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Wohin führt der Weg des 1. FC Köln? FC verkündet Aus für Sportchef Horst Heldt

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Horst Heldt nachdenklich auf der Bank beim Relegationsspiel in Kiel. Diese Partie war seine letzte als FC-Geschäftsführer.

Köln – Wohin führt der Weg des 1. FC Köln? Trotz der Rettung stehen dem Klub schwere Zeiten bevor. Einer wird diese nicht mehr bestreiten: Horst Heldt (51) ist nicht mehr Teil des Plans für die Zukunft des FC, einen Neuanfang trauten ihm die Bosse nicht zu. Der Klub trennte sich vom Geschäftsführer Sport!

  • 1. FC Köln braucht Transfereinnahmen von 20 Millionen Euro
  • Sebastiaan Bornauw, Ellyes Skhiri & Ismail Jakobs als Verkaufsobjekte
  • FC trennt sich von Sportchef Horst Heldt

Am Sonntagabend (30. Mai) machte der FC die Entscheidung, von der EXPRESS bereits zuvor am Tag berichtet hatte, mit einer Pressemitteilung offiziell. „Nach Einschätzung des Vorstands und des Gemeinsamen Ausschusses ist trotz des erreichten Klassenerhalts im sportlichen Bereich eine Neuausrichtung erforderlich“, hieß es in der Begründung.

Die Finanzen: 1. FC Köln braucht Millionen-Einnahmen

Zwei Jahre in Folge ging der 1. FC Köln ins finanzielle Risiko, um sportlich konkurrenzfähig zu sein und die Bundesliga zu sichern. Während der Erfolg auf dem Rasen überschaubar blieb, rissen die Ausgaben weitere Löcher in die durch Corona ohnehin schwer belastete Bilanz. Zwar verzichteten Vorstand, leitende Mitarbeiter und die Spieler auf zehn bis 15 Prozent ihrer Bezüge und viele Fans spendeten, aber das war angesichts der wegbrechenden Einnahmen viel zu wenig.

„Wir sind Horst Heldt sehr dankbar, dass er den Posten beim 1. FC Köln unter schwierigen Rahmenbedingungen übernommen und alles für den FC gegeben hat. Wir wissen, wie sehr er unseren Verein im Herzen trägt – entsprechend ist uns der Schritt nicht leichtgefallen. Aber wir können mit der Zusammenstellung des Kaders und der sportlichen Entwicklung in der abgelaufenen Saison nicht zufrieden sein“, sagte FC-Präsident Werner Wolf (64).

Heldts Aufgaben übernehmen zunächst Jörg Jakobs (50) und Thomas Kessler (35). „Jörg Jakobs wird die strategische Ausrichtung des sportlichen Bereichs und die Kaderplanung verantworten. Thomas Kessler wird als operativer Leiter der Lizenzspielerabteilung die Schnittstelle zwischen Jörg Jakobs, Lukas Berg, Leiter Administration Lizenzspielerabteilung, und dem Team bilden“, erklärte der FC.

Schon jetzt ist klar, dass Transfereinnahmen von mindestens 20 Millionen Euro nötig sein werden, damit der FC die Saison durchfinanzieren kann.

Die Mannschaft: Wichtige Stützen stehen vor dem Abschied

Das geht natürlich nur über Verkäufe von Leistungsträgern. Die Kandidaten sind überschaubar: Keeper Timo Horn (27) dürfte bleiben, genau wie Kapitän Jonas Hector (31) als unverzichtbare Identifikationsfigur.

Anders sieht es bei Sebastiaan Bornauw (21) aus, der bei Norwich City auf dem Zettel steht. Ellyes Skhiri (26) dürfte eine neue Herausforderung suchen, der Dauer-Läufer im FC-Mittelfeld käme für einen französischen Spitzenklub in Frage, etwa Olympique Lyon, wo Ex-Leverkusen-Coach Peter Bosz gerade anheuert. Ismail Jakobs (21) als schneller, entwicklungsfähiger Spieler wird ebenfalls seinen Markt haben.

Verlassen werden den Klub Marco Höger (31), Salih Özcan (23) und die Leih-Profis Marius Wolf (26) und Elvis Rexhbecaj (23). Wolf steht noch in Dortmund unter Vertrag, Elvis beim VfL Wolfsburg. Keeper Marvin Schwäbe (26) kommt, macht Timo Horn Konkurrenz. Dazu kommt Dejan Ljubicic ablösefrei, wohl als Skhiri-Nachfolger.

Der Sportchef: Horst Heldt ist weg

Seit Wochen hielten sich die Gerüchte, dass die Zukunft von Sportchef Horst Heldt (51) mehr als fraglich ist – selbst im Fall des Klassenerhalts. Schließlich kann ein Erfolg gegen einen völlig entkräfteten Zweitligisten nicht das grundsätzliche Urteil in Sachen sportliche Leitung ernsthaft beeinflussen. Mit der Rettung im Nachsitzen hat der FC zwar das Minimal-Ziel Bundesliga erreicht, doch auch seine Aussagen in der vergangenen Woche („Ich hatte seit zwei Wochen keinen Kontakt zum Vorstand“) zeugten nicht gerade von einem Vertrauensverhältnis.

Was für Heldt sprach? Der Sportchef hat die Gespräche mit Steffen Baumgart geführt, der neue Trainer hatte sich für eine Zukunft in Köln in der Konstellation entschieden - und machte sich dementsprechend für Heldt auch öffentlich stark.

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Erleichterung über die Rettung: Für Finanzchef Alexander Wehrle (r.) geht es beim 1. FC Köln weiter, Sportchef Horst Heldt könnte am 29. Mai bei Holstein Kiel das letzte Spiel in verantwortlicher Position absolviert haben.

Doch das alles reichte nicht, die Bosse trauten ihm einen Neuanfang nicht mehr zu. Am Sonntagvormittag beschloss der Gemeinsame Ausschuss formell das Aus von Heldt und unterrichtete anschließend den Sportchef und seinen Kollegen Alexander Wehrle (46).

Übergangsweise lenkt Dr. Jörg Jakobs (50) die Geschicke des FC. Der gebürtige Trierer hatte 2012 nach dem Abstieg eine extrem schwierige Situation gemeistert, scheut aber dauerhaft den Job an vorderster Front. Ihm zur Seite stehen für die nächsten Wochen der unter Heldt etwas ins Abseits geratene Ex-Keeper Thomas Kessler und Heldts Assistent Lukas Berg. Auf das Trio wartet mit den Leih-Rückkehrern und dem Umbruch im Kader eine Heidenarbeit.

Finanzgeschäftsführer Alexander Wehrle bleibt beim 1. FC Köln

Klar ist: Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle (46) ist in dieser schwierigen Situation unverzichtbar, bei ihm laufen die Fäden auf der Geschäftsstelle zusammen. Deshalb sagt Wolf und Wehrle dem VfB Stuttgart auch ab, als der über einen Headhunter Kontakt zu Wehrle aufgebaut hatte.

Immerhin eine Konstante beim 1. FC Köln, auf den in drei Wochen eine virtuelle Mitgliederversammlung wartet. Da stellt sich Carsten Wettich (41) zur Wahl als Vizepräsident. Durch die Rettung in Kiel dürfte die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrheit deutlich gestiegen sein.