Kommentar Dieses Erlebnis stärkt die FC-Gemeinschaft – so sollte Modeste in Erinnerung bleiben

Die Profis des 1. FC Köln feierten den Sieg gegen Schalke am Sonntag (7. August 2022) gemeinsam vor der Südkurve.

Die Profis des 1. FC Köln feierten den Sieg gegen Schalke am Sonntag (7. August 2022) gemeinsam vor der Südkurve.

Was für ein Auftakt der Bundesliga-Saison. Der 1. FC Köln muss Anthony Modeste ziehen lassen, schlägt aber Schalke 04. EXPRESS.de kommentiert den ersten Spieltag.

Der 1. FC Köln ist am Sonntag (7. August 2022) auch ohne Anthony Modeste (34), der zu Borussia Dortmund wechselt, mit einem 3:1-Sieg gegen Schalke 04 in die Bundesliga-Saison gestartet. Der EXPRESS.de-Kommentar zum ersten Spieltag.

Anthony Modeste verloren, aber den Saison-Auftakt gewonnen – hinter dem 1. FC Köln liegt ein irrer erster Spieltag. Und ein maximal wichtiger Sieg, der mehr als die drei Punkte in der Tabelle wert ist.

So kurios das 3:1 gegen Aufsteiger Schalke auch zustande kam: Es war eine starke Reaktion auf den Transfer-Schock und ein absoluter Erfolg des Kollektivs. Genau dieses braucht der FC nach dem Abgang seines Top-Torjägers, der vergangene Saison 38,5 Prozent aller Köln-Treffer erzielt hatte (Liga-Spitze), mehr denn je.

Dank des Schalke-Dreiers läuft der FC nicht Gefahr – wie 2017 im bis dato letzten Europapokal-Jahr, als Modeste ebenfalls ging – sofort wieder im Tabellenkeller zu hängen und einen Fehlstart hinzulegen. Das Risiko war nach dem Pokal-Aus bei Zweitligist Jahn Regensburg und angesichts der nun folgenden Auswärtsaufgaben bei den beiden Champions-League-Teilnehmern RB Leipzig und Eintracht Frankfurt definitiv gegeben.

Alles zum Thema Anthony Modeste

Keine Frage, dieser verrückte Sonntag in Müngersdorf, an dem der FC dem Modeste-Verlust (für fünf Millionen Euro zum BVB) getrotzt hat, wird die ohnehin schon eingeschworene Gemeinschaft noch mal stärken, gibt dem kompletten Team vom Start weg das Gefühl: Egal, was passiert oder wer fehlt, wir können in dieser Liga weiterhin bestehen. Coach Steffen Baumgart lebt jene Marschrichtung vor wie kein Zweiter, und zwar seit Tag eins.

Modeste geht als erfolgreichster FC-Stürmer der jüngeren Klub-Geschichte

Dass der Modeste-Transfer schwer wiegt und die Saison komplizierter macht, ist ebenso Fakt – aber Baumgart und seine Truppe scheinen deutlich bereiter als der 2017er-FC zu sein, den Abgang aufzufangen.

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Der Fan-Frust ist natürlich riesig, was bei allem Modeste-Ärger jedoch nicht vergessen werden sollte: Dieser Mann hatte immensen Anteil an den beiden einzigen Europapokal-Einzügen der vergangenen 30 Jahre und hat in den letzten Monaten nie einen Hehl aus seinen Wechsel-Absichten gemacht.

Dass es mit der Fußballromantik und Liebe schnell vorbei ist, wenn es ums Geld geht, ist beileibe kein neues Phänomen. Zieht man die Tatsache, dass Modeste auf der Zielgeraden seiner Karriere plötzlich noch um Titel und in der Champions League spielen kann, hinzu, sollte man ihn nicht als Söldner, sondern als das in Erinnerung behalten, was er allein schon aufgrund seiner Tor-Statistik ist: der erfolgreichste FC-Stürmer der jüngeren Klub-Historie. Auch wenn er sich den Legendenstatus eines Jonas Hectors nun, nach seinem zweiten Köln-Abschied, abschminken kann.

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