weil er ja nun mal zwei Beine hat und sich auch nicht in Luft auflösen kann“, gab Kemper Wagners Einschätzung wieder. „Es klang für mich plausibel, andererseits finde ich, jede Szene, bei der so eine schwere Verletzung bei rumspringt, müsste man sich nochmal angucken und da kann man den Attackierenden irgendwie nicht ganz von frei sprechen.“
Löer meinte: „Man muss über Fahrlässigkeit reden. Also, wie sehr nimmt er in Kauf, den Gegner abzuräumen und auch schwer zu verletzen? Ich finde, es darf nicht gar keine Rolle spielen.“ Vorsatz habe es bei Neuhaus aber definitiv nicht gegeben: „Ich habe da nicht weiter drüber nachgedacht und nur gedacht: Na gut, offenbar spielt der den Ball, trifft ihn blöd, es gibt einen Einwurf, weiter geht’s. Natürlich hat man dann hinterher ein Gefühl von Ungerechtigkeit, vor allem wenn man sieht, wie er da bis zu unserer Seite getragen wird. “
Ob Foul oder nicht – an Skhiris Verletzung ändert das ohnehin nichts mehr. Das Fußball-Jahr 2026 ist für ihn gelaufen.
Sehr, sehr bitter. „Ich hatte mit ihm ja vor zwei, drei Wochen noch ein Interview, bei dem er so von seiner schweren Zeit in Frankfurt erzählt hat, wo man ihn richtig übel behandelt hat“, erinnert sich Kemper:
„Er hatte fast Tränen in den Augen. Nach dieser schweren Zeit hatte man das Gefühl, dass er hier jetzt wieder glücklich ist und wieder Spaß am Fußball hat. Das schien auch immer besser zu funktionieren und dass er jetzt da wieder so krass rausgerissen wird, das tut mir echt sehr, sehr leid für ihn. Deswegen hat mich die Szene auch persönlich so ein bisschen betroffen gemacht.“
