Baumgart sauer Sündenbock-Kultur geht ihm gegen den Strich – FC hielt sich an Gesundheitsamt-Regeln

Kölns Trainer Steffen Baumgart (hier auf einem Foto vom 7. November 2021) will sich nicht als Sündenbock hinstellen lassen. Wegen der vielen Fans ohne Maske im Stadion zum Derby gab es laute Kritik.

Kölns Trainer Steffen Baumgart (hier auf einem Foto vom 7. November 2021) will sich und den Fußball nicht als Sündenbock hinstellen lassen. Man habe sich beim FC an die Corona-Regeln des Gesundheitsamtes und des Landes NRW gehalten. Wegen der vielen Fans ohne Maske im Stadion zum Derby gab es laute Kritik.

Ärger in Köln: FC-Trainer Steffen Baumgart will sich nicht „als Sündenbock“ hinstellen lassen. Er gab die Kritik nach dem Derby gegen Mönchengladbach an die Politik zurück.

Wer Steffen Baumgart (49) fragt, bekommt Klartext zurück: Der Trainer des 1. FC Köln schießt ähnlich scharf wie seine Spieler gegen Borussia Mönchengladbach (4:1), sagt nach der Kritik am ausverkauften Derby: „Ich lasse mich nicht als Sündenbock hinstellen!“

Fotos von extrem vielen Fans, die die dicht an dicht ohne Maske in Köln die Spieler anfeuern: Das passte vielen bei extrem vielen Infektionen in Deutschland nicht.

1. FC Köln: 50.000 Fans im Stadion trotz steigender Corona-Zahlen

Diese Bilder von 50.000 Fans im Rhein-Energie-Stadion (am Samstag, 27. November 2021) sorgten angesichts der dramatischen Corona-Lage – mit steigenden Zahlen und der neuen Omikron-Variante – für heftige Kritik von allen Seiten, vor allem aus der Politik. Aber auch auf Twitter hagelte es Unverständnis. Und das, obwohl sich der Klub nur an die offiziellen Regeln von Gesundheitsamt und Landesverordnung hielt...

Steffen Baumgarts Antwort in der „ran Bundesliga Webshow“: „Ich habe das Gefühl, dass wir im Fußball immer gerne als Sündenböcke hingestellt werden. Da sind ganz andere in der Verantwortung, die seit zwei Jahren die Möglichkeit haben, klar zu agieren, und das tun sie nicht.“

Nicht die erste Politik-Kritik des FC-Trainers, dem bereits Markus Söders (54) Vorstoß zur Impfpflicht für Bundesliga-Profis gegen den Strich gegangen war. Auch im EXPRESS.de-Interview vor dem Derby machte Baumgart klar: „Es ist doch aktuell nicht der Fußball, der sich im Hinblick auf Corona schwach präsentiert. Schwach sieht die Politik aus.“

FC-Köln-Trainer Steffen Baumgart: „Finde ich sehr traurig“

Nun legte der Köln-Coach nach: „Ich finde, dass die Themen einfach zu wichtig sind, um sie auf dem Rücken der Fußballer auszutragen. Wenn 35.000 Pflegekräfte in zwei Jahren verschwinden, dann liegt das nicht an den Fußballern, sondern ganz klar an den fehlenden Konzepten. Wenn es in einem Land wie Deutschland nicht geschafft wird, genügend Intensivbetten zur Verfügung zu stellen, dann stelle ich mir die Frage, wer hier welche Verantwortung trägt.“

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Baumgart erwarte, dass die, die „die Verantwortung tragen, sie auch wahrnehmen und nicht mit dem Finger auf andere zeigen“, diese Sündenbock-Kultur finde er „sehr traurig“. Damit schiebt er die Kritik von sich und dem Fußball.

Der Trainer selbst setzt sich fürs Impfen ein, ist schon geboostert, wie er zuletzt verriet. „Ich hoffe, dass wir unser normales Leben aufrechterhalten können. Wenn das nicht geht, werden wir aber natürlich auch alles mittragen, was dazu beiträgt, diese Pandemie in den Griff zu kriegen.“

Wohl auch Geisterspiele. Söder kündigt leere Ränge in Bayern an, will diese Regelung deutschlandweit.

FC-Boss Alexander Wehrle (46) schweben da andere Lösungen vor: „Wir sind nicht die Hotspots. Ich plädiere dafür, über Maskenpflicht am Platz und 2G-Plus nachzudenken, bevor wir über Geisterspiele sprechen.“

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