In Frankfurt stand erstmals René Wagner als Chefcoach des 1. FC Köln an der Seitenlinie. Er hatte nicht viel Zeit, konnte aber bereits Impulse bei der Mannschaft setzen.
„Mehr Eier auf dem Platz“FC-Profis beschreiben den Wagner-Effekt

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René Wagner gibt Sebastian Sebulonsen während des Spiels in Frankfurt Anweisungen an der Seitenlinie.

Der 1. FC Köln hat zum wiederholten Mal in dieser Saison Moral und ein unglaubliches Kämpferherz bewiesen. Denn in Frankfurt musste die Mannschaft zum fünften Mal in Folge einem Rückstand hinterherlaufen.
Nach einem zwischenzeitlichen 0:2 holte man am Ende noch einen Zähler, der Gold wert sein könnte im engen Rennen um den Klassenerhalt. Für René Wagner war es ein erstes kleines Erfolgserlebnis, zumal er mit seinem erfolgreichen Dreier-Wechsel kurz vor Schluss die entscheidende Weiche gestellt hatte. „René kennt unsere Qualität und er weiß, dass er nicht viele Sachen anders machen muss“, sagte Torschütze und Bald-Papa Jakub Kaminski.
Schwäbe über Wagner: „Er ist sehr nahbar“
Er lobt ausdrücklich Wagners Rede vor dem Spiel, als er die Mannschaft noch mal richtig heiß gemacht hat. Kuba sagte: „Er hat uns gesagt, dass wir die Qualität haben, hier in der Bundesliga zu spielen, und das sollen wir auf dem Platz zeigen. Man muss ein bisschen mehr Eier auf dem Platz haben und das am Ende zeigen.“
Taktisch hatte Wagner gar nicht so viel verändert, es ging in der Vorbereitung auf das Spiel vor allem um Kommunikation und Zwischenmenschliches. „Er hat es natürlich sehr einfach gehalten, hat die zwei Wochen uns sehr, sehr gut eingestellt, hat eine gute Kommunikation gefunden“, bestätigt Marvin Schwäbe.
Der Kapitän führt aus: „Er hat einfach die richtigen Worte gefunden für uns in der Situation, die mit Sicherheit nicht einfach ist. Er weiß ganz genau, was wir für eine charakterliche Mannschaft sind. Er hat schon die Fäden in der Hand und weiß, was wir brauchen.“
Besonders ein Satz des Keepers, der in Frankfurt wieder maßgeblichen Anteil daran hatte, dass man einen Punkt mitnehmen konnte, ließ aufhorchen: „Ich glaube, er ist sehr nahbar.“
Genau auf diesen besseren Zugang zur Mannschaft hatte auch Sportboss Thomas Kessler gebaut, als er den bisherigen Co-Trainer zum Chef beförderte. Wagner hat einen sehr guten Draht zur Mannschaft und ein gutes Gespür dafür, was die Truppe braucht.
„Er bringt viel Lockerheit in die Mannschaft“, sagt Tom Krauß und bestätigt damit indirekt, dass die Situation unter Lukas Kwasniok vor allem in den letzten Wochen angespannt war.

