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Der Rohstoff-KonterNeues Bahn-Projekt in Afrika soll uns von China unabhängiger machen

Hafen von Lobito

Copyright: Kristin Palitza/dpa

Der Lobito-Korridor soll eine Alternative zu Chinas Neuer Seidenstraße bieten.

Europas Antwort auf China: Ein Mega-Bahnprojekt in Afrika

Es ist ein Wettlauf um die Zukunft. Während China seinen Einfluss in Afrika ausbaut, schlägt Europa zurück. Ein gigantisches Bahnprojekt soll die Rohstoffe sichern, die wir für die Energiewende und unsere Autos dringend brauchen.

In den Bergbauregionen der Demokratischen Republik Kongo, Sambias und Angolas liegen die Schätze, die für die Energiewende entscheidend sind: Kupfer, Kobalt, Lithium und seltene Erden. Eine neue Bahnroute, der sogenannte Lobito-Korridor, soll diese kritischen Bodenschätze schnell, sicher und günstig nach Europa bringen – und vor allem Chinas wachsendem Einfluss in Afrika etwas entgegensetzen.

Die Abhängigkeit von Peking ist für Deutschland ein enormes Risiko. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mahnte erst kürzlich bei ihrem China-Besuch verlässliche Zugänge zu kritischen Rohstoffen an. Experten warnen, dass China diese Abhängigkeit zunehmend als politisches Druckmittel nutzt. Alternative Lieferketten sind daher für die deutsche Wirtschaft überlebenswichtig.

Europas „Global Gateway“ als Gegenmodell

Als Antwort auf Chinas „Neue Seidenstraße“ hat die EU ihre Infrastrukturinitiative „Global Gateway“ ins Leben gerufen. Das Flaggschiff-Projekt: der Lobito-Korridor. Auch die USA investieren massiv. „Wer bei dem Projekt vorn mitmischt, wird sich einen großen Teil des Mineralreichtums Afrikas sichern können“, ist der angolanische Ökonom Benedito Mavo überzeugt. Er glaubt, das Projekt werde zu einer der wichtigsten Transportrouten der Welt.

Der Korridor ist längst keine ferne Zukunftsmusik mehr. Ein knapp 1.800 Kilometer langes Teilstück von der kongolesischen Industriestadt Kolwezi bis zum Atlantikhafen Lobito in Angola ist bereits in Betrieb. Die Konzession hält das europäische Konsortium „Lobito Atlantic Railway“ (LAR). Was noch fehlt, sind Gleise ins Herz des sambischen Kupfergürtels, die bis 2028 fertig sein sollen.

Von 35 Tagen auf nur eine Woche

Bisher ist der Transport eine Qual. Rohstoffe werden per Lkw über marode Straßen zu weit entfernten Häfen gekarrt. Eine Tour von über 3.000 Kilometern nach Durban in Südafrika dauert etwa vier Wochen. Die Strecke nach Daressalam in Tansania ist zwar kürzer, dauert aber wegen schlechter Bedingungen sogar 35 Tage.

Der Wie-bitte?!-Moment: Mit der neuen Bahnstrecke dauert die Reise von Kolwezi nach Lobito nur noch sieben Tage. Das sagt LAR-Geschäftsführer Nicolas Gregoir. Das spart nicht nur massiv Zeit und Geld, sondern auch CO₂-Emissionen. Ein weiterer Vorteil: Das Piraterie-Risiko an der westafrikanischen Küste ist deutlich geringer als am Horn von Afrika.

Deutsche Firmen mischen bereits mit

Im Februar 2024 wurde der kommerzielle Güterverkehr offiziell aufgenommen, die erste Kupferlieferung in die USA rollte im August 2024 über die Schienen. Auch deutsche Unternehmen sind schon am Zug. Die Reederei Hapag-Lloyd hat bereits Kupfer über den Korridor transportiert. Marco Ligeiro, Vertriebsleiter für Angola, ist sicher, dass die Route bald zum Knotenpunkt für Transporte in die USA und EU wird.

Auch Kunden von DHL Global Forwarding zeigen laut dessen Geschäftsführer für Sub-Sahara Afrika, Egidio Monteiro, reges Interesse. Siemens Mobility bewirbt sich um einen Auftrag zur Verbesserung der Sicherheit und Geschwindigkeit, während die Gauff GmbH bereits den Zuschlag für den Bau eines 170 Kilometer langen Straßenabschnitts parallel zur Bahnstrecke erhalten hat.

Für die deutsche Industrie – von Autoherstellern bis zum Maschinenbau – ist der Lobito-Korridor eine riesige Chance. Er verspricht direktere, transparentere und politisch weniger riskante Lieferketten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte die Strecke bei seinem Besuch in Angola „wirtschaftlich von ungeheurer Bedeutung“ und rief deutsche Firmen zu Investitionen auf. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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