Am Samstag konnte sich der 1. FC Köln bei Said El Mala bedanken. Sein Treffer rettete in der Nachspielzeit einen Punkt. Sky-Experte Didi Hamann schwärmte.
DFB-PrognoseSky-Experte Hamann von El Mala geflasht
„Tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert – tausend und eine Aktion: und es hat Zoom gemacht!“ So könnte Klaus Lage (75) jetzt über Said El Mala (19) singen.
Der Kölner Youngster war nach etlichen Versuchen am Samstag (29. November 2025) der späte Held im FC-Trikot, rettete mit seiner Aktion in der Nachspielzeit das 1:1 bei Werder Bremen. Es war der fünfte Treffer im zwölften Bundesligaspiel. Und es war sein erstes Spiel über die komplette Zeit.
Hamann über El Mala: „Solche Spieler werden geboren“
FC-Kollege Marius Bülter (32) feierte El Mala: „Er ist im Eins-Gegen-Eis immer wieder für überraschende Aktionen verantwortlich bei uns im Spiel. Das hilft uns. Hier und da verliert er auch mal den Ball, dann müssen wir hinterherlaufen. Aber wenn er immer wieder Tore schießt, machen wir das gerne.“
El Mala und der Kölner Umgang mit ihm – das ließ Sky-Experte Didi Hamann (52) mit der Zunge schnalzen. Der ehemalige Nationalspieler und Liverpool-Star fand einige Superlative und gab eine klare DFB-Prognose ab.
„Es scheint ihn alles nicht zu belasten. Sie haben ja mit Waldschmidt, Bülter und noch andere da vorne. Aber was mir bei El Mala so gut gefallen hat – es wird ja immer gefragt bei so einem Spieler: ‚Wie ist sein Spiel gegen den Ball?‘ Aber so ein Spieler soll nicht gegen den Ball arbeiten. Bülter hat es ja gesagt, dass sie ab und zu für ihn mitlaufen müssen. Das macht man natürlich gerne, denn du willst so einen Jungen frisch halten und da musst du als Mannschaft einen Weg finden, wie du ihm so viel wie möglich Defensivarbeit abnimmst.“
Hamann weiter: „Man will ja nicht, dass er hinten an der Eckfahne grätscht. Wenn er dann 30 Meter vorm Bremer Tor ist, hat er die Kraft und die Konzentration nicht mehr. Von daher hat mir das wunderbar gefallen, dass ein erfahrener Spieler wie Bülter sagt, dass man gerne für ihn mitläuft.“
Der Erfolg gibt Köln recht. El Mala durfte vorne anlaufen, probieren, tricksen, drüberschießen, hängen bleiben. Doch diese eine Aktion in der 90.+1 hat gesessen und Köln nach zwei Niederlagen wieder einen wichtigen Punkt beschwert.
Hamann geriet regelrecht ins Schwärmen: „Er gleitet über das Feld. Er hat die Gabe aus einer Situation, die total unscheinbar und ungefährlich ist, mit einem Antritt, mit einer Finte, eine fast hundertprozentige Torchance zu machen. Das ist etwas Außergewöhnliches und deshalb ist er so gut anzuschauen.“
FC-Trainer Lukas Kwasniok sagte über seinen Goldjungen bei Sky: „Was ihn auszeichnet, ist, dass er sich von misslungenen Aktionen nicht beirren lässt. Er macht einfach immer weiter. Auf Dauer ist er nicht zu verteidigen.“
Hamann spitzte bei diesen Aussagen die Ohren. „Es ist ja schon erstaunlich, wenn der Trainer sagt, dass er über 90 Minuten nicht zu verteidigen ist – wenn man sonst alles kleinhalten will. Das ist ja schon ein Statement, da gibt es nicht so viele Spieler.“
In Watte packen müsse man El Mala sowieso nicht, der Hype mache ihm schließlich nichts aus. Hamann prognostiziert ihm eine große Zukunft: „Die Berufung zur Nationalmannschaft scheint ihn auch nicht verrückt gemacht zu haben. Das ist wunderbar zu sehen. Gerade in Köln kann es ja mal in das eine oder das andere Extrem gehen. Die Leute träumen, dass sie den neuen Poldi haben. Wir werden ihn auf Dauer wahrscheinlich in der Nationalmannschaft sehen. Er hat unheimliche Qualitäten, das ist etwas, was man nicht lernen kann. Solche Spieler werden geboren, die kannst du nicht da hintrainieren. Wie bei Lennart Karl auch. Jetzt haben wir zwei davon – wunderbar.“


