Ukraine-Krieg Massive Entwicklung zeigt sich bei Aldi, Lidl, Edeka & Co.

Ein Mann geht in unserem Archivbild vom Dezember 2021 mit seinem Einkaufswagen in einer Lidl-Filiale an Regalen vorbei. Egal ob Nudeln, Brot oder Kaffee: Vieles ist bereits jetzt teurer als noch vor einigen Monaten. Durch den Ukraine-Krieg könnte sich die Preisspirale bald sogar noch schneller drehen.

Ein Mann geht in unserem Archivbild vom Dezember 2021 mit seinem Einkaufswagen in einer Lidl-Filiale an Regalen vorbei. Egal ob Nudeln, Brot oder Kaffee: Vieles ist bereits jetzt teurer als noch vor einigen Monaten. Durch den Ukraine-Krieg könnte sich die Preisspirale bald sogar noch schneller drehen.

Aldi, Lidl, Edeka & Co.: Schon jetzt sind Lebensmittel wesentlich teurer als noch vor Monaten. Und der Ukraine-Krieg könnte bald zusätzlich die Preise nach oben treiben.

Die vergangenen Monate waren gerade für sozial schwache Familien und Menschen mit kleinem Einkommen alles andere als einfach: Es scheint immer knapper zu werden, für das gleiche Geld liegt immer weniger im Einkaufswagen. Und an den Tankstellen ist die Not oft noch größer: Sprit wird für viele unbezahlbar.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes bestätigen dieses Gefühl: Im Sommer schoss die Inflationsrate bereits auf über zwei Prozent an, am Jahresende lag sie bei fünf Prozent. Im Februar lag sie schon bei 5,1 Prozent. Und die gefühlte Inflation liegt noch wesentlich höher: bei rund 8,5 Prozent, wie Wirtschaftswissenschaftler berechnen.

Bier, Kaffee, Nudeln, Milch – die Preise bei Aldi, Lidl, Edeka & Co. klettern und klettern. Und der Krieg in der Ukraine, so befürchten Handelsexpertinnen und -experten, könnte diese Preisspirale noch einmal nach oben treiben.

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Aldi, Edeka, Lidl & Co.: Werden die Lebensmittel-Preise weiter steigen?

„Der Anstieg der Energiepreise und der Logistikkosten durch den Ukraine-Krieg wird sich bei den Menschen im Alltag bemerkbar machen – bei jedem Einkauf im Supermarkt oder beim Discounter“, prognostizierte der Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH), Boris Hedde, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Preise würden noch stärker steigen, als sie es jetzt schon tun.

Das sieht auch der Handelsexperte Robert Kecskes vom Marktforschungsunternehmen GfK so: „Durch den Konflikt wird der Druck, die Preise zu erhöhen, noch weiter steigen. Die Teuerung wird mit Sicherheit erheblich sein.“ Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, warnte ebenfalls, der Krieg in der Ukraine und auch die Sanktionen „könnten preistreibend wirken“.

Aldi, Lidl, Edeka & Co.: Erst Corona, jetzt Ukraine-Krieg

Erst Corona und Lieferketten-Probleme, jetzt der Ukraine-Krieg. Erst steigen die Rohstoff- und Energiepreise, und damit auch die Produktionspreise.

Viele Unternehmen gaben sie an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter: Tchibo machte Kaffee teurer, Brauereien kündigten Preisaufschläge an, Toilettenpapier und Taschentücher wurde genauso teurer, wie Milch und Butter. Auch Rindfleisch verteuerte sich enorm, einige Obst- und Gemüsesorten ebenso.

Jetzt sorgt Putins Angriff für zusätzlichen Druck im Portemonnaie.

Rewe-Chef Lionel Souque klagte schon Ende 2021 – also vor dem Ukraine-Krieg: „Es gab noch nie so viele Forderungen nach Preiserhöhungen von der Industrie wie in diesem Jahr.“ Die Situation bei den Herstellern dürfte sich jetzt noch einmal massiv verschärft haben.

Discounter und Supermärkte: Kundinnen und Kunden unter Druck

Ein Grund: die verteuerten Energiepreise. Sie machen treiben die Kosten auch für die Industrie noch einmal nach oben, alles von der Herstellung bis zur Lieferung und Logistik wird teurer. „Alle arbeiten mit Strom und Gas – auch Nestlé und Unilever“, betonte ein Branchenkenner gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Die Hersteller werden mit Sicherheit versuchen, diese Mehrkosten an den Handel und die Verbraucher weiterzugeben“, sagt Handelsexperte Kecskes.

Werden Edeka, Rewe, Aldi, Lidl & Co. also demnächst spürbar die Preise nach oben korrigieren? Das bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die Preisverhandlungen zwischen Händlern und Herstellern diesmal ungewöhnlich hart geführt werden. Und allzu große Preiszugeständnisse an die Hersteller würde für die Supermärkte und Discounter bedeuten, ihre eigene Wettbewerbsposition zu schwächen.

Aldi, Lidl, Edeka & Co.: Wird wieder mehr bei Discountern eingekauft?

Wird der Widerstand des Handels am Ende die Preisspirale stoppen? Branchenkenner jedenfalls prognostizieren, dass sich das Einkaufsverhalten der Deutschen bald verändern könnte: Höhere Lebenshaltungskosten, drohende Heizkostennachzahlungen, gestiegenen Spritpreise – all das sorgt für weniger Geld, das man für Lebensmittel ausgibt.

Der „Corona-Trend“, also dass Verbraucher und Verbraucherinnen in die Discounter und Supermärkte strömen, könnte sich umkehren. „Die zu erwartenden Preiserhöhungen könnten das Shopping-Verhalten verändern und dafür sorgen, dass wieder mehr bei den Discountern eingekauft wird und sie verlorene Marktanteile zurückgewinnen“, glaubt IFH-Chef Hedde. Davon dürften dann auch die günstigeren Eigenmarken der Händler profitieren.

Einen Trost hat Kecskes immerhin: Auch die Discounter und Supermärkte wissen natürlich um das knapper werdende Haushaltsgeld der Kundinnen und Kunden, der Wettbewerb darum könnte sich verschärfen. Heißt: Sonderangebote gibt es weiterhin. Und vielleicht könnte es in Zukunft auch mehr Preisaktionen geben. (mit dpa)

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