Die Kölner Haie laufen in der Halbfinal-Serie gegen die Eisbären Berlin wieder einem Rückstand hinterher. Kapitän Moritz Müller bemängelt fehlende Frische, setzt aber weiter auf den Heimvorteil.
Brutale Haie-PleiteKEC zu müde? Tor-Warnung aus Berlin setzt Köln unter Druck

Eine Schlacht auf dem Eis wie beim Skandal-Spiel im Playoff-Viertelfinale zwischen Ingolstadt und München lieferten sich Berlin und Köln am Sonntag (12. April 2026) zwar nicht, doch der Schlagabtausch im dritten Halbfinale fand nicht nur auf sportlicher Ebene statt.
Beim 4:2-Sieg der Eisbären gerieten die Spieler beider Teams in Unterbrechungen immer wieder aneinander, mehrfach flogen die Fäuste. Zudem musste Lean Bergmann (27) nach einem harten Kniecheck von Juhani Tyrväinen (35) verletzt vom Feld, die Schiedsrichter prüften sogar eine härtere Strafe als die letztlich ausgesprochenen zwei Minuten.
Moritz Müller bemängelt fehlende Frische bei den Kölner Haien
Der Abnutzungskampf in der Hauptstadt hinterließ beim KEC deutliche Spuren. Der erneute Rückstand in der Best-of-seven-Serie erhöht den Druck vor dem zweiten Heimspiel am Mittwoch (19.30/MagentaSport) in der einmal mehr rappelvollen Lanxess-Arena.
Nach dem mühelosen 4:0 in der Gesamtabrechnung im Viertelfinale gegen Schwenningen haben die Haie im Halbfinale gegen den Titelverteidiger deutlich größere Probleme. Das Gefühl der Unbesiegbarkeit, das die 16 Hauptrunden-Siege vor einigen Wochen noch ausgelöst hatten, trägt den KEC nun nicht mehr durch die Spiele.
Moritz Müller (39) bemängelte nach der Niederlage in Spiel drei gar, dass dem Team dieses Mal das Momentum gefehlt habe. Eigentlich einer der großen Haie-Faktoren in dieser Saison. Auch physische Folgen des eng getakteten Kalenders ließ der Kapitän durchblicken: „Wir hatten nicht die Frische heute, um das Spiel früh genug zu drehen.“
Dabei hat Köln eigentlich den Kräftevorteil im Rücken, nachdem die Berliner eine Runde zuvor zwei Spiele mehr für das Weiterkommen gebraucht hatten. Die Beine der Eisbären sollten demnach eigentlich schwerer sein. Doch Müller gab auch zu bedenken: „Wir sind im Halbfinale, da treffen vier sehr gute Mannschaften aufeinander. Da ist es selten so, dass man über den anderen drübermarschiert.“
Genau das war dem KEC immerhin im bislang einzigen Halbfinal-Heimspiel gelungen. Am Freitag feierte Köln mit dem satten 5:1 den zwischenzeitlichen Ausgleich in der Serie. Mit Dampflok-Choreo hatten die Fans ihrer Mannschaft nach dem Motto „Der Zug hat keine Bremse“ vor dem Spiel eingeheizt, Volldampf soll jetzt auch den erneuten Ausgleich im vierten Duell bringen. Auf die heimische Kulisse können sich die Haie dabei definitiv verlassen.
Die Eisbären, die in der Hauptrunde zweimal in Köln gewonnen hatten, haben durch die beiden Heim-Erfolge jedoch wieder Blut geleckt. Ausgerechnet jetzt kommt zudem Playoff-Rekordtorschütze Leo Pföderl (32) wieder ins Rollen.

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Am Sonntag kam es auf dem Eis immer wieder zu Raufereien zwischen beiden Mannschaften.
Nach quälend langen 13 Spielen ohne Treffer schnürte er am Sonntag einen Doppelpack, erzielte mit dem 1:0 und dem Schlusspunkt zum 4:2 die entscheidenden Tore des Tages.
Teamkollege Kai Wissmann (29) schickte im Interview bei MagentaSport jedenfalls gleich eine Tor-Warnung nach Köln, sagte vollmundig: „Wir wissen beim Leo: Wenn erstmal die Ketchupflasche aufgeht, kommen noch mehr Tore. Da freuen wir uns jetzt drauf.“ Diese Ansage muss der KEC jetzt schnellstmöglich auf dem Eis kontern.
Von einem Nachteil, weil die Haie ein Heimspiel mehr in der Serie haben, wollte Wissmann derweil nichts wissen. „Es ist bei uns kein großes Thema, ob wir auswärts oder zu Hause spielen“, sagte der Berliner. Müller hielt allerdings entschieden dagegen und gab die klare Marschroute aus: „Wir haben den Heimvorteil in der Serie, deswegen: Einfach die Heimspiele gewinnen!“
