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„Nicht einfach so Tabellenerster“Gegner, Termine, Titelchancen – Kölner Haie in den Playoffs

Aktualisiert

Die bärenstarke Hauptrunde war nur der Aufgalopp, jetzt geht die Saison für die Kölner Haie so richtig los. EXPRESS.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum Playoff-Start.

Die beste Hauptrunde der Vereinsgeschichte ist vorbei, nun wird es für die Kölner Haie ernst. Nach dem souveränen Titel als Hauptrundensieger inklusive eingestelltem Punkterekord geht der KEC zwar als Favorit in die Playoffs, doch ein Blick in die Historie mahnt zur Vorsicht.

Trainer Kari Jalonen gibt sich selbstbewusst: „Wir sind bereit für die Playoffs. Die großen Spiele kommen jetzt, wir haben einen super Job bisher gut gemacht und sind nicht einfach so Tabellenerster geworden. Das gibt uns viel Selbstvertrauen“, sagte der Finne, der nach der Saison in seine Heimat zurückkehrt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den Playoffs.

Wann spielen die Kölner Haie in den Playoffs?

Nach der Hauptrunde hat das Team von Trainer Kari Jalonen ein paar Tage Pause. Ab dem 25. März (19.30 Uhr) beginnt dann die Viertelfinal-Serie (Best of seven) mit einem Auswärtsspiel. Weiter geht es am 27. März (19.30 Uhr, H), 29. März (15 Uhr, A) und 31. März (19.30 Uhr, H). Falls erforderlich, finden die weiteren Spiele am 2. April (A), 4. April (H) und 6. April (H) statt.

Das Halbfinale würde am 8., 10., 12. 14./15., 17. und falls erforderlich am 19./20., 21./22. April stattfinden. Die Finalserie ist für den 24., 26., 28., 30. April und – falls erforderlich – 3., 5., 7. Mai angesetzt. Spätestens am 7. Mai wird der neue DEL-Meister gekürt.

Wer ist der Gegner in den Playoffs?

Das steht noch nicht fest. Der KEC trifft als Hauptrundensieger auf eines der Teams, die sich in den Pre-Playoffs erst noch fürs Viertelfinale qualifizieren müssen. Dabei stehen sich die Fischtown Pinguins Bremerhaven (Platz 7) und die Nürnberg Ice Tigers (10) sowie die Grizzlys Wolfsburg (8) und die Schwenninger Wild Wings (9) in Best-of-three-Serien gegenüber.

Köln trifft dann auf den in der Hauptrunde schlechter platzierten Pre-Playoff-Sieger. Damit ist ein Aufeinandertreffen mit Bremerhaven im Viertelfinale ausgeschlossen. Auch im Halbfinale ginge es für die Haie gegen die in der Hauptrunde am schlechtesten platzierte Mannschaft aus den noch verbliebenen Teams. Neben dem KEC haben sich die Adler Mannheim, die Straubing Tigers, Red Bull München, ERC Ingolstadt und DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin direkt fürs Viertelfinale qualifiziert.

Wo werden die Spiele übertragen?

Streaming-Anbieter MagentaSport überträgt sämtliche Begegnungen in den Playoffs. Pro Spieltag ist zudem eine Begegnung im Free-TV bei DF1 zu sehen. Der Sender zeigt auch vier Finalspiele live.

Gibt es noch Tickets für die Playoffs?

Die ersten beiden Heimspiele in der Lanxess-Arena sind – bis auf einige wenige teure Plätze und VIP-Tickets – ausverkauft. Mögliche Rückläufer, die bei den Playoff-Spielen allerdings kaum zu erwarten sind, sind auf dem offiziellen Haie-Zweitmarkt erhältlich. Der KEC rät dringend vom Kauf bei anderen Zweitmärkten ab. Der Vorverkauf für ein mögliches drittes oder viertes Heimspiel startet, sobald klar ist, dass es erforderlich ist. Erst sind die Mitglieder dran, dann gehen die Tickets in den freien Verkauf.

Was macht Hoffnungen auf den ersten Titel seit 2002?

Die Haie haben eine überragende Hauptrunde gespielt, dabei den Punkterekord der Adler Mannheim (116 Zähler in 52 Spielen) eingestellt. Nachdem die Zügel im Endspurt etwas schleifen gelassen worden waren, holten sich die Haie im letzten Hauptrundenspiel durch das 6:3 in Straubing noch einmal ein Erfolgserlebnis ab. Der KEC hat mit 200 Toren die beste Offensive der Liga. Mit 136 Gegentoren belegt Köln in dieser Statistik Platz drei. Torwart Janne Juvonen, der kurz vor den Playoffs seinen Vertrag verlängert hat, hat die beste Fangquote aller Goalies (93,15) und den zweitbesten Gegentor-Schnitt (2,04) hinter Münchens Schlussmann Antoine Bibeau.

Was bedeutet der Hauptrundensieg statistisch gesehen für den Meistertitel?

Die Kölner Haie haben in der Hauptrunde unter Beweis gestellt, dass die Mannschaft die Qualität hat, Meister zu werden – mehr aber auch nicht. Historisch gesehen ging der Titel seit Einführung der Playoffs 1981 „nur“ in 20 von 44 Fällen an das beste Hauptrundenteam. Elfmal sicherte sich der Hauptrunden-Zweite am Ende den Pokal. 

Kurios: Als die Haie zuletzt Meister wurden, hatten sie die Hauptrunde lediglich auf Platz sechs abgeschlossen. Damals waren die München Barons als Nummer eins in die Playoffs gegangen. Kölns Finalgegner Adler Mannheim hatte in jener Saison den Rekord für die meisten Siege in Folge aufgestellt (15), der nun von den Haien gebrochen wurde (16). Ein gutes Omen: Als die Adler in der Saison 2018/19 den von den Haien eingestellten Punkterekord aufstellten, nahmen sie am Ende auch den Pokal mit nach Hause.

Was sagt Kapitän Moritz Müller?

Das Haie-Urgestein hat mit dem KEC schon zahlreiche Playoff-Serien bestritten, stand viermal mit den Haien im Finale um die deutsche Meisterschaft. Bislang war dem ewigen Zweiten der Titel noch nicht vergönnt. Klappt es nun endlich zum möglichen Karriere-Ende? „Wir sind froh über die Sachen, die wir erreicht haben, aber das ist ein Teil der Saison und jetzt beginnt der zweite Teil der Saison: die Playoffs. Wir sollten nicht zu weit vorausschauen. Es fängt mit Spiel eins an und dann gilt es, sich in die Playoffs hereinzuarbeiten“, betonte Müller.

Ob er bei einem Titel sofort zurücktreten würde? „Ich konzentriere mich jetzt nur auf die Spiele und um mich geht es gerade gar nicht“, so der 39-Jährige. „Ich habe ja gesagt, dass es sehr wahrscheinlich mein letztes Jahr sein wird. Daran hat sich jetzt erstmal nichts geändert.“

Tim Fleischer und Louis-Marc Aubry stehen bereit für das Bully.

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