Trainer-Verlängerung & Kader-Planung Das sagen Baumgart und Keller zum FC-Start

Steffen Baumgart (l.) und Christian Keller auf der Pressekonferenz des 1. FC Köln zum Saisonstart.

Steffen Baumgart (l.) und Christian Keller am Montag (27. Juni 2022) auf der Pressekonferenz des 1. FC Köln zum Trainings-Auftakt.

Steffen Baumgart und Christian Keller haben bei einer Pressekonferenz über den Vorbereitungsstart des 1. FC Köln, die Kader-Planung und die Vertragsverlängerung des Cheftrainers gesprochen.

Die Tests und Untersuchungen sind geschafft, am Montagvormittag (27. Juni 2022, 11 Uhr) geht es für den 1. FC Köln wieder auf den Rasen.

Vor dem ersten Mannschaftstraining der neuen Saison standen Sport-Geschäftsführer Christian Keller (43) und Chefcoach Steffen Baumgart (50) auf einer Pressekonferenz Rede und Antwort. Unter anderem über Baumgarts Vertragsverlängerung bis 2024.

Baumgart: „Ganz viele Ziele, die man mit diesem Verein erreichen kann“

Lesen Sie die Pressekonferenz in unserem Ticker noch einmal nach.

Keller über Verlängerungen der 2023 auslaufenden Spieler-Verträge: „So weit möchte ich den Bogen noch nicht spannen. Das werden wir gemeinsam abstimmen. Erst mal haben wir den Sommer 2022. Grundsätzlich ist es natürlich so, wenn eine hohe Anzahl an Verträgen ausläuft, dass sich die Möglichkeit bietet, Kaderstrukturen klarer zu ziehen und gegebenenfalls Gehaltsgefälle, die momentan da sind, auszugleichen. Sodass man eine klarere Systematik hat.“

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Keller über die finanziellen Mittel für die FC-Transfers: „Der Rahmen ist begrenzt. Aber wir können uns innerhalb dieses Rahmens bewegen und müssen bestmöglich entscheiden. Die Namen sind vielleicht nicht die spektakulärsten. Thomas Kessler hat so schön gesagt: Wir holen keine Spieler, wo die Menschen in Köln Polonaise durch die Stadt tanzen, wenn sie den Namen hören. Aber das ist auch gar nicht entscheidend, sie sollen lieber irgendwann mal tanzen, wenn die Spieler gut spielen. Ich bin mit dem, was wir gemacht haben, einverstanden.“

Baumgart über den aktuellen Kader: „Wir wissen, was wir können und was wir nicht können. Wir wollen unseren Fußball weiterspielen. Deswegen haben wir diese Verpflichtungen vorgenommen. So wie der Kader jetzt aussieht, können wir sehr gut in die Saison starten. Wir schauen uns noch um nach einem flexiblen Offensivspieler, da sind wir dran. Das hat aber nichts mit möglichen Abgängen zu tun. Der Kader ist genauso gut wie letztes Jahr. Schön, dass mir das jetzt alle glauben. Letztes Jahr war das nicht so. Wir sind gut aufgestellt und können eine sehr, sehr gute Saison spielen.“

Keller über das Trainerteam: „Das Trainerteam ist sehr, sehr gut. Wir hatten am Samstag wieder eine Besprechung, wo ich sehr angetan war. Das war ein hohes Niveau, das da präsentiert wurde. Es spricht alles dafür, auch mit dem Trainerteam Schritt für Schritt zu verlängern. Mit dem einen oder anderen habe ich auch schon gesprochen. Das sind Themen, die wir im Laufe des Sommers und frühen Herbstes angehen können.“

Keller über das Pokal-Los Regensburg: „Ich war auf dem Rückweg nach Hause, stand an der Ampel und habe in einer Minute 50 Nachrichten bekommen. 40 davon aus Regensburg. Als mir eingefallen ist, dass Pokal-Auslosung ist, wusste ich schon: Okay, scheiße, das ist nicht das optimale Los. Grundsätzlich möchte ich, dass Regensburg so weit kommt, wie es nur geht, weil ich Fan bleibe. In dem Fall muss Regensburg aber leider in der ersten Runde ausscheiden.“

Baumgart über sein frühzeitiges FC-Bekenntnis trotz der vielen freien Stellen in der Bundesliga: „Das Trainer-Karussell dreht sich seit Jahren. Im letzten Kalenderjahr gab es, glaube ich, 21 Wechsel, das ist extrem. Ich habe mich früh entschieden, dass ich sehr gerne bleiben will, weil es einfach Spaß macht. Das ist immer das Wichtigste. Und es gibt ganz viele Ziele, die man mit diesem Verein erreichen kann, wenn man daran arbeitet. Das letzte Jahr war ein Vorgeschmack, da haben wir sogar einiges liegenlassen. Der DFB-Pokal tut mir noch immer weh. Ich bin mir sicher, dass wir noch nicht am Ende sind.“

Baumgart über den Prozess der Transfers: „Ich war an jedem Prozess beteiligt. Es ist aber auch kein Spieler dabei, der mir unbekannt war. Wir haben mit allen das persönliche Gespräch gesucht und konnten die Jungs von dem, was wir hier machen, überzeugen.“

