Hier kickt der FC-Coach für die DDR 13 Tore: So lief Baumgarts „Länderspiel“-Debüt

Steffen Baumgart spielt für die DDR gegen Ostfriesland.

Steffen Baumgart am Ball. Der Trainer des 1. FC Köln spielte am Samstagnachmittag (9. Oktober 2021) für die DDR bei einem Benefiz-Länderspiel gegen Ostfriesland.

Die Bundesliga pausiert, Steffen Baumgart nicht: Der Trainer des 1. FC Köln spielte bei einem Benefiz-„Länderspiel“ für die DDR gegen Ostfriesland.

Emden. Länderspiel-Debüt mit 49? Kein Problem für Steffen Baumgart! Während seine FC-Jungs am Wochenende entspannen können, schnürte der Kölner Trainer am Samstag (9. Oktober 2021) die Fußballschuhe – und lief bei einem Benefiz-Kick für die DDR auf.

In Emden traf der gebürtige Rostocker mit seinem Auswahlteam um Ex-Nationalspieler Jörg Heinrich (51, u.a. Dortmund) auf Ostfriesland. Die Gastgeber ließen Baumgart & Co. keine Chance, schossen die DDR mit 9:4 ab. Alles für den guten Zweck: Die Erlöse kommen dem örtlichen Hospiz zugute.

Steffen Baumgart vergibt Ausgleichschance für DDR

1000 Zuschauer waren im Ostfriesland-Stadion dabei, vor Anpfiff schallte die DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“ aus den Lautsprechern. Kaum war sie verklungen, stand es schon 2:0 für die Hausherren (4.). Dabei hatte Baumgart (mit der Nummer 9) kurz zuvor noch die große Chance zum Ausgleich gehabt. Später zog sich der Ex-Stürmer zurück, gab den Libero.

Baumgart nach Abpfiff: „Alle sind gesund geblieben, das ist erst mal das Wichtigste. Und Ostfriesland hat gewonnen – Glückwunsch! Ich freue mich, viele Gesichter gesehen zu haben, die ich lange nicht mehr gesehen hatte. Das ist doch das Schönste an so einer Geschichte.“

Das „Länderspiel“ war für den FC-Trainer eine Reise in die Vergangenheit. Nach der Wende war er 1991 von Dynamo Schwerin nach Ostfriesland gewechselt, spielte drei Jahre lang für die SpVg Aurich und absolvierte parallel eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Für den damals 19-Jährigen „eine schöne und lehrreiche“ Zeit. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt, alle waren offen und haben es einem leicht gemacht.“

In Aurich hatte Baumgart eine Profi-Karriere eigentlich schon abgehakt, wurde aber von Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf (63) entdeckt. Also wechselte der Angreifer 1994 zurück in seine Geburtsstadt und startete doch noch durch, lief insgesamt 225-mal in der Bundesliga auf – für Rostock, Wolfsburg und Cottbus.

Steffen Baumgart während seiner Zeit bei der SpVg Aurich

Die SpVg Aurich im August 1993. Mit dem heutigen FC-Trainer Steffen Baumgart (obere Reihe, 3.v.l.)

Baumgart war längst nicht der einzige DDR-Fußballer, den es in den Nach-Wende-Jahren nach Ostfriesland zog. Die Amateur-Klubs Aurich (4. Liga) und Emden (3. Liga) lockten etliche gestandene Erstliga-Spieler an, darunter auch Jörg Heinrich.

St.-Pauli-Trainer spielt für Ostfriesland

30 Jahre ist das mittlerweile her, dank des Benefiz-Länderspiels lebte die spannende Zeit am Samstagnachmittag noch mal auf – organisiert von Fußball-Weltenbummler Kai Schoolmann. Der Ostfriese ist mit seiner Fahne „Grossheide“ Stammgast bei den großen Turnieren der Nationalmannschaft.

Steffen Baumgart spricht mit Jörg Heinrich.

Gemeinsam für die DDR im Einsatz: Steffen Baumgart (l.) und Jörg Heinrich beim Benefiz-Länderspiel gegen Ostfriesland.

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Für den besonderen Länder-Vergleich in Emden hatte er neben Baumgart und Heinrich noch weitere namhafte Ex-Profis zusammengetrommelt. Für Ostfriesland lief unter anderem St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (44) auf, Europameister Dieter Eilts (56) saß auf der Trainerbank. Moderiert wurde das Event vom früheren Sky-Kommentator Rolf „Rollo“ Fuhrmann (72), ebenfalls gebürtiger Ostfriese.

Mit einem Baumgart-Treffer wurde es allerdings nichts. Die Tore für die DDR erzielten Heinrich, Enrico Neitzel, Markus Winkler und Torsten Peplow. Die Siege hebt sich der Köln-Coach lieber für den FC auf!

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