Der 1. FC Köln feierte am Samstag einen erlösenden Heimsieg gegen Mainz 05. Umjubelter Held war Ragnar Ache, der beim 2:1-Erfolg doppelt traf.
Premiere mit 27FC-Held Ache lüftet Geheimnis: „Wollte es schon länger ändern“
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Da stand das Goldköpfchen goldrichtig – oder besser Platin-Köpfchen!
Stürmer Ragnar Ache war mit seinem Doppelpack durch zwei Kopfbälle der Held des Spiels beim 1. FC Köln. Gegen Mainz traf er nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit zweimal per Kopf (56. und 86. Minute). Während er glücklich Interviews gab, dröhnte aus der FC-Kabine Feier-Musik.
Ragnar Ache über Haar-Aberglaube und Abstiegskampf
Es war der erste Dreier seit dem 2. November (4:1 gegen den HSV). Der FC hat dank Ache den Bock umgestoßen und den Abwärtstrend gestoppt. Sportdirektor Thomas Kessler (39) war happy und Trainer Lukas Kwasniok (44) lobte den 27-Jährigen für seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga: „Für ihn freut es mich extrem, weil er sehr viel arbeitet. Das geht im Blitzlichtgewitter manchmal unter. Da geht es ja nur um Momente, ob sie treffen oder nicht treffen. Was er Woche für Woche abspult, seitdem er da ist, hat ihn dazu gebracht, jetzt doppelt zu treffen. Glückwunsch an ihn, das hat uns sehr geholfen.“
Ache selbst war glücklich und erleichtert, nachdem er in Heidenheim und gegen Bayern schon gut gespielt hatte, sich aber nicht mit Toren belohnte: „Das letzte Mal, dass ich getroffen habe, war auch das letzte Mal, dass wir gewonnen haben. Das ist schon länger her gewesen. Stürmer werden ja an Toren gemessen. Und wenn man keine Tore schießt, dann kommen gewisse Gerüchte, gewisse Sachen in die Welt. Und man zweifelt natürlich auch ein bisschen am Selbstvertrauen, wenn man dann Chancen kriegt, so wie in Heidenheim zum Beispiel, und der Ball geht nicht rein. Ja, dann denkt man nach. Jetzt tun diese zwei Tore natürlich sehr gut.“
Ache war zwischenzeitlich so verunsichert, dass er alles versuchte. Sogar die Haarfarbe spielt dabei eine Rolle. Angesprochen auf sein platinblondes Haupthaar sagte Ache: „Das ist eine sehr gute Frage, weil ich schon vor dem Spiel gegen Bayern gefärbt habe. Da hat es noch nicht geklappt und jetzt schon. Jetzt habe ich zwei gemacht, also eigentlich eins und eins. Ich hoffe, ich kann so weitermachen.“
Ache ist also ein wenig abergläubisch, sein Haar-Trick hat funktioniert: „Ich wollte es schon länger ändern, es war Zeit, etwas anderes zu probieren.“ Der Angreifer will auf jeden Fall den Fuß auf dem Gaspedal halten: „Ich würde sagen, im Moment ist jedes Tor wichtig. Da müssen wir jetzt noch mehr schießen und weniger davon bekommen. Dann kann das noch eine – schöne würde ich es vielleicht nicht nennen – okay bis gute Saison werden.“
Eine Negativ-Serie wie zuletzt will Ache nicht mehr erleben: „Wir können nicht zufrieden sein mit acht Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Wir wollen die nächsten Spiele auch gewinnen, damit wir mehr Ruhe drin haben. Vor ein paar Wochen hatten wir auch einen gewissen Abstand, der ist dann weniger geworden. Jetzt müssen wir die Spannung halten, Spiele gewinnen oder zumindest punkten.“

