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„Alles andere als ein Selbstläufer“ So schlugen sich Kölns Leih-Profis – kommt Castrop frühzeitig zurück?

Jens Castrop spielt den Ball vor dem heranrauschenden Noah Katterbach.

Damals noch zusammen im FC-Dress: Jens Castrop (links) und Noah Katterbach im Trainingslager in Donaueschingen am 22. Juli 2022.

Drei Profis hat der 1. FC Köln in der abgelaufenen Saison 2021/22 ausgeliehen. Ausgerechnet der, der richtig durchstartete, hat keine FC-Zukunft. So sieht der Stand bei den Leih-Spielern aus.

Neu-Sportboss Christian Keller (43) will mit dem 1. FC Köln als „Entwicklungsklub“ erfolgreich sein. Doch gerade aus dem eigenen Stall schafft längst nicht jeder junge Geißbock direkt den Bundesliga-Sprung.

Während Steffen Baumgart (50) den FC nach Europa coachte, suchten im Januar 2022 zwei junge Profis anderswo den nächsten Entwicklungsschritt: Jens Castrop (18) ging in Liga zwei zum 1. FC Nürnberg, Noah Katterbach (21) wechselte nach Dauer-Formtief zum Schweizer Top-Klub FC Basel.

Dimitrios Limnios (23) hatte der FC schon im Sommer zuvor bei Twente Enschede geparkt. Wie das jeweilige Leih-Modell fällt auch das Saison-Fazit zu den drei Köln-Kickern grundverschieden aus.

Jens Castrop: Bisher kaum Einsätze beim 1. FC Nürnberg

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Castrops Leihe ist auf den ersten Blick ein Flop. Statt viel Spielzeit auf Top-Niveau sammelte er dürftige 53 Zweitliga-Minuten in einem halben Jahr (fünf Einsätze), ansonsten noch sieben Spiele für Nürnbergs Zweite in der Regionalliga Bayern (ein Tor).

Kein Grund zur Panik beim FC – Lizenzspieler-Leiter Thomas Kessler (36) erklärt: „Er hat schon in Ansätzen gezeigt, dass er der Mannschaft weiterhelfen kann. Die Leihe ist ja extra auf 18 Monate (bis Sommer 2023, Anm. d. Red.) ausgelegt. Das ist das erste Mal aus seinem Heimatverein raus, getrennt von der Familie, ein bisschen weiter weg.“

Thomas Kessler: „Hat 18 Monate Zeit, sich da durchzusetzen“

Das halbe Jahr gilt nicht als verloren, sondern als planungsgemäße Eingewöhnungszeit für den U19-Nationalspieler. Eine frühzeitige Rückkehr ans Geißbockheim kommt nicht infrage, Castrop soll in der kommenden Saison mit Nürnberg um den Aufstieg spielen.

„Es ist bewusst so gewählt worden, dass er 18 Monate Zeit hat, sich da auch durchzusetzen und seine Qualität unter Beweis zu stellen. Wir trauen ihm durchaus zu, jetzt im kommenden Jahr, nach der Anlaufzeit, eine höhere Spielzeit zu haben“, sagt Kessler.

Klar ist: Ohne die Mittel für Star-Neuzugänge braucht der FC weiter dringend eigene Talente, die bundesligareif sind – und möglichst wie jüngst Salih Özcan (24) Millionenablösen in die Kassen spülen.

„Entsprechend ist so ein Leihgeschäft, wie Jens das letztes Jahr schon gemacht hat oder Marvin Obuz jetzt mit Kiel macht, für uns enorm wichtig. Um unsere Jungs weiterzuentwickeln und zu sehen, wie sie sich durchsetzen in der 2. Fußball-Bundesliga. Es ist alles andere als ein Selbstläufer, da zu spielen“, weiß Kessler.

Castrop und Obuz (bis Sommer 2023 an Kiel ausgeliehen) traut man eindeutig eine FC-Zukunft zu, bei Noah Katterbach ist die Perspektive dagegen ungewiss. Obwohl der U21-Nationalspieler schon 40 Bundesliga-Spiele auf dem Buckel hat!

Noah Katterbach: Einbruch nach Top-Start beim FC Basel

Nach Karriere-Knick bereits mit Trainer Markus Gisdol (52) und nur einem Einsatz in der Hinrunde 2021/22 unter Baumgart-Regie ergriff der Linksverteidiger mangels Spielchancen die Winter-Flucht. In einem außergewöhnlichen Modell verliehen ihn die Geißböcke bis zum 31. Dezember 2022 mit Kaufoption zum FC Basel.

Nach anfangs acht Startelf-Spielen infolge mit drei Scorer-Punkten geriet Katterbachs Lauf auch in der Schweiz rasch ins Stocken. Basel verspielte die Meisterschaft und Kölns Leih-Kicker seinen Stamm-Platz. Seit Mitte März durfte der zweifache Gewinner der goldenen Fritz-Walter-Medaille noch genau einmal über 90 Minuten ran und schaffte keine Torbeteiligung mehr.

1. FC Köln: Katterbach-Zukunft offen, Limnios ohne Rückkehr-Chance

Bisher kaum eine überzeugende Bewerbung für einen Basel-Verbleib oder langfristige FC-Perspektiven. Eine Entscheidung wird jedoch erst im Winter fallen. Immerhin: Wie sein Heimat-Klub spielt Katterbach im Sommer mit Basel um den Einzug in die Conference League.

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Dort könnte auch Dimitrios Limnios (23) dabei sein – allerdings ebenfalls nicht im Köln-Dress. Der Grieche hat keine Zukunft am Geißbockheim, sein Leih-Klub Twente Enschede nach einer tollen Saison des Dribblers aber offenbar Interesse an einer Weiterverpflichtung.

Limnios' Leihe war ohnehin nicht als Entwicklungs-Phase gedacht, die Verantwortlichen um Keller und Kessler planen nicht mit einem Verbleib des Nationalspielers, der Vertrag bis 2024 hat. Sowohl für eine erneute Leihe als auch einen direkten Transfer ist der FC gesprächsbereit.

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