Rasen im StadionNach EM und drei Konzerten: Hat Baumgart beim Start in Köln wieder was zu meckern?

Blick auf das Rhein-Energie-Stadion mit dem abgetragenen Rasen.

Im Rhein-Energie-Stadion wird nach den Spielen der Fußball-EM am 4. Juli 2024 der Rasen abgetragen.

Der Hamburger SV kommt gleich zum Auftakt der neuen Saison mit Trainer Steffen Baumgart (52) ins Rhein-Energie-Stadion. Gibt es gleich wieder Zoff mit der Stadt Köln?

von Uwe Bödeker (ubo)

Knallstart in die 2. Liga! Am 2. August 2024 kommt es gleich zu Beginn der neuen Saison zu einem brisanten Aufeinandertreffen. Der 1. FC Köln empfängt im Rhein-Energie-Stadion den Hamburger SV (20.30 Uhr, Liveticker auf EXPRESS.de, Sat.1 und Sky).

Die Liga-Premiere des neuen FC-Trainers Gerhard Struber (47) steigt also ausgerechnet gegen den kultigen Ex-Trainer des FC, Steffen Baumgart (52).

Neuer Rasen im Rhein-Energie-Stadion nach drei Konzerten

„Wir kennen uns nicht“, sagt Struber im Gespräch mit EXPRESS.de, „aber natürlich haben wir auch über die Grenzen hinaus bis nach Österreich mitbekommen, wie emotional die Geschichte Baumgart und FC war. Aber das ist auch Vergangenheit. Wir wollen jetzt hier auch Emotion schaffen und gleich an diesem Spieltag alles daran setzen, für eine klare Richtung zu sorgen.“

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Doch bei aller sportlicher Brisanz – die Rückkehr von Baumgart nach Köln könnte auch bei einem anderen Thema für Feuer sorgen. Es geht um die Rasen-Problematik im Rhein-Energie-Stadion.

Nach dem letzten EM-Spiel am 30. Juni wurde der Rasen im Stadion erneut komplett abgetragen. In den letzten Saisonspielen der Kölner und bei der EM waren die Mannschaften weitgehend zufrieden mit dem Untergrund, nur im englischen Fernsehen wurde gemeckert. Das war nicht immer so. Im März musste der dritte (!) Rasen während der damaligen Saison verlegt werden.

Jetzt kommt erneut ein neuer Rasen, aber erst nach der Sommer-Konzert-Serie im Kölner Stadion. Nach fünf EM-Spielen gastieren jetzt Peter Maffay (12. Juli 2024), Roland Kaiser (13. Juli) und Travis Scott (20. Juli) mit ihren Open-Air-Konzerten im Rhein-Energie-Stadion.

Dafür werden Matten im Innenraum verlegt. Nach dem 20. Juli wird dann ein neuer Rasen ausgerollt. Der muss bis zum 2. August richtig anwachsen. Hoffentlich geht alles gut, sonst hat Baumgart wieder was zu meckern. Gerade in der Endphase seiner Kölner Zeit war das Geläuf im Stadion ein Dauer-Aufreger-Thema.

Er schimpfte unter anderem: „Ich muss mich da beim Gegner entschuldigen, dass wir das einzige Stadion sind, das keinen vernünftigen Rasen hat – angefangen in der 3. Liga. Es wäre schön, wenn diese Stadt es vielleicht mal irgendwann hinkriegt, einen Rasen vernünftig zu verlegen. Das ist gefährlich für die Spieler, da kann man sich schnell einen Kreuzbandriss holen.“

Des Öfteren wurde frisches Grün verlegt: Kostenpunkt jeweils rund 150.000 Euro. Ursprünglich hätte Baumgart aber gerne einen Hybridrasen, wie er auf dem Trainingsplatz der Profis am Geißbockheim verlegt wurde, bekommen.

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Ein Hybridrasen ist ein Naturrasen, der mit künstlichen Fasern verstärkt wird und der schneller regeneriert. Diese Lösung, die rund 600.000 – 800.000 Euro kostet, ist aber für eine Multifunktionsarena wie Köln, wo auch Konzerte stattfinden, viel zu teuer.

Wird ein Rasen, egal ob hybrid oder natur, für Konzerte mit Matten abgedeckt, geht er kaputt. So kommt es beim Liga-Auftakt zwischen Köln und Hamburg zum Duell auf dem kostengünstigeren Naturrasen. Wenn alles optimal läuft, sollte das neu verlegte Geläuf perfekt sein. Ansonsten wird Baumgart sicherlich wieder laut werden …