Das Transferfenster der Bundesliga ist geschlossen. Am Dienstagabend endete damit eine turbulente und alles andere als einfache Phase für den 1. FC Köln. Doch die Ergebnisse können sich mehr als sehen lassen. Ein Kommentar.
Kommentar zum TransfersommerKesslers FC-Weg: Ein Traum für alle Fußball-Fans

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Geschäftsführer Thomas Kessler (1. FC Köln) hat eine anstrengende Transferphase hinter sich.

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Unter Beratern, Vereinsbossen und Experten fiel in den vergangenen Wochen ein Satz immer wieder: „Dieses Transferfenster ist extrem kompliziert.“ Auch aufgrund der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko musste mit viel Geduld und Augenmaß gepokert werden.
Natürlich dominiert die Premier League mit ihren Milliardenumsätzen das Geschäft. Doch die ganz fetten Deals (222 Millionen Euro für Neymar oder 180 Millionen Euro für Mbappé) wurden nicht getoppt. Der teuerste Transfer in diesem Sommer bisher: Morgan Rogers wechselt von Aston Villa für 138 Millionen Euro zum FC Chelsea.
1. FC Köln lockt Spieler nicht mit Geld, sondern mit Perspektive und Zusammenhalt
Wie die Investoren in England mit Geld um sich werfen, sorgt weiter für Erstaunen – da ist nahezu jeder Klub in der Lage, vier, fünf Zugänge zwischen 25 und 70 Millionen Euro zu präsentieren. Fußball als Geschäft, Spieler als Investment. In diesem Milliarden-Haifischbecken ist es gar nicht so einfach, einige der Todsünden wie Gier, Völlerei, Neid oder Hochmut zu vermeiden.
Mehr als beachtlich ist da der Weg des 1. FC Köln, um in diesem Geschäft irgendwie mitschwimmen zu können. Am Geißbockheim wurde nach diesem Transfersommer erneut deutlich, dass der Sport und die Entwicklung von Spielern im Mittelpunkt stehen. Der von 170.000 Mitgliedern geführte Verein bleibt dabei bei seinen Werten.
An der Spitze geben Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40) und sein Kaderplaner Tim Steidten (47) den Weg vor. Gemeinsam mit Trainer René Wagner (38) konnten zahlreiche Coups gelandet werden, die Fußballromantiker entzücken.
Dass sich der FC natürlich auch mit den Entwicklungen aus der Premier League auseinandersetzen muss, wurde bei Said El Mala (20) deutlich. Brighton und Brentford lockten früh mit hohen Ablösesummen. Doch Köln blieb cool. Auch von der Aktiengesellschaft Borussia Dortmund ließ man sich nicht am Nasenring durch die Manege ziehen.
2. Bundesliga-Spieltag: Wie spielt der 1. FC Köln beim VfB Stuttgart?
Der FC ist mit einem Sieg in die Saison gestartet. Wie geht es für die Geißböcke nach dem 3:2 gegen Hoffenheim beim VfB Stuttgart weiter?
Im Hintergrund konnten Kessler und Wagner ihr Juwel El Mala in zahlreichen Gesprächen mit einem Plan aus sportlicher Perspektive, Zusammenhalt, Miteinander und FC-Jeföhl davon überzeugen, sogar noch ein Jahr beim FC zu verlängern. Natürlich wurde das Gehalt angehoben, aber mit Augenmaß. Für El Mala viel wichtiger: In Köln hat er Spaß am Fußball. Das sieht man jeden Tag.
Aus der Premier League wollen weitere hochgehandelte Talente diesen Spaß in Köln finden und genießen: Jahmai Simpson Pusey (20) und Reigan Heskey (18) kamen von Manchester City, Mikey Moore (19) von Tottenham Hotspur. In der Szene sorgten diese FC-Deals für Aufsehen! Köln lockt nicht mit Kohle, sondern mit Herz und Verstand!
Das wurde auch bei den Zugängen von Paul Okon-Engstler, Gideon Mensah, Thijs Dallinga, Borna Sosa, Ellyes Skhiri oder Luka Lochoshvili deutlich, die alle vom FC-Plan überzeugt wurden und sich mit ihren jeweils angedachten Rollen schnell anfreunden konnten.
Nach der abgelaufenen Saison gab es zunächst noch Überlegungen, sich von einigen Spielern zu trennen. Knatsch, Zoff und Frust gab es allerdings nicht, denn auch hier funktionierte die interne Kommunikation beim FC dank eines respektvollen Umgangs miteinander. Spieler wie Linton Maina, Luca Waldschmidt oder Jan Thielmann gaben in jeder Einheit Vollgas und blieben letztlich im Verein. Wie wertvoll sie weiterhin sein können, zeigte Maina beim 3:2-Erfolg gegen Hoffenheim nach seiner Einwechslung.
Zum FC-Weg gehören die eigenen Talente weiterhin dazu. Zahlreiche Spieler durften sich in der Vorbereitung zeigen und sollen auch künftig immer wieder bei den Profis reinschnuppern. Andere wie Fynn Schenten oder Youssoupha Niang wurden verliehen, um reifer zurückzukommen.
Natürlich befindet sich am Geißbockheim keine Fußball-Romantik-Oase. Auch am Geißbockheim schaut man auf die Zahlen und will weiter wachsen. Wenn in der nahen Zukunft ein hohes Millionenangebot für El Mala eintrudelt, wird man neu überlegen. Aber wie der FC in diesem Sommer als mitgliedergeführter und wertebasierter Verein agiert und im Fall von El Mala Rückgrat und Stärke gegen Investoren-Klubs bewiesen hat, sollte jeden Fußball-Fan begeistern.

