Der 1. FC Köln hat bei der 1:2-Niederlage beim Hamburger SV erneut zahlreiche Schwächen aufgezeigt bekommen. Trotzdem geht Sportgeschäftsführer Thomas Kessler nicht mit schlechten Gefühlen in die lange Länderspielpause. Bei vielen Fans sieht das anders aus.
„Ein Teil der Wahrheit“Fan-Wut & Pfiffe! Kessler geht „entspannt“ in die Pause
Der 1. FC Köln hat ein Jahr lang kein Auswärtsspiel gewinnen können. Unter Trainer René Wagner (38) gab es in bislang jedem Spiel Gegentore. Auch beim zuvor sieg- und torlosen Hamburger SV kassierte Köln zwei Treffer.
So wurde der FC beim 1:2 am Samstag (19. September 2026) zum Aufbaugegner für einen angeschlagenen HSV. Mit dem Sieg konnten die Hanseaten den letzten Tabellenplatz verlassen. Und beim FC raufen sich viele Fans die Haare: „Wie sull dat nur wiggerjonn?“
Kölns Tom Krauß: „Solche Nackenschläge sind sehr hart“
Für die Mannschaft gab es nach der Niederlage im Volksparkstadion nach dem Schlusspfiff Pfiffe. Die wütenden Fans wollten ihren Unmut nicht verbergen. FC-Kapitän Marvin Schwäbe (31) sagte: „Wir stehen nicht mit null Punkten unten im Keller, andererseits verstehe ich den Unmut von den Rängen. Aufgrund der ersten Hälfte muss man sagen: Es hätten drei Punkte sein können, wenn nicht gar müssen. Daran müssen wir arbeiten.“
Tom Krauß (25), der im Mittelfeld zumindest Biss in den Zweikämpfen zeigte, meinte: „Die Fans fahren einige Stunden hierher, da können sie unzufrieden sein, wie wir alle. Wir hatten gute Chancen, dann fällt das 0:1 wieder nach einem Standard. Solche Nackenschläge sind schon sehr hart. Wir müssen trotzdem weitermachen. Wir müssen ganz hart arbeiten.“
Der FC hat vier Punkte in vier Spielen gesammelt. Doch was den Anhängern Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass gegen Teams auf Augenhöhe nicht gewonnen werden konnte. 1:1 gegen Bremen, 1:2 beim HSV – so wird es schwer, im Abstiegskampf zu bestehen.
Kölns Sportchef Thomas Kessler (40) bleibt noch gelassen. Er meinte, von EXPRESS.de auf die Pfiffe angesprochen: „Die habe ich jetzt nicht gehört. Wenn Fans hier 400 Kilometer hinfahren und gerne den FC siegen sehen wollen, dann ist alles okay. Ich finde, wir haben hier im Stadion beim HSV im Prinzip genau das Gegenteil gesehen. Die haben es geschafft, nach drei sehr schlechten Spielen eine tolle Stimmung zu erzeugen. Wobei sie schon auch sehr wohlwollend damit umgegangen sind, dass der HSV sich im eigenen Stadion gegen den 1. FC Köln komplett hinten mit 5-4-1 reingestellt hat. Das ist auch ein Teil der Wahrheit.“
Kessler verwies darauf, dass im Vorfeld nur das Ziel Klassenerhalt ausgerufen wurde: „Ich kann nur daran appellieren: Es hat niemand gesagt, dass das eine super easy Saison wird und wir super locker durch die Saison gleiten werden. Wir wissen um unsere Themen, wir wissen um die Themen, an denen wir arbeiten müssen.“
Hier kannst du die Spieler des 1. FC Köln nach dem Spiel beim HSV benoten:
Eure FC-Noten im Spiel beim HSV
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Benotet werden können nur Spieler, die vor der 75. Minute eingewechselt wurden.
Marvin Schwäbe
Vor der anstehenden langen Länderspielpause hätte Kessler sich den ein oder anderen Punkt mehr erhofft: „Wir hätten es verdient, mehr als vier zu haben. Jetzt haben wir aber die vier. Damit gehen wir jetzt in die Pause. Dann werden wir mit einem sehr interessanten Spiel aus der Länderspielpause wieder rauskommen.“ Am 11. Oktober geht es weiter mit dem Heimderby gegen Borussia Mönchengladbach.
Kessler will die negative Stimmung im Umfeld von Mannschaft und Verantwortlichen fernhalten. Bundesliga ist für ihn kein Wunschkonzert: „Natürlich möchtest du zu Hause ein Spiel gegen Werder Bremen gewinnen. Das haben wir nicht geschafft. Dafür haben wir gegen Hoffenheim gewonnen, wo man nicht unbedingt von ausgehen konnte. Für mich ist wichtig, was wir mitnehmen aus dieser Phase. Und ich habe schon viele Dinge gesehen, die mir gut gefallen haben und die mich auch entspannt in die Länderspielpause gehen lassen. Aber mit dem klaren Arbeitsauftrag, dass es einfach viele Themen gibt, an denen wir arbeiten müssen. Das werden wir in den nächsten Wochen tun.“

