„Wer die Gefahr nicht sieht, ist...“Kann Baumgart Krise? FC-Coach antwortet auf EXPRESS-Schlagzeile

Steffen Baumgart steht beim 1:6 des 1. FC Köln in Dortmund im Stadion.

Steffen Baumgart beim 1:6 des 1. FC Köln in Dortmund (am Samstag, 18. März 2023).

Steffen Baumgart spricht Krisen-Klartext. Nach dem 1:6 bei Borussia Dortmund erklärt der Trainer des 1. FC Köln, wie er mit der schwierigen Situation umgeht.

Es ist seine schwierigste Phase als Köln-Coach. „Kann Baumgart Krise?“, fragte EXPRESS.de nach dem 1:6 bei Borussia Dortmund, dem fünften Sieglos-Spiel in Serie. Jetzt antwortet der FC-Trainer!

„Wie war heute die Überschrift, kann ich Krise?“, nimmt Baumgart die Schlagzeile auf, meint: „Das ist eine normale Frage.“ Und redet dann nicht drumherum…

Steffen Baumgart: „Ratlos bin ich noch lange nicht“

„Ich kann mich nicht in die Sonne stellen und sagen: Ich bin der Beste. Wir haben eine Krise, eine Punkte- und Ergebnis-Krise.“ Nur zwei Liga-Siege aus 15 Spielen. „Da kann ich nicht sagen: Die anderen sind schuld. Jetzt bin ich doch gefragt, jetzt muss ich da sein. Ich halte das aus, ich bin dafür verantwortlich. Dieser Verantwortung muss ich mich stellen, das ist mein Job.“ Baumgarts Krisen-Klartext!

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Er ist wild entschlossen, den FC wieder in die Erfolgsspur zu bringen: „Ich ziehe mich nicht zurück. Die Jungs brauchen einen Haltepunkt, ich muss den Weg vorgeben und klar bei meinen Gedanken bleiben. Und ich fühle mich klar in dem, was ich will, wie ich es will, wie ich gerne die Lösungen hätte.“ Der Chefcoach verspricht: „Ratlos bin ich noch lange nicht.“

Neun Liga-Spiele warten noch, sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf die Abstiegszone. Beruhigend? Überhaupt nicht! Baumgart lässt sich nicht blenden, sagt: „Noch sechs Punkte – das ist ja nichts. Wir kennen und sehen die mögliche Gefahr. Wer die nicht sieht, ist mit dem Klammerbeutel gepudert. Ich glaube nicht, dass ich den Eindruck mache, dass ich beruhigt bin. Es geht keiner beruhigt in die nächsten Wochen.“

Steffen Baumgart: „Dafür müssen wir mehr tun als in den letzten Wochen“

Denn die haben es in sich. Vor allem durch das Heim-Derby gegen Borussia Mönchengladbach (2. April, 15.30 Uhr). Danach reisen die Kölner zum FC Augsburg (8. April, 15.30 Uhr), der in diesem Jahr 13 von 15 möglichen Heim-Punkten geholt hat.

Baumgart blickt voraus: „Das Derby hat schon seine eigenen Gesetze, unabhängig vom Tabellenstand. Und Augsburg hat sich im Winter mit 15 Millionen verstärkt. Die Aufgaben, die wir jetzt haben, werden nicht einfacher, nur weil die Tabellensituation bei den Gegnern anders als bei Dortmund ist. Da ist keiner blauäugig.“

Wird vor allem das Derby ein Schlüsselspiel? „Es ist besonders für die Region, für den FC“, weiß Baumgart. Aber: „Das hat nichts mit einer Wende zu tun. Ich werde mit dem einen Spiel nicht den Abstieg verhindern und ich werde auch danach nicht abgestiegen sein. Wir wollen das Spiel so angehen, dass wir gewinnen – weil wir es wollen, nicht weil wir müssen. Das muss zu sehen sein. Und dafür müssen wir mehr tun als in den letzten Wochen.“ Anzeige: Jetzt Gutschein für den Fanshop des 1. FC Köln gleich hier im EXPRESS-Gutscheinportal sichern!

Dabei ist Baumgart (kriegt bei Hunde-Spaziergängen den Kopf frei) jetzt doppelt gefragt – als Trainer und Psychologe. „Ich schlafe auch besser, wenn es gut läuft. Man macht sich viele Gedanken und ich weiß, dass es bei den Jungs genauso ist. Wir reden hier von Menschen, nicht von Robotern. In negativen Situationen musst du aufpassen, nicht alles zu negativ zu sehen. Du musst weiter an deine Stärken glauben und daran arbeiten.“

Die FC-Stärke ist und bleibt der Attacke-Fußball, davon ist Baumgart überzeugt – einen anderen Spielstil wird er seiner Mannschaft keinesfalls verordnen: „Wenn wir uns die Jungs angucken, das Trainerteam, und die Gesamtheit: Es wäre das Falscheste, jetzt alles umzuwerfen.“ Mit Vollgas aus der Krise...