Die Kölner Haie mussten ihren Heimvorteil in den Playoffs für die Interessen der Köln-Arena hinten anstellen. In Berlin setzte es bereits zwei Niederlagen.
Kölner Haie unter DruckWird der Arena-Vertrag jetzt zum Playoff-Problem?

Werden die Kölner Haie diesen Arena-Vertrag womöglich noch bitter bereuen?
Der KEC startet in seine Playoff-Serien immer auswärts – und das, obwohl die Truppe von Coach Kari Jalonen in der DEL-Hauptrunde mit einer historischen Bestmarke alle anderen Mannschaften überragte!
Heimvorteil für Köln erst, wenn die Serie sich zieht
Doch so sieht es der Vertrag mit der Lanxess-Arena vor. Der Grund: Auf diese Weise müssen weniger Heimspiel-Termine für den KEC freigehalten werden. Ein Entgegenkommen gegenüber der Arena.
Im vergangenen Jahr fiel das kaum auf. Die Haie waren Sechster, starteten auswärts bei besser platzierten Teams. In diesem Jahr ist es anders. Köln war Spitzenreiter, heimstärkstes Team der Hauptrunde gemeinsam mit Ingolstadt. Und trotzdem: Auswärtsstart im Halbfinale gegen die Eisbären Berlin.
Die prekäre Zwischenbilanz: Die Haie liegen 1:2 zurück. Bei umgekehrter Heimrecht-Regelung stünde es womöglich 2:1 für Köln. Sollte Berlin die Serie in fünf Spielen gewinnen, hätten die Haie nur zweimal zu Hause gespielt – die Eisbären dagegen dreimal! Dafür brauchten Berlin aber auch einen Auswärtssieg in der Lanxess-Arena.
Erst, wenn sich die Serie in die Länge zieht, springt für die Haie der verdiente Vorteil heraus. Spiel sechs und sieben würden beide in der Lanxess-Arena in Köln stattfinden. Die Regelung gilt noch mindestens eine weitere Saison. Danach soll neu verhandelt werden.
Zum Vergleich: In der NHL, wo es mit den Playoffs nächste Woche losgeht, beginnt das zuvor in der Tabelle besser gesetzte Team sogar mit zwei Heimspielen in Folge, bevor es dann doppelt beim Kontrahenten zur Sache geht. Erst nach vier absolvierten Partien, wechseln sich die Standorte mit jedem Spiel ab. Und auch hier gilt: Ein entscheidendes siebtes Spiel steigt beim zuvor besser Platzierten.

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Stimmung um das Kölner Eis: In der Lanxess-Arena ist der KEC am Mittwoch erneut gegen die Eisbären Berlin gefordert.
KEC-Sportdirektor Matthias Baldys will die Umstände aber nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir lassen uns von äußeren Faktoren nicht ablenken“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Alles, was nicht mit dem Spiel auf dem Eis zu tun hat, spielt für uns keine Rolle.“
Dieser Blick auf das Wesentliche ist auch nötig. Denn die Haie stehen in Spiel vier nun mächtig unter Druck. In Köln muss unbedingt der 2:2-Serienausgleich her, um in Berlin nicht mit einem 1:3 dem Halbfinal-Aus entgegenblicken zu müssen.
Haie-Coach Jalonen nach der jüngsten Niederlage: „Wir müssen es schnell abhaken und für Mittwoch alle Energie wieder bündeln. Dann wollen wir so auftreten wie im letzten Heimspiel und unser Potenzial abrufen – darauf liegt jetzt der Fokus.“
