Pierre Littbarski wurde 1990 mit Deutschland Weltmeister. Aktuell scheint auf der DFB-Elf aber ein WM-Fluch zu liegen. Die FC-Legende äußerte sich kritisch gegenüber DFB und Trainer Nagelsmann.
FC-Legende tobtWM-Aus mit El Mala vermeidbar? – Nagelsmann „wie ein bockiges Kind“

In Italien war er 1990 beim dritten WM-Titel Deutschlands einer der Helden. 36 Jahre später ist das DFB-Team zum dritten Mal in Folge vor einem WM-Achtelfinale ausgeschieden.
Pierre Littbarski (66) stand damals auf dem Weg zum Titel in sechs der sieben Partien auf dem Platz und bejubelte den größten Erfolg seiner Karriere, heute ist er einfach nur noch enttäuscht von der deutschen Nationalmannschaft.
„Wir stehen vor den Ruinen des deutschen Fußballs“
Bei der WM 2026 schied Deutschland gegen Außenseiter Paraguay bereits im neu eingeführten Sechzehntelfinale aus (3:4 i.E.). Nach 2018 und 2022 (jeweils Vorrundenaus) die nächste Voll-Blamage!
Für „Litti“ hat das aber auch genügend Gründe. Man könne von der Mannschaft nicht behaupten, dass man Emotionen auf dem Platz gespürt habe. „Wir haben uns die Leidenschaft wegtrainiert. Aber wir lügen uns im deutschen Fußball schon lange in die Tasche und machen uns alles kaputt, was wir bis 2014 erarbeitet haben. Wir stehen vor den Ruinen des deutschen Fußballs“, sagte der 66-Jährige dem Geissblog. Rumms!
Bei all der Kritik gegenüber der Mannschaft gerät natürlich auch Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) ins Kreuzfeuer des 1990er Weltmeisters.
Dem Ex-Bayern-Coach werde nachgesagt, ein guter Trainer zu sein. Für „Litti“ sieht das aber anders aus. Zu seiner Zeit seien gute Trainer jene gewesen, die mehr Spiele gewonnen als verloren hätten. Im Fall Nagelsmann natürlich etwas überspitzt dargestellt (37 Spiele: 23 Siege, sechs Remis, acht Niederlagen).
Vier der acht Niederlagen hatten allerdings gravierende Folgen! 2024 im EM-Viertelfinale gegen Spanien, die 1:2-Pleite (n.V.) bedeutete das Aus im Heim-Turnier. 2025 verlor Nagelsmann mit seiner Mannschaft erst das Nations-League-Halbfinale (Final Four in Deutschland) gegen Portugal (1:2) und vier Tage später auch noch das Spiel um Platz drei gegen Frankreich (0:2). Und jetzt eben das WM-Aus gegen Paraguay.
Aber nicht nur Nagelsmanns Trainerkenntnissen ging Littbarski an den Kragen, sogar dessen Umgangsformen stellte der ehemalige Japan-Legionär infrage: „Wenn Johannes B. Kerner ihm eine Frage stellt, dann hat er vernünftig zu antworten, denn er antwortet nicht Kerner, sondern den Menschen, die mit ihrem Geld für Tickets und Trikots sein Gehalt bezahlen. Da wirkte er wie ein bockiges Kind.“
Als Legende des 1. FC Köln kommt Littbarski natürlich auch nicht um die Personalie Said El Mala (19) drumherum. Den FC-Profi hatte Nagelsmann für die WM nicht nominiert, stattdessen nahm er den bei vielen Fans bereits zuvor in Ungnade gefallenen Leroy Sané (30) mit.
Für „Litti“ ein Unding, zumal er davon ausgeht, dass El Mala der DFB-Elf durchaus hätte helfen können: „In so einem Spiel wie gegen Paraguay hätte er uns helfen können. Er ist jemand, der mal was erzwingen will. Wie bei seinem Tor gegen die Bayern. Der will mal mit dem Kopf durch die Wand. Bei Sané, Wirtz und Musiala wirkt es dagegen so, als würden die sich vorher die Erfolgschancen ausrechnen und im Zweifel lieber kein Risiko eingehen. Die sind nicht frei im Kopf.“

