Aldi, Lidl & Co. In England sind die Regale schon leer: Droht uns das auch in Deutschland?

Nur eine Handvoll Eier kann ein Supermarkt in London Mitte November noch anbieten: In Großbritannien ächzt die Kundschaft unter einer Eierkrise. Wie sieht es in Deutschland aus?

Nur eine Handvoll Eier kann ein Supermarkt in London Mitte November noch anbieten: In Großbritannien ächzt die Kundschaft unter einer Eierkrise. Wie sieht es in Deutschland aus?

Tesco, Sainsbury’s, Lidl – in zahlreichen Supermärkten in Großbritannien sind die Regale leer. Vielerorts stehen dort Schilder, die auf Engpässe hinweisen. Lidl hat bereits begonnen, einzelne Artikel zu rationieren. Droht uns auch in Deutschland die nächste Krise?

Nicht nur den Deutschen droht ein harter Winter, auch in anderen Ländern Europas ächzen die Verbraucherinnen und Verbraucher. In Großbritannien werden einige Grundnahrungsmittel immer mehr zur Mangelware. Wer dort im Moment Eier kaufen möchte, stößt immer öfter auf leere Regale. 

Die Eierkrise trifft Großbritannien seit Wochen mit voller Wucht: Supermärkte rationieren den Verkauf, Bäckereien denken über Alternativen nach, Landwirtinnen und -wirte forden staatliche Maßnahmen. Drohen ähnliche Szenen auch bei uns? Schließlich haben die Produzenten auch hierzulande eindeutige Warnungen ausgesprochen. 

Aldi, Lidl & Co. in Großbritannien haben Eierverkauf eingeschränkt

Nicht nur die Deutschen, auch die Briten lieben Eier und verschiedene Gerichte, die man aus ihnen herstellt. Doch Eier werden immer knapper im Vereinigten Königreich. 

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Laut „Bloomberg“ sind es mehrere Faktoren, die derzeit zu einer stark angespannten Situation bei den Eiern führt: Neben dem Krieg in der Ukraine werden die derzeit im Land grassierende Vogelgrippe und die hohe Inflation als weitere Gründe aufgeführt. 

Russlands Angriffskrieg führte dazu, dass die Preise für Getreide und Düngemittel auf dem Weltmarkt rasant anstiegen, gleichzeitig wurde auch die Energie immer teurer. Landwirtschaftliche Betriebe leiden zudem unter den hohen Futterkosten für ihre Hühner – und obendrein richtet der Ausbruch der Vogelgrippe in weiten Teilen Europas zusätzlichen Schaden an. Massen von Geflügel müssen gekeult, also getötet werden. Eier werden damit zu einem knappen Gut. 

Engpässe in Großbritannien bei Eiern: Auch in Deutschland wird gewarnt

Laut offiziellen Regierungsdaten stiegen die Einzelhandelspreise für Eier im Oktober in Großbritannien gegenüber dem Vorjahr um satte 23,1 Prozent an – die Produktionskosten seien demnach aber wesentlich höher angestiegen. Denn gerade Hühnerfutter mache den größten Teil der Kosten aus.

Die Supermärkte Aldi, Lidl, Asda, Morrison, Marks and Spencer sowie Tesco haben in Großbritannien in den letzten Wochen die Anzahl der Eierkisten, die Kunden kaufen können, begrenzt. Keine guten Vorzeichen für die Weihnachts-Saison, in der Eier noch einmal besonders nachgefragt sind.

Droht eine ähnliche Krise auch in Deutschland? Vor einigen Wochen haben die Eierproduzenten auch hierzulande gewarnt. In Deutschland wurden ebenfalls nicht nur Speiseöle, sondern auch Molkereiprodukte und Eier teurer, allein hier stiegen im Oktober die Preise um fast 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – also noch mehr als in Großbritannien.

Engpässe bei Eiern in Großbritannien: Auch deutsche Produzenten schlagen Alarm

Die deutschen Eierproduzenten schlugen Alarm. „Die Eier sind alle!“, erklärte der BVEi-Vorsitzende und Eierproduzent Henner Schönecke im Gespräch mit der „Lebensmittel Zeitung“. Packstellen und die Eiprodukte-Industrie haben demnach massive Schwierigkeiten, den deutschen Markt mit Ware zu versorgen. Und: Es gebe keine Verbesserung der Lage bis zum Frühjahr. Die Versorgung in Deutschland in den nächsten Monaten sei daher nicht gesichert.

Die Gründe seien auch hier, ähnlich wie in Großbritannien: hohe Futterkosten und zuletzt die ausbreitende Geflügelpest. Das Ende des Kükentötens komme hinzu: Seit dem 1. Januar 2022 ist das Töten von männlichen Eintagsküken in Deutschland verboten, die Bruderhahnaufzucht müsse von den Betrieben mitfinanziert werden.

Großbritannien versucht mit massiven Importen gegenzusteuern, etwa aus Italien. Das geht in Deutschland nicht so einfach: Deutsche Produzenten dürfen keine Eier in Ländern einkaufen und in deutsche Supermärkte liefern, in denen das Töten männlicher Küken noch erlaubt ist. 

Eier bald knapp? Supermärkte sehen noch keine Gefahr

Der Bundesverband fordert daher ein EU-weites Ende des Kükentötens und eine Kennzeichnung verarbeiteter Produkte. „Damit die deutschen Legehennenhalter durch diesen massiven Wettbewerbsnachteil nicht noch stärker in Existenznot geraten“, so der Verband. Der fordert ein finanzmittelstarkes Soforthilfeprogramm vom Bund.

Immerhin: Die großen Handelsketten sehen noch keine Gefahr, dass die Kundschaft vor leeren Eierregalen stehen muss. Edeka erklärt gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“, dass man nicht von einer Knappheit ausgehe. Dank einer vielfältigen regionalen Lieferantenstruktur „können wir die Versorgung unserer Märkte mit Schaleneiern weiterhin sicherstellen“, heißt es dort.

„Die Versorgung mit Hühnereiern ist derzeit sichergestellt“, heißt es auch bei Aldi Nord. Man stehe in engem Kontakt mit den Lieferanten, reagiere auf aktuelle Entwicklungen. Allein Rewe weist allgemein auf die aktuellen Unsicherheiten bei der Beschaffung von Produkten und in Lieferketten hin.

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