Baumgart über das Saisonziel: „Wir wollen guten Fußball spielen und den Verein weiterentwickeln. Über Platzierungen oder Punkte will ich heute nicht reden. Oben ankommen ist das Eine, oben bleiben das Schwierige. Wir reden aber über keinen Absturz, sondern wollen die Mannschaft entwickeln und weiter stabilisieren. Das Sensationelle an der letzten Saison war, wie die Mannschaft nach dem Vorjahr wiedergekommen ist. Das hat ihr keiner zugetraut. Jetzt weiß jeder, wie wir Fußball spielen werden. Das heißt, wir müssen neue Lösungen finden. Unser Weg wird da nie zu Ende sein. Das Wichtigste ist, diesen Verein in der Bundesliga zu halten. Das heißt nicht, dass wir 14. werden wollen. Mein Ziel ist, erfolgreich Fußball zu spielen und den Verein aus allen Schwierigkeiten rauszuhalten. Wo wir genau hinwollen, darüber sprechen wir, wenn die Vorbereitung vorbei ist.“

Keller ergänzt: „Wir setzen uns mit der Leistung und nicht dem Ergebnis auseinander. Die Art und Weise, wie wir arbeiten, können wir jeden Tag beeinflussen. Wenn die Leistung über einen längeren Zeitraum stimmt, sind gute Ergebnisse die Folgeerscheinung. Dabei liegt der Fokus auf der Bundesliga. Wenn Sie da eine Punkte-Vorgabe wollen: Für uns geht es darum, so schnell wie möglich auf 40 Punkte zu kommen. Dann schauen wir, wie viele Spiele noch übrig sind. Und natürlich wollen wir auch in den Pokal-Wettbewerben gut sein, das steht ja außer Frage.“

Baumgart über den Zeitpunkt 2024: „Ich finde es im Fußball schwierig, langfristig zu planen. Wir wissen schon, was hier passieren kann, wenn es mal nicht so gut läuft. Man muss sich auch immer selbst hinterfragen und über die eine oder andere Sachen sprechen, was die Zukunft angeht. Wir haben für uns gesagt, dass wir im Jahrestakt sprechen, um immer Planungssicherheit zu haben. Dass wir uns im Frühjahr hinsetzen und gucken, wie die Saison gelaufen ist, wo wir ansetzen wollen und ob wir noch den gleichen Weg gehen. Dann wollen wir uns auch klar dazu besprechen, dass wir weitermachen wollen. Dieses Freiburger-Modell, über das gerne gesprochen wird, ist einfach ein sehr gutes. Man muss nichts auf drei oder vier Jahre ansetzen, wo man weiß, dass es im Fußball schwierig wird.“

Keller über künftige, jährliche Vertragsgespräche: „Sicherlich nicht schon jetzt im Herbst. Vielleicht im Frühjahr oder Sommer, so wie es passt. Die Zusammenarbeit ist noch nicht lange, aber sehr offen und vertrauensvoll, sodass wir miteinander klarkommen werden.“

Keller über Transfers: „Wir freuen uns, dass auf der Zugangsseite schon einiges passiert ist. Die Spieler, die wir gezielt angesprochen haben, konnten wir allesamt für uns gewinnen. Das ist eine sehr positive Nachricht. Zum Thema Abgänge ist es mir ein Bedürfnis, zu sagen, dass schon wir entscheiden, ob und wer abgeht. Ein Spieler, der sich korrekt verhält, gut einbringt, sein Bestes auf dem Trainingsplatz gibt und in der Kabine unsere Werte hochhält, zu dem werden wir nicht sagen, dass er gehen muss. So wollen Steffen, ich und die anderen Verantwortlichen nicht die Mannschaft führen. Wir werden den Spielern aber klare Einschätzungen geben, wie es um ihre Chancen steht. Wenn daraufhin ein Spieler nicht einverstanden ist mit seiner Perspektive, liegt es an ihm, uns zu sagen, dass er sich verändern möchte. So ist nach wie vor die Ausgangssituation. Dann werden wir sehen, welche Spieler auf uns zukommen.“

Baumgart über seine Verlängerung: „Ich bin gerne hier und dieses Projekt ist einfach noch nicht beendet, da bin ich mir sicher. Wir haben Ziele, wollen diesen Verein weiterentwickeln und aus dieser schwierigen Situation weiter rauskommen. Das wollen wir gemeinsam angehen. Deswegen war relativ schnell klar, dass ich verlängere. Wir haben nicht lange geredet, waren uns schnell einig. Wir wollten nur mit der Verkündung warten, bis alle wieder da sind.“

Keller über Baumgarts Verlängerung: „Eine sehr freudige Botschaft zum Auftakt in die Saison, Steffen hat beim 1. FC Köln verlängert. Das freut hier alle sehr, alle Verantwortlichen, Mitarbeiter und Spieler. Weil Steffen sicherlich mit der zentrale Aspekt und Mensch dafür war, dass der FC in der letzten Saison wieder so einen guten und attraktiven Fußball gespielt hat. Wir haben ganz bewusst um plus ein Jahr verlängert. Wir sind der Meinung: Es liegt nicht an der Vertragslänge, wie gut eine Zusammenarbeit ist, sondern eher am regelmäßigen Austausch. Sodass wir vereinbart haben, dass wir uns künftig im Jahres-Rhythmus zum Thema Vertrag zusammensetzen. Dann können wir entsprechend immer weiter verlängern.“

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