Modeste-Ersatz? So reagiert Keller auf die Cordoba-Gerüchte – FC winkt Tony-Nachschlag vom BVB

Sportboss Christian Keller (M.) mit Lizenzbereich-Leiter Thomas Kessler (r.) und Jörg Jakobs beim Training des 1. FC Köln am 10. August 2022

Sportboss Christian Keller (M.) mit Lizenzbereich-Leiter Thomas Kessler (r.) und Jörg Jakobs beim Training des 1. FC Köln am 10. August 2022

Der 1. FC Köln hat noch nicht entschieden, ob er nach dem Wechsel von Anthony Modeste einen weiteren Stürmer verpflichtet, darf aber auf einen Transfer-Nachschlag von Borussia Dortmund hoffen.

Woche eins nach dem Modeste-Abgang. Mittwochvormittag nahm der 1. FC Köln ohne den zum BVB gewechselten Torjäger die Vorbereitung auf den Auswärts-Kracher bei RB Leipzig (Samstag, 13. August 2022, 15.30 Uhr) auf. Noch haben die Klub-Verantwortlichen nicht entschieden, ob sie auf dem Transfermarkt nachlegen – doch für Tony winkt ihnen ein satter Nachschlag…

Als wäre das Transfer-Theater rund ums Schalke-Spiel nicht schon genug gewesen, brach in den Folgetagen der nächste Wechsel-Wahnsinn über die FC-Bosse herein. Unzählige Berater meldeten sich, um ihre Stürmer anzupreisen. Bislang vergeblich.

Thomas Kessler: „Weder eine Tendenz noch Gespräche“

Lizenzbereich-Leiter Thomas Kessler (36) sagt zu EXPRESS.de über weitere Neuzugänge: „Wir werden uns in Ruhe zusammensetzen und die Situation bewerten, was auch ohne den Abgang passiert wäre. Aktiv werden wir logischerweise nur, wenn es für uns nachhaltig Sinn ergeben sollte. Bislang gibt es weder eine Tendenz noch Gespräche zu einem weiteren Transfer.“

Alles zum Thema Jhon Cordoba

Heißt im Klartext: Die angeblichen Verhandlungen mit Joel Pohjanpalo (27, Bayer Leverkusen) und Branimir Hrgota (29) gehören ins Reich der Fabeln. Der Fürth-Kapitän hatte die kölsche Gerüchteküche bereits vor Wochen ins Brodeln gebracht, war nach EXPRESS.de-Informationen allerdings nie ein Thema.

Noch wilder klingen die Spekulationen um eine Rückkehr von Jhon Cordoba (29), die Fahrt aufnahmen, weil der Kolumbianer seinen Instagram-Kanal mit einem Profilbild aus Köln-Zeiten schmückt. Cordoba war 2017 bekanntlich schon einmal als Modeste-Nachfolger verpflichtet worden, ist mit 17 Millionen Euro (an Mainz) der Rekord-Einkauf des Klubs.

In Tor-Laune kam er erst nach dem Abstieg, wechselte dann 2020 (nach 37 Treffern in 85 FC-Pflichtspielen) für 15 Millionen Euro zu Hertha BSC. Inzwischen kickt Kölns früherer Publikumsliebling in Krasnodar, sein Salär dürfte jenseits der vier Millionen Euro liegen, die Modeste beim FC eingestrichen hat. Damit würde er so gar nicht ins neue Gehaltsgefüge passen – unabhängig davon, dass Leihen aus Russland aufgrund des Ukraine-Kriegs ohne Zahlungen an den russischen Verein und Veto-Chance dessen möglich sind (bis zum 30. Juni 2023).

Jhon Cordoba (l.) und Anthony Modeste am 16. Februar 2020 im Spiel gegen den FC Bayern München.

Jhon Cordoba (l.) und Anthony Modeste am 16. Februar 2020 im Spiel gegen den FC Bayern München.

Angesprochen auf Cordobas angeblichen Wunsch, zum FC zurückzukehren, schmunzelt Sportboss Christian Keller (43) bei „Sky“ und sagt: „Das zeigt doch nur, dass der FC ein ganz interessanter Klub ist.“ Er stellt klar: „Wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass wir jemanden verpflichten wollen, sind wir sicherlich dazu in der Lage – wen auch immer. Vielleicht auch niemanden.“

Ein Stoßstürmer-Kandidat, der definitiv auf dem Markt ist, wäre Leipzigs Alexander Sörloth (26). RB würde den 1,95-Meter-Riesen (zuletzt in Spanien bei Real Sociedad San Sebastián) wohl erneut verleihen.

1. FC Köln hofft auf Transfer-Nachschlag für Anthony Modeste

Kessler meint: „Wir haben auch nach dem Abgang von Anthony Modeste die absolute Überzeugung, dass wir einen guten Kader für unsere Ziele in der Saison besitzen.“ Mit den Sturm-Optionen Sargis Adamyan (29), Steffen Tigges (24), Tim Lemperle (20), Jan Thielmann (20) und Florian Dietz (20). Keller will zudem Sebastian Andersson (31) „nicht vergessen“.

Einen Panik-Kauf wird es keinesfalls geben, zumal die Conference-League-Playoffs (18. und 25. August) für weiteren Aufschluss über die finanziellen Möglichkeiten sorgen. Bei einem Einzug in die Gruppenphase wären mit der Antritts- und eventuellen Siegprämien sowie Fan-Einnahmen zusätzliche zehn Millionen Euro drin.

Trainer Steffen Baumgart (50) erklärte nach dem BVB-Transfer von Modeste, der in Dortmund begleitet von Fan-Sprechchören ins Training eingestiegen ist und Freitag (20.30 Uhr) in Freiburg sein Debüt feiern könnte, man habe „ein weinendes, aber vielleicht auch ein kleines lachendes Auge“.

Zu letzterem zählt für den FC-Coach der verschwundene Fokus auf den einen, alles überstrahlenden Sturm-Star: „Ich habe oft gelesen, dass Tony derjenige war, der uns irgendwo hin geschossen hat. Die Mannschaft hat dafür gesorgt, dass er überhaupt erst mal wieder ein Tor macht. Das hat mich oft geärgert, dass es immer um ihn geht.“

Und Fakt ist: Das lachende Auge könnte sich noch vergrößern – per Transfer-Nachschlag. Neben den fünf Millionen Euro fixe Ablöse vereinbarten Köln und der BVB auch Bonus-Zahlungen, die dem FC nach EXPRESS.de-Information bestenfalls eine siebenstellige Summe einbringen könnten.

Branchenüblich sind dafür Team-Erfolge (z.B. Titel oder Champions-League-Einzug) sowie Einsatzzeiten des jeweiligen Spielers entscheidend. Sollte sich Modeste nicht verletzen, ist man am Geißbockheim optimistisch, dass es nicht bei fünf Millionen Euro bleiben wird…

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.