Der 1. FC Köln hat am Samstag einen äußerst wichtigen Sieg gegen Mainz gefeiert. Die Stimmung im Stadion war mehr als beeindruckend. Danach gab es ein Sonderlob von Trainer Kwasniok.
Lob für FC-UltrasFans schmettern Mexiko-Hit, dann „spielentscheidender Faktor“
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FC-Trainer Lukas Kwasniok (44) bekommt die ganze Emotionalität Kölns innerhalb weniger Tage zu spüren: Anti-Trainer-Plakat in Heidenheim, Schulterschluss mit den Fans vor Bayern-Heimspiel, Pyro-Wahnsinn gegen München, unfassbare Stimmung beim Sieg gegen Mainz. Beim 2:1-Erfolg spielten die Ultras eine entscheidende Rolle.
Nachdem es die FC-Ultras gegen Bayern mit dem Zündeln übertrieben hatten (Köln droht nun eine Strafe von weit über 100.000 Euro) gab es nach dem Sieg gegen Mainz ein Extra-Lob für die Ultras.
Kölner Fans zählen Kwasniok an und retten ihn dann
Schon vor Spielbeginn verwandelte sich die gesamte Südkurve in eine glitzernde Choreografie, wobei alle Kölner Meisterschaften gewürdigt wurden. Dann sangen die Ultras minutenlang voller Inbrunst einen Hit, den es in der Kurve noch nicht so lange gibt.
Die Band „Mi Banda El Mexicano“ (gegründet 1973) landete in Lateinamerika mit „Feliz Feliz“ einen Hit. Der Song stammt aus dem Jahr 1993. Im Originaltext heißt es: „Ich fühl’ mich sehr zufrieden. Ich fühl’ mich sehr froh. Es ist schon Wochenende. Ich will Spaß haben. Am Freitag bleib’ ich wach und am Samstag auch. Und am Sonntag vergnüg' ich mich mit wem es mir gefällt.“
Die FC-Fans singen seit einigen Monaten einen eigenen Text auf die Melodie – und der geht wie folgt: „Lass mich dir was erzählen, was Freud und Leid vereint. Es ist die Leidenschaft für unseren Verein. Bin einer von den Jecken, die in der Kurve stehn. Ich zeig’ dir, wie das ist, wenn Wahnsinn in dir lebt. Ohooooooo, lalalala.“ So laut und lange wie am Samstag hat man das Lied der FC-Ultras bislang selten im Stadion gehört.
Das Fan-Doping wirkte allerdings erst später, Mainz ging vorerst in Führung. „Ich habe erstmals gespürt, dass die Jungs nervös wurden, die Fans wurden etwas unruhig. Die Spieler wollten, konnten aber nicht“, sagte Kwasniok.
Die Mannschaft wurde dann mit Pfiffen zahlreicher Fans in die Kabine geschickt. Die Unmutsbekundungen kamen aber eher nicht aus der Südkurve. In der Halbzeit appellierte der Coach dann an seine Spieler: „Den Mutigen gehört die Welt.“
Dank zweier Treffer von Ragnar Ache (56. und 86.) wurde die Partie gedreht. Kwasniok stellte fest: „Aufgrund des Supports haben die Spieler dann auch den Mut auf dem Platz gezeigt, das freut mich sehr.“ Die Fans gaben an diesem Tag wirklich Vollgas, sorgten für eine Wahnsinns-Stimmung.
Von Kwasniok gab es danach ein Sonderlob: „Wir haben in der zweiten Halbzeit eine gewisse Wucht entwickelt. Das Stadion war ganz klar der spielentscheidende Faktor. Da haben wir eher zwölf gegen elf gespielt. Ein Dankeschön ans Stadion, an die Süd und an die Mannschaft, weil sie es umgesetzt haben, mutig zu sein.“
Der Trainer hat die Wucht der Fans jetzt eindrucksvoll zu spüren bekommen. Die Ultras können den Trainer in Köln anzählen, können ihn aber auch retten. Da passen die Zeilen nahezu perfekt: „Bin einer von den Jecken, die in der Kurve stehn. Ich zeig’ dir, wie das ist, wenn Wahnsinn in dir lebt.“


