Engpässe bei Aldi, Lidl, Rewe & Co.? „Die sind alle“: Produzenten schlagen Alarm, ein Artikel kann knapp werden

Gibt es bald leere Regale bei Aldi, Lidl, Rewe & Co.? Ein wichtiges Nahrungsmittel könnte bald knapp werden, deutsche Produzenten schlagen jetzt Alarm. 

Es wird ein harter Winter für die Deutschen: Nicht nur die Energiepreise, auch die Lebensmittelpreise haben in den letzten Wochen einen massiven Sprung nach oben gemacht – und Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich auf noch weitere Preiserhöhungen einstellen. 

Die Inflation ist mittlerweile auf den höchsten Stand seit 1951 geklettert, lag im Oktober schon bei 10,4 Prozent. Allein für Nahrungsmittel mussten Kundinnen und Kunden in den Supermärkten im Durchschnitt über 20 Prozent mehr zahlen als noch im Oktober 2021. Besonders teuer wurden nicht nur Speiseöle, sondern auch Molkereiprodukte und Eier, allein hier stiegen die Preise um fast 29 Prozent.

Engpässe in Supermärkten möglich: Produzenten schlagen Alarm

Doch damit nicht genug, nun lässt die Eierbranche die nächste Hiobsbotschaft verlauten: Die Versorgung mit deutschen Eiern sei nicht mehr gewährleistet, ausgerechnet bis Ostern könnte es zu Engpässen kommen. 

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Die deutschen Eierproduzenten schlagen nun Alarm. „Die Eier sind alle!“, so formulierte es der BVEi-Vorsitzende und Eierproduzent Henner Schönecke im Gespräch mit der „Lebensmittel Zeitung“. Packstellen und die Eiprodukte-Industrie haben demnach massive Schwierigkeiten, den deutschen Markt mit Ware zu versorgen, es gebe wohl keine Verbesserung der Lage bis zum Frühjahr. Die Gründe dafür: Hohe Futterkosten, das Ende des Kükentötens und zuletzt die ausbreitende Geflügelpest. 

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass die Eierbranche Alarm schlägt. Bereits im März 2021 warnten die Produzenten, dass die Versorgung mit Eiern problematisch sei. Der Krieg in der Ukraine lass die Futtermittel teurer und schwerer verfügbar werden, das Land ist eines der großen Futtermittellieferanten. Hinzu kämen die steigenden Energiekosten. 

Eierproduzent Henner Schönecke erklärte nun, dass weitere Kosten hinzukommen würden: Seit dem 1. Januar 2022 ist das Töten von männlichen Eintagsküken in Deutschland verboten, die Bruderhahnaufzucht müsse von den Betrieben mitfinanziert werden. Laut „Lebensmittelzeitung“ erklärten die Eier-Produzenten, die Kosten für die Einstallung von 20.000 Legehennen hätten sich auf 200.000 Euro verdoppelt.

Leere Regale in Supermärkten? Eierbranche warnt

Bereits im vorigen sei die Zahl der geschlüpften Küken gesunken, auf 29,4 Millionen Tiere. 2020 waren es noch über 40 Millionen Tiere. Ein Teil des Wegfalls werde zwar durch Importe aus dem Ausland ersetzt – doch Discounter und Supermärkte würden nach Eiern verlangen, die ohne Kükentöten produziert werden. 

Die Geflügelpest, die sich in Deutschland ausweitet, komme erschwerend hinzu. Die knappe Ware werde damit noch knapper. 

Der Bundesverband fordert ein EU-weites Ende des Kükentötens und eine Kennzeichnung verarbeiteter Produkte. „Damit die deutschen Legehennenhalter durch diesen massiven Wettbewerbsnachteil nicht noch stärker in Existenznot geraten“, so der Verband gegenüber der „Lebensmittel Zeitung“. Die Politik müsse die Verluste mit einem Soforthilfeprogramm ausgleichen, nur so könne der Bestand wieder aufgestockt werden. 

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